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Wie gelangt Magnesium ins Leitungswasser?

Magnesium (Mg) zählt zu den häufigen Elementen der Erdkruste. Außerdem dient Magnesium als Düngemittel und wird bei einigen industriellen Prozessen freigesetzt. Deshalb finden sich Magnesiumverbindungen sowohl in Oberflächengewässern als auch in Grundwasser. Wie hoch die Magnesiumkonzentrationen sind, hängt unter anderem vom Vorhandensein und der Freisetzung aus den folgenden Quellen ab:

Geogene (natürliche) Vorkommen von Magnesium:

  • Gebirgsbildendes Carbonat in Calcium-Magnesiumcarbonat (Dolomit)

  • Reines Magnesiumcarbonat-Gestein (Magnesit)

  • Silikate und Tonminerale

Dolomit Nahaufnahme
Stein in Nahaufnahme

Anthropogene (vom Menschen verursachte) Einträge von Magnesium:

  • Auswaschung aus landwirtschaftlich genutzten Böden nach Magnesiumdüngung

  • Abwasser, insbesondere der Kaliindustrie

  • Einsatz von Magnesiumpulver bei Brandeinsätzen

Durch folgende Reaktionen kann Magnesium im Wasser in Lösung gehen und somit in Leitungs- und Brunnenwasser gelangen:

- Eintrag von CO2-haltigem Wasser (z. B. saurer Regen) führt zur Auflösung von   
  Calciummagnesiumcarbonat und reinem Magnesiumcarbonat-Gestein.

- Eintrag von Salpetersäure als Folge der Nitrifikation von Stickstoffverbindungen bei der
  Düngung führt ebenfalls zur Auflösung. Bei niedrigen pH-Werten werden auch Tonminerale   
  und Silikate aufgelöst
an denen Magnesium gebunden war, welches somit ins Grundwasser
  gelangt.1,2

Welche gesundheitliche Relevanz hat Magnesium?

Magnesiummangel-Symptome können sich durch Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfe zeigen. Die empfohlene tägliche Magnesiumzufuhr für einen Erwachsenen liegt bei ca. 350 mg.

Höhere Konzentrationen an Magnesium im Trinkwasser machen sich durch bitteren Geschmack bemerkbar ("Bitterwässer").

❗ Insbesondere Sportler haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium, den sie oft durch mineralstoffreiches Trinkwasser oder Nahrungsergänzungsmittel decken. Eine zu hohe Magnesiumzufuhr kann allerdings zu Durchfall führen.3,4

Wie viel Magnesium ist im Leitungswasser vorhanden?

Der durchschnittliche Magnesiumgehalt von deutschem Leitungswasser liegt etwa im Bereich von 8 – 15 mg/l. Die Magnesiumkonzentrationen können jedoch abhängig von natürlichen und menschlichen Magnesiumquellen stark variieren. So kommen auch deutlich niedrigere Magnesiumkonzentrationen von ca. 2 mg/l und relativ hohe Konzentrationen von mehr als 20 mg/l vor.

Warum gibt es in der Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert für Magnesium?

In der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) existiert für Magnesium kein Grenzwert, da Magnesium keine Verunreinigung darstellt, sondern ein lebensnotwendiger Mineralstoff ist. In den üblicherweise im Wasser vorkommenden Konzentrationen verursacht Magnesium zudem keine Gesundheitsprobleme.

Viele Mineralwässer werben mit einem idealen 2:1-Verhältnis von Calcium zu Magnesium – doch was bedeutet das?

Frau trinkt aus Wasserglas

In genau diesem Verhältnis kann Ihr Körper beide Mineralstoffe optimal aus dem Wasser aufnehmen.

So unterstützen Sie Ihre Gesundheit auf natürliche Weise – mit jedem Schluck!5

Welche praktische Bedeutung hat die Magnesiumkonzentration im Wasser?

Zusammen mit Calcium hat Magnesium als sogenannter Härtebildner einen wichtigen Einfluss auf die Wasserhärte. Wasser mit viel Calcium und Magnesium führt auch zu einer hohen Wasserhärte. Aus dieser kann wiederum eine schnelle Verkalkung von beispielsweise Wasserkochern, Espresso-Maschinen und Armaturen resultieren. Weiterhin ist bei hoher Wasserhärte in der Regel eine höhere Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln erforderlich. Die richtige Einstellung von Wasserenthärtungsanlagen (z. B. Spülmaschine) erfordert die Kenntnis der Wasserhärte.

