
Arsen im Trinkwasser – Grenzwert, Symptome, Wasseranalyse
Arsen ist ein natürlich vorkommendes Element, das besonders bei der Metallgewinnung und Verbrennung von Kohle freigesetzt wird. Arsen im Trinkwasser ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen und birgt ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko.
Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie viel Arsen in Ihrem Wasser vorkommen darf und welche Symptome möglicherweise auf eine Vergiftung hinweisen. Dieser Artikel ersetzt jedoch keine fachärztliche Beratung. Wenden Sie sich bei Symptomen unmittelbar an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.
Inhalt

Grenzwert für Arsen im Trinkwasser laut Trinkwasserverordnung
Der aktuell geltende Grenzwert für Arsen im Trinkwasser beträgt 10 Mikrogramm pro Liter (μg/L) und orientiert sich an den Empfehlungen der WHO (Stand: 11/2024). Mit der neuen Trinkwasserverordnung vom 24. Juni 2023 wurde der Grenzwert für Arsen im Wasser gesenkt. Neue Wasserversorgungsanlagen müssen ab Januar 2028 den Grenzwert von 4 Mikrogramm pro Liter (μg/L) einhalten. Für bestehende Versorgungsanlagen besteht indes eine Übergangsfrist bis Januar 2036, um die 4 Mikrogramm pro Liter (μg/L) Arsen im Wasser zu erreichen.1

Symptome einer akuten Arsenvergiftung3 4
Bei einer akuten Vergiftung treten die Symptome meist sehr schnell innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Einnahme auf. Die Schwere der Symptome hängt von der aufgenommenen Arsenmenge und der Form des Arsens ab. Eine akute Arsenvergiftung kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige medizinische Behandlung.5 Zu den Symptomen einer akuten Arsenvergiftung gehören:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Herzrhythmusstörungen

Chronische Arsenvergiftung durch unbemerkte Belastung im Wasser 6 7
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie eine chronische Arsenvergiftung zustande kommen kann. Zu den Hauptursachen zählen mit Arsen kontaminiertes Trinkwasser, häufiger Kontakt mit arsenhaltigen Erzen und Metallen sowie auch die Arbeit im Forst- und Obstanbau. Arsen kann jedoch auch durch kontaminierte Nahrungsmittel aufgenommen werden. Die Kontamination von Nahrungsmitteln erfolgt meist über Arsen im Grundwasser, welches von Pflanzen aufgenommen wird.8
Bei einer chronischen Arsenvergiftung sammelt sich über einen längeren Zeitraum Arsen im Körper an. Kleine Mengen können zwar über die Leber und Nieren entgiftet und ausgeschieden werden, durch die kontinuierliche weitere Zufuhr von Arsen wird dieser Prozess jedoch erschwert, wodurch sich das giftige Arsen im Körper ansammelt.9 Zu den typischen Symptomen einer chronischen Arsenvergiftung durch Arsen im Trinkwasser zählen:
- Benommenheit
- Depressionen
- Schlafstörungen
- Kopfschmerzen
- Haarausfall
- Krebserkrankungen
- Haut -und Nagelerkrankungen
Die Diagnose einer chronischen Arsenvergiftung gestaltet sich meist schwierig, da sich die Symptome stark mit anderen Erkrankungen überschneiden. Eine gründliche Anamnese, körperliche Untersuchung und spezifische Labortests (Blut, Urin, Haar- oder Nagelproben) sind für eine korrekte Diagnose erforderlich. Genaue Fallzahlen für akute und chronische Vergiftungen in Deutschland liegen nicht vor, da viele Fälle möglicherweise unerkannt bleiben oder fehldiagnostiziert werden.10 Weltweit sterben jedes Jahr Zehntausende Menschen an einer chronischen Arsenvergiftung.11 Beachten Sie, dass unser Artikel keine ärztliche Beratung ersetzen kann. Suchen Sie bei Symptomen unbedingt einen Facharzt auf, um die Ursache zu klären.

