Wie stark sind Fische mit Quecksilber belastet? Welche Gesundheitsrisiken drohen?
Schwermetalle wie das hochgiftige Quecksilber finden sich in unterschiedlichen Konzentrationen praktisch in allen deutschen Oberflächengewässern wie Flüssen und Seen. Auch einige Meeresgebiete sind verstärkt mit Quecksilber belastet. Dies gilt oft verstärkt für küstennahe Bereiche mit hohen Schadstoffeinleitungen. Vom Regen ausgewaschene Emissionen aus Industrieanlagen wie Kohlekraftwerken stellen für Flüsse und Seen die hauptsächliche Quelle für Quecksilberbelastungen dar. Beim Konsum von Fisch geht von Quecksilber wegen seiner hohen Toxizität im Vergleich zu den Schwermetallen Blei und Cadmium die größte Gesundheitsgefahr aus. Viele weitere Informationen zu Quecksilber in Fisch erhalten Sie in unserem nachfolgenden Ratgeber.
Inhaltsverzeichnis
Welche Grenzwerte gelten für Quecksilber in Fisch innerhalb der EU?
Nach der EU-Verordnung 2023/915 gelten für Quecksilber in Fischereierzeugnissen die folgenden Grenzwerte in mg/kg Feuchtgewicht (Auswahl an einzelnen Erzeugnissen):1
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Fischereierzeugnisse und Muskelfleisch von Fischen, Krebstiere: 0,5 mg/kg
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Muskelfleisch von Fischen (Ausnahmen)*: 1,0 mg/kg
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Muskelfleisch von Fischen (Ausnahmen)*, Tintenfische, Meeresschnecken: 0,3 mg/kg
*spezielle Regelungen siehe in der VO (EU) 2023/915 und den aktuellen Änderungsverordnungen
Zu viel Quecksilber in Thunfisch oder Schwertfisch? Gibt es Grenzwertüberschreitungen?
Insgesamt sind Grenzwertüberschreitungen für Schwermetalle bei Fisch relativ selten. So wurden bei einer Untersuchung des Instituts für Fische und Fischereierzeugnisse (Cuxhaven) im Zeitraum 2020 bis 2022 nur bei 11 von 1.299 untersuchten Proben Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Die relativ moderaten Überschreitungen traten für Quecksilber zum Beispiel in einer Thunfisch- sowie einer Schwertfischprobe auf.1
Informationen zu weiteren Schwermetallen in Fisch erhalten Sie in unserem Ratgeber „Fisch & Schwermetalle: Gesundheitsrisiken, besonders belastete Arten, Grenzwerte”.
Wie wirkt sich Quecksilber auf die Gesundheit aus?
Quecksilber ist ein Nervengift, das bei einer Einnahme von 150 bis 300 mg bereits zum Tod führen kann. Chronische Vergiftungen durch Quecksilber beeinflussen vor allem das zentrale Nervensystem und können zu Sprach-, Seh- und Hörstörungen führen. Weitere typische Symptome einer Quecksilbervergiftung sind Nierenschäden sowie Geschwüre auf der Mundschleimhaut.
Die in der EU zugelassenen Höchstwerte für Quecksilber in Fisch reichen bei ihrer Einhaltung zwar nicht aus, um eine Quecksilbervergiftung zu erleiden – allerdings sind ungeborene Kinderdurch das Nervengift besonders gefährdet. Daher rät das Bundesinstitut für Risikobewertung Schwangeren dazu, auf den Verzehr von Thunfisch(ist oft verstärkt mit Quecksilber belastet) während der Schwangerschaft zu verzichten.
Nach einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) überwiegen bei einem moderaten Fischkonsum von etwa 1 – 2 Mahlzeiten pro Woche die gesundheitlichen Vorteile gegenüber der Schadstoffbelastung. Fettreiche Fische wie Lachs, Makrele und Hering besitzen langkettige Omega-3-Fettsäuren, deren Konsum nach der DGE vermutlich das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Stoffwechselstörungen vermindert.
