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Diabetes beim Pferd: Was bedeutet das?

Pferde benötigen Zucker, um Energie für ihre Muskulatur und Stoffwechselvorgänge zu haben. Diese nehmen sie über Gras, Heu und auch Kraftfutter auf. Während der Verdauung wird der Zucker aus der Nahrung in Glucose umgewandelt. Diese kann im Blut besser im Körper transportiert werden. 

Manchmal dauert dies etwas länger, da der Darm zur Zuckergewinnung aus Heu und Gras Cellulose und Pektin aufspalten muss. Diese kann im Blut besser im Körper transportiert werden. Das Pferd hat so bei einer artgerechten Haltung mit bedarfsgerechter Fütterung im Grunde immer genug Energie zur Verfügung. 
Wenn Sie wissen möchten, wie eine artgerechte Haltung heute aussieht, lesen Sie gern unseren Ratgeber „Haltung von Pferden: Was ist pferdegerecht?“. 

Die Glucose wird in Muskulatur, Fettgewebe und auch in der Leber für Stoffwechselprozesse gespeichert. Das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin hilft bei der Aufnahme. Je mehr Glucose sich im Blut befindet, desto mehr Insulin wird produziert. Dauerhaft hohe Mengen von Zucker im Blut und der dadurch entstehende hohe Insulinspiegel desensibilisieren die Körperzellen für Insulin. Blutzucker und Insulinproduktion bleiben hoch und es entsteht ein Teufelskreis. Dieser wird Insulinresistenz oder auch Diabetes II genannt. 4

Fütterungsbedingte Ursache nur teilweise als Auslöser für Pferde

Dass Diabetes beim Pferd allein eine fütterungsbedingte Ursache hat, ist allerdings in den seltensten Fällen so. Nicht jedes Pferd, das übergewichtig ist, bekommt Diabetes. Die meisten Pferde mit Diabetes Type II haben eine andere Grunderkrankung als Ursache. 

So selten wie die Fütterung als Ursache sind ein Tumor an der Nebennierenrinde oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse Auslöser für die Insulinresistenz. 

Deutlich häufiger ist die Zuckerkrankheit des Pferdes eine Begleiterkrankung bei Stoffwechselerkrankungen. So kann sie bei dem Cushing-Syndrom des Pferdes auftreten. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung der Hirnanhangsdrüse, die eine Kettenreaktion im Hormonhaushalt der Pferde auslöst, u. a. in der Insulinproduktion. 

Erfahren Sie mehr über Cushing und seine Auswirkungen in unserem Ratgeber „Cushing-Syndrom Pferd: Was steckt hinter ECS, PPID oder auch ECD?“. 6 

Fälschlicherweise wird die häufigste Ursache für Diabetes beim Pferd gleichgesetzt mit der Zuckerkrankheit. Aber auch beim Equinen Metabolischen Syndrom ist Diabetes „nur“ eine Begleiterkrankung, die aber fast immer auftritt. Das Metabolische Syndrom beim Pferd wird durch Haltungs- und Fütterungsfehler sowie die genetische Veranlagung dazu ausgelöst. 

Wenn Sie mehr über EMS, seine Symptome und Behandlung wissen möchten, erfahren Sie alles Wichtige in unserem Ratgeber „EMS: Pferd mit Equinem Metabolischem Syndrom erkennen und behandeln“. 7 

Gut zu wissen: Oftmals heißt es, dass unsere Pferde einen Selenmangel haben. Das ist aber ein sehr seltener Fall. Eine Ergänzung von Selen kann zu einem Überschuss im Gewebe führen, was die Aufnahme von Zucker in die Zellen stört und so zu einer Insulinresistenz führen kann.

Es ist also nicht sinnvoll, einfach nach Belieben Zusatzfutter zu verwenden. Besser ist es, immer zu prüfen, ob ein „Zuviel“ oder „Zuwenig“ vorliegt. Hier kann zum einen ein Bluttest beim Tierarzt Aufschluss darüber geben, was an Nährstoffen fehlt oder im Überschuss vorhanden ist. Ein Blutbild zeigt allerdings nur den aktuellen Mineralstoffstatus am Tag der Probenentnahme. 

Der Test „Haarmineralanalyse: Haaranalyse für Ihr Pferd“ bildet dagegen die Versorgung über mehrere Wochen oder Monate ab. Denn die Probe kommt von dem Ort, an dem die Nährstoffe in richtiger Menge vorhanden sein sollten. Sie eignet sich daher besonders zur Erkennung eines Mangels oder Überschusses und hilft Ihnen zu erkennen, welche Ergänzungen beim Futter wirklich notwendig sind. 

Übergewicht und Pferderassen 

Wie bereits erwähnt, bekommen dicke Pferde nicht automatisch Diabetes. Besondere Aufmerksamkeit ist gefragt, wenn Ihr Pferd Fettpolster am Mähnenkamm, über den Augen oder an der Kruppe hat. Diese sind auch typisch für Cushing und EMS. Hier wäre ein Check durch den Tierarzt eine gute Idee.
 
