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Was ist toniger Boden?

Ton gehört zur mineralischen Feinerde und stellt die feinste Korngrößenklasse im Boden dar. Tonpartikel besitzen Durchmesser unter 0,002 mm und damit eine sehr große spezifische Oberfläche. Dadurch können sie Wasser und Nährstoffe stark binden. Ein Tonboden fühlt sich im feuchten Zustand schmierig, klebrig und stark plastisch an. Im trockenen Zustand wird er hart, kompakt und bildet häufig tiefgehende Schrumpfrisse.

Sobald der Tonanteil im Feinboden dominiert, spricht man von einem tonigen Boden oder Tonboden. Je höher der Anteil, desto ausgeprägter sind Plastizität, Bindekraft, Quell- und Schrumpfverhalten. Ein Boden mit ein wenig Sand kann als sandiger Ton klassifiziert werden, während ein Boden mit Schluff- und Lehmanteilen Übergangsformen wie lehmiger Ton oder Ton-Lehm bildet. Mischformen sind in natürlichen Profilen sehr häufig.2

Ein stark toniger Boden weist folgende Merkmale auf:

👉 sehr geringe Grobporenanteile
👉 lange Wasserhaltezeiten
👉 Risiko von Vernässung nach Niederschlägen
👉 starke Verdichtungsneigung
👉 hohe Plastizität im nassen Zustand
👉 geringe Durchlüftung
👉 hohe Nährstoffspeicherung dank großer Austauschkapazität

Diese Eigenschaften erklären, warum Tonböden im Garten einerseits als schwierig gelten, andererseits aber bei gezielter Pflege sehr leistungsfähig sein können.

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Eigenschaften von tonigem Boden

Ton steht im Bodenartenspektrum am “schweren Ende. Die physikalischen, chemischen und hydraulischen Eigenschaften prägen die Nutzung im Gartenbau, in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau.

💡 Wasserhaushalt

Tonige Böden besitzen ein ausgeprägt hohes Wasserhaltevermögen. Die Porenräume sind so fein, dass Wasser stark gebunden wird. Dadurch trocknen Tonböden nur langsam ab. Regenwasser versickert kaum und bleibt in den oberen Horizonten stehen. Das führt schnell zu Staunässe – insbesondere auf verdichteten Flächen.

Gleichzeitig stehen Pflanzen bei Trockenheit oft weniger Wasser zur Verfügung, als man erwartet. Das Wasser ist in den Mikro- und Nanoporen so stark gebunden, dass Wurzeln es nicht vollständig nutzen können.

💡 Luftaustausch und Temperaturverhalten

Der Luftaustausch ist eingeschränkt. Tonböden erwärmen sich im Frühjahr langsamer und bleiben länger feucht und kalt. Diese Kombination kann die Entwicklung wärmeliebender Pflanzen verzögern.

Bei Austrocknung bilden sich typische tiefe Schrumpfrisse. Diese Risse sind Ausdruck der hohen Quell- und Schrumpffähigkeit von Tonmineralen.

💡 Nährstoffbindung

Tonminerale besitzen eine hohe Kationenaustauschkapazität (KAK). Sie können Nährstoffe wie Calcium, Magnesium, Ammonium oder Kalium sehr effektiv speichern. Dadurch sind tonige Böden grundsätzlich nährstoffreich – vorausgesetzt, sie sind gut durchlüftet und nicht dauerhaft vernässt.3

💡 Struktur und Bearbeitung

Tonböden sind sehr schwer zu bearbeiten. Sie verschmieren leicht, wenn sie zu nass sind, und sind extrem hart, wenn sie trocknen. Die optimale Bearbeitungsfeuchte ist eng begrenzt. Zudem neigen tonige Böden zu Verdichtung, wodurch sich der Luft- und Wasserhaushalt weiter verschlechtert.