Arsen im Grundwasser: Besonders betroffene Gebiete in Deutschland12
Die Konzentration von Arsen im Grundwasser variiert je nach Gebiet sehr stark. In einigen Regionen Deutschlands gibt es geologische Gründe für erhöhte Arsenwerte. Dazu zählen Teile Thüringens und Nordbayerns12, der Schwarzwald, das Erzgebirge und die Eifel13 sowie einzelne Gebiete in Rheinland-Pfalz, insbesondere die Hunsrück-Südrandverwerfung14 Die Gründe für das erhöhte Aufkommen von Arsen im Grundwasser liegen in der früher starken vulkanischen Aktivität der betroffenen Gebiete sowie dem historischen Bergbau und Erzabbau.15 Dadurch gelangt in diesen Gegenden mehr Arsen in den Wasserkreislauf, was jedoch für das Trinkwasser i. d. R. keine Bedrohung darstellt, da die Wasserversorger das Trinkwasser anhand des Arsen-Grenzwertes aufbereiten. Global betrachtet sind Länder wie Bangladesch, Indien und Nepal, aber auch einige Gebiete der Länder Argentinien, Chile, Mexiko und den USA stark von Arsen im Grundwasser betroffen, wodurch die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt werden kann.16 In diesen Ländern ist die Aufklärung über die Arsenproblematik besonders essentiell. Eine Lösung ist es beispielsweise, beim Bau neuer Brunnen darauf zu achten, diese tiefer zu bohren und dadurch das Wasser unterhalb der arsenhaltigen Gesteinsschicht zu benutzen.17

Arsen im Brunnen
Da Arsen in bestimmten Gegenden häufiger vorkommen kann, ist es besonders als Brunnenbesitzerin oder Brunnenbesitzer wichtig, dies zu beachten. Je nachdem, wo sich Ihr Brunnen befindet, kann Ihr Wasser einer höheren Arsenbelastung ausgesetzt sein. Der oben genannte Grenzwert von 10 Mikrogramm Arsen pro Liter (μg/L) gilt für die öffentliche Trinkwasserversorgung - als Brunnenbesitzerin oder Brunnenbesitzer sind Sie in Deutschland in der Pflicht, selbst dafür Sorge zu tragen, dass Ihr Wasser diesen Grenzwert nicht überschreitet.18Im Falle einer Überschreitung des Grenzwertes gibt es unterschiedliche Methoden, mit denen Sie ihr Wasser aufbereiten können. Dazu zählt unter anderem die Umkehrosmose.19Bei dieser Methode wird das Arsen aus dem Wasser herausgefiltert.
Lesen Sie hier alles zum Thema Brunnenwasser filtern.
Um sicherzustellen, dass der Arsen-Grenzwert nicht überschritten wird, sollte eine regelmäßige Analyse Ihres Wassers in Form eines Wassertests für den Parameter Arsen unternommen werden.

Wasseranalyse für Arsen
Um ihr Wasser auf eine mögliche Arsenbelastung zu testen, ist eine Wasseranalyse unumgänglich. Diese empfiehlt sich besonders, wenn Sie Ihr Wasser aus einem eigenen Brunnen beziehen. Als Betreiber eines privaten Brunnens tragen Sie die Verantwortung für die Qualität Ihres Trinkwassers.
Testen Sie Ihr Wasser besonders bei Anzeichen von Veränderungen im Geschmack, im Geruch oder auch der Farbe des Wassers. Falls Sie Ihr Wasser aus einem privaten Brunnen beziehen, sind Sie jedoch verpflichtet, jährlich eine mikrobiologische Wasseranalyse durchzuführen sowie mindestens alle drei Jahre eine Analyse auf chemische und physikalische Parameter, bei welcher unter anderem auf Arsen im Trinkwasser getestet wird.20
Durch einen regelmäßigen Wassertest können Sie sicherstellen, langfristige gesundheitliche Folgen zu vermeiden und potenzielle Risiken zu identifizieren.
Um Ihr eigenes Leitungs- oder Brunnenwasser zuverlässig auf seinen Arsengehalt zu überprüfen, empfehlen wir Ihnen den eigens zu diesem Zweck entwickelten Wassertest Arsen. Für die gezielte Wasseruntersuchung nehmen Sie die Probe ganz einfach selbst mit unserem praktischen Testkit. Schicken Sie die Wasserprobe in der mitgelieferten Versandbox in unser Fachlabor und erhalten Sie nach kurzer Zeit das Ergebnis inklusive leicht verständlichem Prüfbericht online in Ihrem Kundenportal MyChecknatura.