Vertiefende Informationen zu den allgemeinen Gesundheitsrisiken von Schwermetallen erhalten Sie in unserem Ratgeber „Schwermetalle im Körper – Gefahren, Symptome und Behandlung”
Welche Fischarten weisen hohe bzw. geringe Quecksilberbelastungen auf?
Zwar gibt es keine Fische, die komplett frei von Quecksilber sind, allerdings treten zwischenverschiedenen Fischarten erhebliche Unterschiede in der durchschnittlichen Konzentration des Schwermetallsauf. Je höher ein Fisch in der Nahrungskette steht, desto höher ist im Schnitt aufgrund der Anreicherung die Quecksilberkonzentration. Darüber hinaus ist auch die Herkunft und das Alter des Fischs relevant, da ältere Fische über einen längeren Zeitraum Quecksilber anreichern können.
Flussfische wie Forelle, Karpfen und Saibling haben einen verhältnismäßig niedrigen Quecksilbergehalt, der im Durchschnitt 20-mal geringer ist als der von Butterfischen. Nach der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit weisenButterfische und Thunfische diehöchsten Konzentrationen von Quecksilber je kg auf. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Quecksilberkonzentrationen in einigen gängigen Speisefischen:
| Fischart | Mikrogramm Quecksilber pro Kg |
|---|---|
|
Butterfisch |
677 µg/kg |
|
Thunfisch |
290 µg/kg |
|
Saibling |
33 µg/kg |
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Karpfen |
26 µg/kg |
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Lachs |
23 µg/kg |
|
Forelle |
20 µg/kg |
Der nachfolgend verlinkte Ratgeber der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) enthält unter anderem Informationen zu den Quecksilberbelastungen weiterer Fischarten sowie zu den empfohlenen Höchstverzehrmengen der einzelnen Fischarten: Quecksilber Steckbrief.
Trinkwasser auf Quecksilber testen lassen
Neben belastetem Fisch kann auch Ihr Trinkwasser eine Quelle für Quecksilber sein. Leitungswasser unterliegt bis zum Hausanschluss den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Diese schreibt einen Grenzwert für Quecksilber von 0,001 mg/l vor.2 Eine Kontamination des Leitungswassers mit Quecksilber auf den letzten Metern bis zur Entnahme durch die Hausinstallation ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich.
Allerdings ist ein Wassertest auf Quecksilber für Betreiber privater Brunnen sinnvoll, die Brunnenwasser als Trinkwasser, zur Tränkung von Tieren oder zur Bewässerung von zum Beispiel Gemüsebeeten verwenden möchten. Eine erhöhte Belastung des Grundwassers mit Quecksilber kann unter anderem durch Saatbeizmittel, Auswaschungen aus Deponien und Altlasten sowie andere industrielle Emissionsquellen auftreten.3
Mit unserem Wassertest Quecksilber kann der Quecksilbergehalt Ihres Trinkwassers sicher bestimmt werden. Die Probenahme für den Test können Sie übrigens einfach selbst vornehmen. Nach Einsendung per Post erfolgt die hochpräzise Analyse in unserem spezialisierten Partnerlabor.
Welche allgemeinen Gefahren von Schwermetallen im Trinkwasser ausgehen, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Eine unsichtbare Gefahr: Schwermetalle im Trinkwasser”.
Hier finden Sie eine von uns erstellte interaktive Karte zu Schadstoffen in Flüssen: Schadstoffe in Flüssen
✔️ Gezielt auf Quecksilber testen
✔️ Analyse im akkreditierten Fachlabor
✔️ Leicht verständlicher Ergebnisbericht
1Vgl.: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Schwermetalle in Fischen und Fischereierzeugnissen. 2025.
2Vgl.: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV), Anlage 2. 2023.
3Vgl.: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: Quecksilber. 2025.