
Mauke beim Pferd: Das sollten Sie unbedingt wissen
Viele Pferdehalter kennen das Problem mit Mauke bei Pferden. Ob in der nassen Jahreshälfte (besonders Herbst bis Frühjahr), bei Jungpferden oder bei Pferden mit viel Fesselbehang – hier muss man sich oft mit dem Thema Mauke auseinandersetzen.
Aber was verbirgt sich eigentlich wirklich hinter dem nässenden Ekzem in der Fesselbeuge? Wir erklären Ihnen, wie Mauke beim Pferd entsteht, wie Sie sie effektiv behandeln und was Sie vorbeugend machen können.
Inhalt

Was ist Mauke?
Bei der recht häufig auftretenden Mauke handelt es sich um eine Entzündung der Haut in der Fesselbeuge des Pferdes. In den meisten Fällen tritt sie an den Hinterbeinen auf, bei Pferden mit viel Fesselbehang können auch die Fesselbeugen der Vorderbeine betroffen sein.1
Mauke kann sowohl akut als auch chronisch auftreten. Bei einem chronischen Verlauf breitet sie sich über das Bein, meist bis zum nächsten Gelenk, aus.
Die verwandte Hautinfektion Raspe wird häufig mit Mauke verwechselt. Das liegt daran, dass häufig beide Krankheiten ineinander übergehen. Raspe tritt allerdings hauptsächlich an der Rückseite des Vorderfußwurzelgelenks auf und ist durch sehr dicke Schuppenbildungen gekennzeichnet. Zudem ist sie häufiger chronisch und deutlich schwerer zu behandeln als Mauke.2

Typische Symptome für Mauke
Die entzündliche Hauterkrankung ist teilweise tückisch, da die Anfangsstadien nicht so leicht zu erkennen sind. Daher ist es für Pferdehalter wichtig, in der nasskalten Jahreszeit einen guten Blick auf die Fesselbeugen der Vierbeiner zu haben und die Symptome rechtzeitig zu erkennen.3
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Anfangsstadium: Die Haut ist leicht gerötet und haarlos. Manche Pferde zeigen erste Schmerzzeichen.
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Stadium: Die Entzündung zeigt ihre ersten starken Anzeichen. Neben der Rötung ist die Haut warm und geschwollen. Zudem haben die Pferde Stress durch den Juckreiz an dieser Stelle.
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Stadium: Die Haut zeigt erste Risse und ein schmieriges, stinkendes Wundsekret oder auch Blut treten aus. Auch bilden sich Schorf sowie Knötchen und Bläschen. Das Pferd zeigt eine deutliche Schmerzempfindlichkeit. In diesem Stadium spricht der Tierarzt schon von schwerer Mauke.
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Stadium: Die Mauke wandert von der Fesselbeuge das Bein nach oben. Dicke Krusten und Wucherungen entstehen und die Pferde haben häufig dicke Beine und einen Einschuss (Entzündung des Beines durch Bakterien).

Wie entsteht Mauke beim Pferd?
Bei der ekzematösen Hautinfektion kommen meist mehrere Faktoren zusammen, die sie entstehen lassen. So ist ein feuchtwarmes Klima in der Fesselbeuge ideal. Dies tritt überwiegend auf, wenn die Pferde vermehrt auf nassen oder auch matschigen Ausläufen stehen. Die Haut weicht auf.4
Der Matsch, schmutziges Einstreu, Urin und Kot reizen die Haut der Pferde zusätzlich und machen es den 3 häufigsten Auslösern der Mauke nun leicht, eine Entzündung der Haut zu verursachen:5
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Bakterien: Staphylococcus aureus oder Dermatophilus conglensis
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Pilze: Trichophyton equinum
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Milben: Chorioptes spp., Herbstgrasmilben
Nicht selten ist die Mauke eine Mischinfektion. Das bedeutet, dass nicht nur eine Ursache die Mauke begünstigt, sondern zwei oder auch alle drei. Das macht die Behandlung oft so schwierig und kann für einen chronischen Verlauf sorgen.6
Bei Pferden mit einem dichten Fesselbehang besteht die Gefahr für die entzündliche Hautinfektion übrigens das gesamte Jahr. Durch das dichte Haarkleid herrscht in der Fesselbeuge immer ein feuchtwarmes Klima. Daher empfiehlt es sich, den Behang häufig zu reinigen und zu pflegen.7

Mauke behandeln: Dem Pferd ideal helfen
Mauke erkennen ist das eine, Mauke behandeln das andere Essenzielle für Pferdehalter, um dem Pferd eine chronische Erkrankung zu ersparen. Dabei ist die Behandlung oft gar nicht so einfach und auch sehr langwierig. Nicht selten muss sie speziell mit dem Tierarzt abgestimmt sein, um alle Auslöser zu bekämpfen.
Die oberste Regel: Die betroffene Haut muss sauber und trocken gehalten werden. Das bedeutet, dass das Pferd auf sauberem Einstreu und möglichst nicht im Matsch stehen sollte.8
Der Fesselbehang sollte kurz gehalten werden, damit sich die Haut gut reinigen lässt und das Klima für Keime so schlecht wie möglich ist. Dann empfiehlt sich folgende, allgemeine Behandlung:9
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Tägliches Waschen mit einer milden Seife (Arztseife), um die Krusten aufzuweichen.
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Krusten vorsichtig entfernen, ohne sie abzureißen.
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Gut abtrocknen.
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Desinfizierende oder auch fettende Cremes auftragen, um die Ursachen zu bekämpfen und fernzuhalten (Zink, Betaisodona etc.).

