Gesundheitliche Probleme durch Blei im Trinkwasser

Für Menschen ist Blei ein ernstzunehmender Schadstoff und ein toxisches Schwermetall – insbesondere in der Wasserversorgung. Bleibelastungen können Nervenschäden, Nierenprobleme, Blutbildungsstörungen und Verdauungsprobleme verursachen. Außerdem gilt Blei als krebserregend. 

Durch den Konsum von Bleiwasser über einen längeren Zeitraum kommt es zu einer chronischen Vergiftung mit schwerwiegenden Folgen. Das ist umso tückischer, weil die Symptome sich in den meisten Fällen nicht sofort bemerkbar machen, sondern eher schleichend entstehen. Der Schadstoff reichert sich im Organismus an und wird in den Knochen abgelagert.

Besonders gefährlich ist Blei im Trinkwasser für Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder, denn es wirkt embryotoxisch – ist also giftig für den ungeborenen Embryo. Er nimmt das Schwermetall bereits über die Plazenta auf. Schäden im Gehirn und am Nervensystem können die Folge sein. Das erklärt, warum vor allem schwangere Frauen besonders vor einer Aufnahme von Blei geschützt werden müssen.


Welche gesetzlichen Regelungen gibt es in Deutschland zum Thema Blei im Trinkwasser?

Laut der deutschen Trinkwasserverordnung gilt für Blei ein Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Liter. Dieser Wert wurde über die Jahre schrittweise abgesenkt. Für 2023 ist eine weitere Senkung geplant.


Das Problem: Wasserversorger können die Einhaltung des Grenzwertes grundsätzlich nur bis zum Hausanschluss garantieren. Das heißt, dass das Trinkwasser auf den letzten Metern durch Materialien und Werkstoffe aus Blei, die mit dem Trinkwasser in Kontakt kommen, kontaminiert werden kann. Gesundheitsgefährdend ist das vor allem dann, wenn das Wasser längere Zeit in der Leitung gestanden hat – so zum Beispiel über Nacht.

Wie kommt Blei ins Trinkwasser und wie erkenne ich Blei im Trinkwasser?

Die häufigste Ursache für erhöhte Bleikonzentrationen im Trinkwasser sind Wasserleitungen aus Blei. Anzutreffen sind sie vor allem in älteren Gebäuden, die vor 1973 errichtet wurden. Inzwischen ist ihr Einsatz de facto verboten – doch können selbst, wenn die Rohre offiziell erneuert wurden, immer noch alte Teilstücke, Verbindungen und belastete Wasserhähne vorhanden sein, die das Leitungswasser verunreinigen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Trinkwasser mit Blei belastet ist, können Sie zunächst selbst überprüfen, ob sich Bleileitungen im Haus befinden.  

Bleileitungen erkennen Sie daran, dass Sie silbergrau und weich sind. Schon mit einem Schlüssel, einer Münze oder einem Fingernagel lassen sie sich gut einritzen. Zusätzlich gibt ein Klopftest Aufschluss darüber, ob es sich tatsächlich um ein Bleirohr handelt: Klingt die Leitung dumpf - anstatt metallisch -, haben Sie es höchstwahrscheinlich mit einem Trinkwasserrohr aus Blei zu tun. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, hat zusätzlich die Möglichkeit, sein Trinkwasser testen zu lassen.




Blei im Trinkwasser was tun?

Wurde Blei in der Wasserleitung nachgewiesen, sollte das Wasser auf keinen Fall mehr getrunken werden. Auch zum Zähneputzen oder zur Nahrungszubereitung ist es ungeeignet. Nehmen Sie stattdessen lieber Wasser aus der Flasche. Im ersten Schritt ist es wichtig, der Ursache für die Bleibelastung auf den Grund zu gehen. Im Altbau sind Wasserrohre zu erneuern – und zwar fast immer durch den Hauseigentümer. 


Wie kann man sein Trinkwasser auf Blei testen lassen?

Um Ihr Trinkwasser auf Blei testen zu lassen, haben Sie die Wahl zwischen einem einfachen Schnelltest und einer umfassenden Laboranalyse. Ein Schnelltest liefert im Zweifelsfall erste Hinweise darauf, ob eventuell noch Bleirohre in einem Haus vorhanden sind. Die meisten Schnelltests bieten Ihnen jedoch nur eine grobe Einschätzung der im Wasser vorhandenen Bleimenge und sind deshalb für Trinkwasser nur bedingt geeignet.

Wer Gewissheit haben möchte, wird um eine Laboranalyse nicht herumkommen, um zu überprüfen, ob der Grenzwert im eigenen Leitungswasser überschritten wird.

Wasseranalysen auf Blei starten bei etwa 40 Euro und sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. In der Regel nehmen Sie die Probe selbst und senden diese an ein Labor. Sie können selbst entscheiden, ob Sie Ihr Wasser lediglich auf Blei oder auf weitere Schadstoffe testen lassen möchten. Dementsprechend liegen umfangreiche Laboranalyse auf chemische Schadstoffe und Bakterien bei etwa 100 Euro.

Im Falle von Bleileitungen können Sie sich auch an das örtliche Gesundheitsamt oder die Wasserwerke wenden, um Informationen und Tipps zum weiteren Vorgehen zu erhalten. 

Im Falle eines Rechtsstreits, z.B. bei Mietwohnungen, kann die Probenahme durch einen qualifizierten Probenehmer von Vorteil sein, falls Sie die Laborergebnisse in einem gerichtlichen Verfahren als Gutachten benötigen.