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Quellen:
1Vgl.: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: “Arsen”. https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/wasser/grundwasserbericht_niedersachsen/grundwasserbeschaffenheit/guteparameter/erganzungsprogramm_des_nlwkn/arsen/Arsen-137642.html (zuletzt gesehen am 05.11.2024).
2Vgl.: Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom 20. Juni 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 159, S. 2).
3Vgl.: WHO – World Health Organization: „Arsen“. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/arsenic. 2022.
4Vgl.: ESPK - Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft: „Arsen im Trinkwasser ist ein hohes Gesundheitsrisiko“. https://www.eskp.de/schadstoffe/arsen-im-trinkwasser-ist-ein-hohes-gesundheitsrisiko-935653/ (zuletzt gesehen am 05.11.2024).
5Vgl.: Haas, Inga et al.: https://flexikon.doccheck.com/de/Arsenintoxikation (zuletzt gesehen am 05.11.2024).
6Vgl.: WHO – World Health Organization: „Arsen“. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/arsenic. 2022.
7Vgl.: ESPK - Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft: „Arsen im Trinkwasser ist ein hohes Gesundheitsrisiko“ https://www.eskp.de/schadstoffe/arsen-im-trinkwasser-ist-ein-hohes-gesundheitsrisiko-935653/ (zuletzt gesehen am 05.11.2024).
8Vgl.: Haas, Inga et al.: https://flexikon.doccheck.com/de/Arsenintoxikation (zuletzt gesehen am 05.11.2024).
9Vgl.: Schroeder, Claudia et al.: “Problematik, Klinik und Beispiele der Spurenelementvergiftung - Arsen”. Bioscientia Institut für Medizinische Diagnostik GmbH. https://www.gtfch.org/cms/images/stories/media/tk/tk82_3/Schroeder_Arsen_Druckfrei_Farbe_150921.pdf. 2015.
10Vgl.: Haas, Inga et al.: https://flexikon.doccheck.com/de/Arsenintoxikation (zuletzt gesehen am 05.11.2024).
11Vgl.: Priyam, Shambhavi: „Gefahr aus dem Brunnen“. https://www.mpg.de/19069142/post-aus-indien. 2021.
12Vgl.: Kürschner-Pelkmann, Frank: „Schleichende Vergiftung“. Süddeutsche Zeitung. https://www.sueddeutsche.de/leben/arsen-in-trinkwasser-schleichende-vergiftung-1.861596. 2010.
13Vgl.: Mückter, Harald: „Mörderisch und heilsam zugleich“. Pharmazeutische Zeitung. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/medizin1-43-2004/. 2004.
14Vgl.: Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz: „Bodenzustandsbericht Rheinland-Pfalz 2018“. https://mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Themen/Klima-_und_Ressourcenschutz/Bodenschutz/Bodenzustand/BZB_Birkenfeld_Bericht.pdf. 2018.
15Vgl.: Umweltbundesamt: „Arsen in Abfällen“. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2017-12-14_texte_113-2017_arsen-in-abfaellen.pdf. 2017.
16Vgl.: WHO - World Health Organization: “Arsenic in Drinking-water: Background Document for Development of WHO Guidelines for Drinking-water Quality”. Microsoft Word - Fourth Edition Arsenic final 14 June 2011.doc. 2011.
17Vgl.: UNICEF: „Sauberes Wasser in Bangladesh - dank UNICEF“. https://www.unicef.de/informieren/projekte/asien-4300/bangladesch-19362/wasser/12076 (zuletzt gesehen am 07.11.2024).
18Vgl.: Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom 20. Juni 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 159, S. 2).
19Vgl.: Kauffmann, Holger: Arsenelimination aus Grundwasser (Stuttgarter Berichte zur Siedlungswasserwirtschaft 194). München 2008. S. 49ff.
20Vgl.: Umweltbundesamt: „Gesundes Trinkwasser aus eigenen Brunnen und Quellen: Empfehlungen für Betrieb und Nutzung“. gesundes_trinkwasser_barrierefrei_mai_2013.pdf. 2013.