Wann den Tierarzt zurate ziehen?
Häufig ist die „einfache Behandlung“ der Mauke beim Pferd nicht ausreichend. Denn insbesondere dann, wenn die Bakterien, Pilze und Milben sich zu sehr ausgebreitet haben, ist eine Behandlung mit speziell abgestimmten Medikamenten wichtig.
Nur durch eine Diagnostik mit Abstrichen, Abklatschpräparaten oder Biopsien kann man genau bestimmen, was die Ursache ist und welche Medikamente, wie antibiotische oder antimykotische Salben oder spezielle Waschpräparate gegen die Milben, den Pferden helfen. Werden die Ursachen der Mauke gezielt bekämpft, wird die Wahrscheinlichkeit eines chronischen Verlaufs reduziert.10
Leider sind viele Bakterien mittlerweile gegen Antibiotika resistent. Das stellt Tierärzte und Pferdehalter oft vor Herausforderungen. Daher ist Mauke wirklich nicht zu unterschätzen.

Mauke bei Pferden vorbeugen
Neben der Hygiene von Box und Auslauf sowie dem Säubern der Beine helfen Hausmittel, Mauke vorzubeugen oder im ersten Anfangsstadium schon einzugrenzen.
So empfehlen alte Stallmeister neben dem Kürzen des Fells in der Fesselbeuge diese mit Vaseline einzureiben. Damit bleibt sie trocken und geschützt. Eine Behandlung der Mauke kann mit einer „Salbe“ aus Honig (Manuka-Honig empfiehlt sich hier durch seine nachgewiesene entzündungshemmende Wirkung) und Schweineschmalz probiert werden. Die betroffene Fessel mit Kompresse und Wollbandage einwickeln.11
Auch die Fütterung kann einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Mauke beim Pferd leisten. So wird immer wieder empfohlen, die Eiweißzufuhr im Kraftfutter zu reduzieren. Zudem zeigt sich die Hautkrankheit häufig, wenn das Immunsystem des Pferdes geschwächt ist oder vor Herausforderungen steht. Besonders im Fellwechsel, bei Stress durch Umzug oder Unruhe in der Herde stehen Immunsystem und Stoffwechsel des Pferdes vor großen Herausforderungen und Bakterien können leichter die Hautbarriere durchdringen. Hier können Pferdehalter ihre Tiere durch Futterzusätze wie Zink, Biotin oder Kräutersäfte zur Entgiftung unterstützen. Eine Beratung durch einen Fachmann ist hier empfehlenswert.12

Fazit: Pferde mit Mauke unbedingt behandeln
Entsteht Mauke, ist es essenziell, diese schnellstmöglich zu behandeln. Dabei ist es hilfreich, gemeinsam mit einem Fachmann herauszufinden, welche Faktoren die Mauke auslösen. Dabei ist die Haltung der Pferde der erste Punkt, den es zu überprüfen gilt. Steht das Pferd trocken und sauber? Besonders in der nasskalten Jahreszeit ist dies ausschlaggebend. Eine durch Nässe aufgeweichte Haut bietet keine Schutzbarriere gegen Keime. Hier hat die Hautkrankheit leichtes Spiel.
Da sich Matsch und Co. im Winter kaum vermeiden lassen, ist es wichtig, dass Pferdehalter ein wachsames Auge auf die Beine ihrer Pferde haben, um schon die beginnende Mauke einzugrenzen. Ist es doch zu einem größeren Befall mit der Hauterkrankung gekommen, ist Rat von Tierärzten und eine abgestimmte Behandlung essenziell für das Wohlergehen des Pferdes.

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Quellen:
1 Vgl.: Deutsche Reiterliche Vereinigung e. V. (FN): Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 4, FN Verlag, 2021, S. 208.
2 Vgl.: Dr. Groth, Tierarztpraxis: Mauke beim Pferd, 13.01.2023 (zuletzt gesehen 28.02.2025)
3 Vgl.: equicrown.de: Pferdekrankheit „Mauke“ - Ursachen, Symptome und Behandlung, (zuletzt gesehen 28.02.2025).
4 Vgl.: Dr. Groth, Tierarztpraxis: Mauke beim Pferd, 13.01.2023 (zuletzt gesehen 28.02.2025).
5 Vgl.: a. a. O.
6 Vgl.: equicrown.de: Pferdekrankheit „Mauke“ - Ursachen, Symptome und Behandlung, (zuletzt gesehen 28.02.2025).
7 Vgl.: a. a. O.
8 Vgl.: Gohl, Christiane, Was der Stallmeister noch wusste, Kosmos Verlag, 2022, S.122 f.
9 Vgl.: Dr. Groth, Tierarztpraxis: Mauke beim Pferd, 13.01.2023 (zuletzt gesehen 28.02.2025).
10 Vgl.: a. a. O.
11 Vgl.: Gohl, Christiane, Was der Stallmeister noch wusste, Kosmos Verlag, 2022, S.122 f.
12 Vgl.: Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand, Mauke - das Fesselekzem, 2022, (zuletzt gesehen 28.02.2025).