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Das Bodenartendreieck – Einordnung von Tonboden

Bodenarten-Dreieck von Checknatura

Das Bodenartendreieck dient dazu, Böden anhand ihrer Korngrößenzusammensetzung exakt zu klassifizieren. Die Achsen stehen für:

  • Sand
  • Schluff
  • Ton

Ein Boden wird als tonig eingestuft, wenn der Tonanteil über 45 % liegt. Typische Klassifikationen sind:

👉 Ton (hoher Tonanteil, geringe Grobporen)
👉 Lehmiger Ton (leicht verbesserte Durchlässigkeit)
👉 Sandiger Ton (erhöhte Stabilität, weniger Plastizität)
👉 Ton-Lehm (Übergangsform mit moderater Bearbeitbarkeit)


Für eine präzise Bestimmung wird die Korngrößenverteilung im Labor ermittelt. Anschließend wird der Bodenpunkt in das Dreieck eingetragen. Schon geringe Änderungen verändern die Bodenart toniger Böden und damit:

🔎 Wasserhaltevermögen
🔎 Durchlässigkeit
🔎 Verdichtungsneigung
🔎 Pflanzenverträglichkeit
🔎 Pflege- und Bewirtschaftungsbedarf
🔎 Dies macht das Bodenartendreieck unverzichtbar, um Tonboden verbessern zu können und von ähnlichen Typen wie Lehm oder schluffigen Böden abzugrenzen.


Ein bindiger Boden mit hohem Tonanteil unterscheidet sich grundlegend von sandigen oder schluffigen Profilen, da seine Struktur überwiegend feinkörnig und kohäsiv ist. Dies führt zu ausgeprägter Plastizität und geringer Durchlässigkeit.

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Für welche Pflanzen ist toniger Boden geeignet – und für welche nicht?

Tonböden bieten durch ihre gute Nährstoffspeicherung ideale Bedingungen für viele Pflanzen – sofern der Wasserhaushalt stimmt und keine dauerhafte Vernässung des Tonboden besteht.

Geeignete Pflanzen für tonigen Boden

Gut geeignet sind Pflanzen, die tief wurzeln können und mit einem schweren Untergrund zurechtkommen:

✔️ Obstgehölze wie Apfel, Birne und Kirsche
✔️ Beerensträucher (Johannisbeere, Stachelbeere)
✔️ Stauden wie Pfingstrosen, Taglilien und Astilben

Zwei rote Äpfel mit Wassertropfen hängen an einem Ast mit grünen Blättern.
✔️ Rosen
✔️ Gemüse wie Kohl, Sellerie, Mangold, Zwiebeln
✔️ robuste Gräser und Weidearten


Diese Arten profitieren vom hohen Nährstoffangebot eines Tonbodens und nutzen die langfristige Wasserverfügbarkeit.

Weniger geeignete Pflanzen für tonigen Boden

Für Pflanzen, die sehr lockere, gut durchlüftete und trockene Böden benötigen, ist ein Tonboden weniger geeignet:

Lavendel, Thymian und mediterrane Kräuter
Steingartenpflanzen
Pflanzen mit empfindlichem Wurzelsystem
Flachwurzelnde Arten, die Sauerstoffmangel schlecht tolerieren4


Solche Pflanzen leiden auf tonigen Böden häufig unter Wurzelstress, Bodenverdichtung und zu hoher Feuchtigkeit.

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Vorteile und Nachteile von tonigem Boden

Vorteile toniger Böden

✔️ hervorragende Nährstoffspeicherung
✔️ hohe Wasserhaltekapazität
✔️ potenziell sehr fruchtbar
✔️ gute Eignung für nährstoffliebende Pflanzen
✔️ langfristige Bodenstabilität

Nachteile toniger Böden

❌ hohe Verdichtungsanfälligkeit
❌ langsame Erwärmung
❌ geringerer Luftaustausch
Staunässe nach Niederschlägen
Bearbeitung nur in einem sehr kleinen Feuchtefenster möglich
❌ starkes Quellen und Schrumpfen
❌ Risiko von Strukturverlust bei falscher Bewirtschaftung

Auch in der Geotechnik gelten tonige Böden als schwierig: Sie besitzen eine geringe Durchlässigkeit, zeigen starkes Schwell- und Schrumpfverhalten und können bei falscher Wasserführung instabil werden.

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Wie kann man tonigen Boden verbessern?