Tipp: Die in Ihrem Versorgungsgebiet vorherrschende Wasserhärte können Sie bei Ihrem Wasserversorger erfragen. Oft ist diese auch im Onlineauftritt des Versorgers abrufbar (Wasseranalyse für Ihr Gebiet).

Viele weitere Informationen zur Wasserhärte erhalten Sie in unserem Ratgeber „Hartes Wasser – die Folgen von hartem Leitungswasser erklärt!”.

💡 Wussten Sie …

Wasser wird als magnesiumhaltig bezeichnet, wenn es mindestens 50 mg Magnesium pro Liter enthält.

Die Magnesiumkonzentration im Meerwasser beträgt durchschnittlich 1.300 mg/l.6

Sollten durch erhöhte Magnesiumkonzentrationen bzw. eine zu hohe Wasserhärte Probleme in Ihrer Wasserinstallation auftreten, finden Sie im folgenden Artikel Informationen zur Wasserenthärtung: „Wasser enthärten – sinnvoll oder überflüssig? Ein Ratgeber zu Wasserenthärtern und Wasserenthärtungsanlagen”.

Wie wird Magnesium im Labor bestimmt?

Um Magnesium im Trinkwasser zu bestimmen, sind spektroskopische Analyseverfahren möglich:

ICP-MS-Technik

Eine der Methoden zur Elementanalyse ist die ICP-MS-Technik, die speziell für die Untersuchung anorganischer Elemente entwickelt wurde. Diese Methode kombiniert induktiv gekoppeltes Plasma (ICP) mit Massenspektrometrie (MS). Das ICP erzeugt eine Hochtemperaturionenquelle, die die Probe zersetzt, zerstäubt und ionisiert. Anschließend trennt das Massenspektrometer die Elemente basierend auf ihrer Masse und Ladung und misst die Ionen gleichzeitig mit einem Massendetektor. Dadurch können Konzentrationen von niedrigen bis hohen ppm-Werten (parts per million) analysiert werden. Diese Methode ermöglicht die gleichzeitige Bestimmung von bis zu 60 Metallen und ist in der Trinkwasseranalytik weit verbreitet.

Die ICP-MS-Technik zeichnet sich durch ihre schnelle und kostengünstige Analyse aus.

Grafik des ICP-MS-Systems.

Elementanalyse mittels ICP-OES

Eine weitere verwandte Methode ist die ICP-OES-Technik, bei der induktiv gekoppeltes Plasma mit optischer Emissionsspektrometrie kombiniert wird. Hierbei wird die Probe durch Argonplasma angeregt. Diese Technik eignet sich besonders zur Bestimmung von Schwermetallen, insbesondere in Sedimenten, Gesteinen und industriellen Abfällen.7

Magnesiumgehalt im Leitungswasser bestimmen lassen 

Die von den meisten Wasserversorgern online bereitgestellten Wasseranalysen geben auch Auskunft über den Magnesiumgehalt des gelieferten Wassers. Möchten Sie trotzdem den genauen Magnesiumgehalt Ihres Trinkwassers bestimmen lassen, können wir unter anderem die folgenden Wassertests empfehlen. Im Analyseumfang der Tests ist Magnesium neben anderen wichtigen Wasserwerten als ein Parameter enthalten:

Speziell für Brunnenwasser bieten wir unter anderem den Brunnenwassertest Chemisch an.

Die Probenentnahme für unsere Wassertests können Sie mit Hilfe der enthaltenen, leicht verständlichen Anleitung ganz einfach selbst vornehmen. Anschließend senden Sie die Wasserprobe in dem beiliegenden Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit steht das Analyseergebnis in Ihrem persönlichen Bereich von MyChecknatura zum Abruf bereit.

Wie kann ich eine Wasserprobe im Labor beauftragen?

Verweise

1Vgl.: Grundwasserbeschaffenheit - LfU Bayern. (Abgerufen am 12.03.2025).

2Vgl.: W. Kölle: Wasseranalysen – richtig beurteilt, 2010, Wiley-VCH.

3Vgl.: Grundwasserbeschaffenheit - LfU Bayern. (Abgerufen am 12.03.2025).

4 Vgl. W. Kölle: Wasseranalysen – richtig beurteilt, 2010, Wiley-VCH.

5Vgl.: Trinkwasser, Mineralwasser, Tafelwasser – was sind die Unterschiede? | Verbraucherzentrale.de. (Abgerufen am 12.03.2025).

6Vgl.: W. Kölle: Wasseranalysen – richtig beurteilt, 2010, Wiley-VCH.

7Vgl.: Element (ICP-OES und ICP-MS) Bestimmung - EUROLAB (laboratuvar.com). (Abgerufen am 12.03.2025).