Tonböden lassen sich mit den richtigen Methoden deutlich aufwerten. Ziel ist es, die Bodenstruktur zu stabilisieren, die Durchlüftung zu erhöhen und die Wasserführung zu optimieren.

💡 Struktur durch organisches Material verbessern

Humus ist entscheidend, um die Krümelstruktur zu stabilisieren. Empfohlen werden:

✅ gut verrotteter Kompost
✅ Mulchmaterial (Rindenmulch, Strauchschnitt)
✅ Laubkompost
✅ Pflanzenkohle als langfristige Strukturverbesserung

Humus wirkt wie eine Puffer- und Aggregatbasis, die Porenräume erweitert und die Durchlüftung verbessert.

💡 Sand, Splitt oder Feinkies gezielt einarbeiten

Eine moderate Beimischung mineralischer Komponenten wie Sand oder Splitt kann zur Lockerung der Bodenstruktur beitragen.

🚩 Wichtig: Sand sollte nur sparsam und stets zusammen mit reichlich organischem Material eingebracht werden, da Ton und Sand allein eine unerwünschte Verdichtung erzeugen können.

Schaufel mit tonigem Boden zur Strukturverbesserung.

💡 Boden nur bei geeigneter Bodenfeuchte bearbeiten

Ton verschmiert, wenn er zu nass ist. Die beste Bearbeitungsfeuchte liegt im leicht feuchten, aber nicht plastischen Bereich.

💡 Verdichtung vermeiden

Verdichtungen können durch folgende Maßnahmen reduziert werden:

✅ nicht befahren, wenn der Boden nass ist
✅ feste Wege anlegen
✅ Hochbeete für empfindliche Pflanzen nutzen
✅ lockernde Gründüngungen einsetzen (z. B. Lupinen, Ölrettich)5

💡 Wasserhaushalt steuern

Tonböden profitieren von:

✅ angehobenen Beeten in nassen Lagen
✅ breiten Mulchschichten
✅ Dämmung der Oberfläche gegen Verschlämmung
✅ kontrollierter Bewässerung in Trockenphasen

Eine konsequente Oberflächenpflege verhindert Krustenbildung und Staunässe.

💡 Gründüngungen und Tiefwurzler fördern

Pflanzen wie Lupinen, Luzerne oder Ölrettich lockern den Boden natürlich. Sie öffnen tiefe Poren und führen zu einer Verbesserung der Durchlüftung.

Die Bodenanalyse Maxi liefert verlässliche Werte zu pH, Humusanteil und dem pflanzenverfügbaren Nährstoffgehalt. Diese Daten helfen dabei, den tatsächlichen Verbesserungsbedarf eines tonigen Bodens einzuschätzen und gezielt Maßnahmen wie Strukturverbesserung, Humusaufbau, tiefenlockernde Begrünungen oder eine standortgerechte Kalkung umzusetzen.

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Wie entsteht toniger Boden?

Tonböden entstehen durch natürliche Verwitterungs- und Umlagerungsprozesse:

Info-Icon Verwitterung von Gesteinen

Die chemische Verwitterung silikatischer Minerale führt zur Bildung von Tonmineralen wie Kaolinit, Illit oder Smektit.

Info-Icon Sedimentation

Feinmaterial sedimentiert in ruhigen Gewässerbereichen wie Seen, Stillwasserzonen oder Senken.

Info-Icon Glaziale Prozesse

Gletscher mahlen Gesteine zu feinem Material, das über Schmelzwässer abtransportiert und großflächig abgelagert wird.

Info-Icon Bodenbildungsprozesse

Ton wird in vielen Böden transloziert (Illuviationsprozesse) und sammelt sich in unteren Horizonten an.

Diese Prozesse erzeugen schwere, tonreiche Horizonte, die deutlich wasserstauend wirken können.6

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Wie kann man testen, welche Bodenart vorliegt?

🔎 Fingerprobe

Die Fingerprobe ist die schnellste und einfachste Methode, um einen tonigen Boden im Gelände zu erkennen. Dazu wird ein wenig Boden leicht angefeuchtet und zwischen Daumen und Zeigefinger verrieben.

Typische Merkmale eines Tonbodens:

  • Er fühlt sich glatt, schmierig und deutlich plastisch
  • Beim Reiben zwischen den Fingern entstehen keine körnigen Strukturen wie bei Sand oder Schluff.
  • Der Boden lässt sich zu einem langen, stabilen Band rollen – ein typisches Merkmal eines bindigen Bodens mit hohem Tonanteil.
  • Je länger und gleichmäßiger dieses Band wird, desto höher ist der Tonanteil.

Die Fingerprobe hilft auch beim Unterschied Ton – Lehm:
Lehm wirkt weniger schmierig und lässt sich schlechter zu einem gleichmäßigen Band formen, da er höhere Anteile an Sand und Schluff enthält.

🔎 Ballen- und Knetprobe

Bei der Ballenprobe wird getestet, wie gut sich der Boden formen lässt.

Erkennungsmerkmale für Tonboden:

  • Ton lässt sich leicht zu einem kompakten, festen Ball
  • Die Oberfläche des Ballens zeigt beim Kneten einen glänzenden Film – ein typisches Zeichen für einen hohen Anteil bindiger Tonminerale.
  • Der Ball bleibt stabil und zerfällt nicht.

Ein bindiger Boden mit einem höheren Tonanteil zeigt hierbei eine deutlich stärkere Plastizität als Lehm. Bei Lehm zerfällt der Ball schneller oder wirkt bröckeliger, weil die Anteile von Sand und Schluff größer sind. Dies macht die Methode ideal, um den Unterschied zwischen Ton und Lehm im Gelände zu beurteilen.

🔎 Glasprobe (Sedimentationstest)

Der Sedimentationstest im Glas ist eine einfache Analyse, um die Korngrößenanteile Sand – Schluff – Ton sichtbar voneinander zu trennen. Dies ist eine der zuverlässigsten Methoden, um tonigen Boden, schwere Böden oder Ton-Lehm-Mischungen zu bestimmen.

So funktioniert der Test:

  1. Ein Glas zu etwa einem Drittel mit Bodenproben füllen.
  2. Mit Wasser auffüllen, kräftig schütteln und absetzen lassen.
  3. Die Partikel setzen sich der Größe nach ab:
👉 Sand sinkt innerhalb weniger Sekunden.
👉 Schluff benötigt mehrere Minuten.
👉 Ton bleibt sehr lange in Schwebe und kann erst nach Stunden bis Tagen sichtbar sedimentieren.


Je trüber das Wasser bleibt und je länger die Schwebstoffe sichtbar sind, desto höher ist der Tonanteil – ein klares Zeichen für tonige Böden, Tonlehme oder Mer­ge­lbo­den.

Hand hält eine Bodenprobe aus lockerem, dunklem Erdreich.
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Literaturverweise

1 Vgl.: Don, Axel; Prietz, Roland: Unsere Böden entdecken – Die verborgene Vielfalt unter Feldern und Wiesen. Springer, Berlin 2019.

2 Vgl.: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): Physik in Böden. 2023.

3 Vgl.: Lange, Frank-Michael; Mohr, Hellmuth; Lehmann, Andreas; Haaff, Jürgen; Stahr, Karl: Bodenmanagement in der Praxis – Vorsorgender und nachsorgender Bodenschutz. Springer, Wiesbaden 2017.

4 Vgl.: Amelung, Wulf; Blume, Hans-Peter; Fleige, Heiner; Horn, Rainer; Kandeler, Ellen; Kögel-Knabner, Ingrid; Kretzschmar, Ruben; Stahr, Karl; Wilke, Berndt-Michael: Scheffer/Schachtschabel – Lehrbuch der Bodenkunde. 17. Auflage. Springer, Wiesbaden 2018.

5 Vgl.: Mitchell, J.K.; Soga, K.: Fundamentals of Soil Behavior. 3. Auflage. John Wiley & Sons, Hoboken 2005.

6 Vgl.: Bergaya, Faïza; Theng, Benny K.G.; Lagaly, Gerhard (Hrsg.): Handbook of Clay Science. 2. Auflage. Elsevier, Amsterdam 2013.