Diabetes beim Pferd findet sich bei allen Rassen und Altersklassen. Robustrassen wie Fjordpferde, Haflinger oder Shetlandponys sind häufiger betroffen, da sie oft zu viel Futter bekommen und zu wenig Bewegung haben. Sie sind von Natur aus auf raue, futterarme Winter ausgerichtet und bekommen oft zu viel Rau- und Kraftfutter. Es bedeutet aber nicht, dass jedes Pferd einer Robustrasse Diabetes bekommt. Der genetische Aspekt bleibt hier immer noch der größte Faktor. 10

Das sind die Symptome bei Insulinresistenz bei Pferden

Diabetes Typ 2 zeigt sich nicht ausschließlich damit, dass die Pferde etwas runder sind, ganz im Gegenteil. Viele Pferde verlieren Gewicht. Die meisten Symptome sind zudem sehr unspezifisch und damit der Grund, warum die Insulinresistenz so spät erkannt wird. Bei folgenden Symptomen ist es empfehlenswert, einen Tierarzt zu Rate zu ziehen: 11,12

  • Erhöhte Wasseraufnahme 
  • Häufiges Wasser lassen 
  • Stumpfes Fell 
  • Gestörter Fellwechsel 
  • Häufige Infektionen 
  • Koliken 
  • Hufrehe. 

Insulinresistenz des Pferdes: Diagnose und Behandlung

Ein übergewichtiges Pferd auf der Wiese.

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Pferd unter Diabetes leidet, suchen Sie Rat bei dem Tierarzt Ihres Vertrauens. Dieser wird Blut und Urin untersuchen (Blutzucker und Insulin sowie Zucker im Urin). Zudem werden Tests zu Cushing und EMS gemacht. 13

Die Behandlung richtet sich dann vordergründig nach der Grunderkrankung. So helfen Cushing-Medikamente, Schmerzmittel oder Mittel gegen Parasiten (Bauchspeicheldrüsenentzündung häufig durch Parasiten ausgelöst). Manchmal muss bei der Insulinresistenz Insulin gegeben werden. Hier ist eine engmaschige Blutuntersuchung wichtig, da eine Unterzuckerung lebensgefährlich werden kann. 14

Einen besonderen Stellenwert hat das Futtermanagement. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion ein entscheidender Faktor. Zudem gilt für alle Pferde: 15

  • Kraftfutter und Ergänzungsfuttermittel ohne Zuckerzusätze füttern. 
  • Mehrere kleine Futterportionen – auch Raufutter – über den Tag verteilt füttern. 
  • Fruktanreiche Wiesen meiden (Achtung: kurzes Gras enthält mehr Fruktan, also Zucker, als lang gewachsenes, etwa 30 cm langes Gras). 
  • Weidegänge nicht am frühen Abend oder Morgen (hier produziert Gras besonders viel Fruktan). 
  • Ausreichend Bewegung und Training, um die Energie des Futters entsprechend zu verwerten. 

Extra-Tipp: Mariendistel, Birkenblätter und Brennnesseln haben einen positiven Einfluss auf Leber und Nieren und helfen beim Entgiften, was bei zu hohem Blutzucker und viel Insulin im Blut unterstützen kann. Ein Fachmann kann Sie dazu beraten. 16

Die Prognose bei Diabetes richtet sich hauptsächlich nach der Prognose der Grunderkrankung. Cushing und EMS sind behandelbar, aber nicht oder nicht komplett heilbar. Trotzdem bessern sich die Symptome und manchmal verschwindet die Insulinresistenz auch wieder. 17

Fazit: Diabetes hängt primär mit Stoffwechselerkrankungen zusammen

Haben Pferde Diabetes, so ist eine Stoffwechselerkrankung wie Cushing und EMS als Ursprung am wahrscheinlichsten. Das macht es auch so schwierig für Sie als Pferdehalter, etwas vorbeugend für Ihr Pferd zu tun. Gerade Cushing können Sie nicht beeinflussen. 

Die Wohlstandskrankheit EMS können Sie weitestgehend umgehen, indem Sie auf die Ernährung und Bewegung Ihres Pferdes achten. Angepasste Fütterung von Robustrassen, sowie Ernährung, die an die Bewegung (frei, sowie im Training) des Pferdes angepasst ist, sind essentiell. 

Allgemein gilt: Eine pferdegerechte Haltung, angepasst an die Bedürfnisse Ihres Pferdes, sowie regelmäßige Kontrollen durch Ihren Tierarzt können Erkrankungen wie Diabetes mellitus vermeiden. 

Quellen: 

1 Vgl.: Dr. Sitzenstock, Patricia: Diabetes beim Pferd20.03.2025, abgerufen am 26.02.2026. 

Vgl.: a.o.O. 

3 Vgl.: sanoanimal.de: Diabetes bei Pferden - was steckt dahinter?abgerufen am 26.02.2026. 

4 Vgl.: Dr. Sitzenstock, Patricia: Diabetes beim Pferd20.03.2025, abgerufen am 26.02.2026. 

5 Vgl.: Tiermedizinportal: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beim Pferdabgerufen am 26.02.2026. 

6 Vgl.: a.o.O. 

7 Vgl.: pferde.de: Diabetes: 7 Fakten zur Zucker-Krankheit16.08.2022, abgerufen am 26.02.2026. 

8 Vgl.: sanoanimal.de: Diabetes bei Pferden - was steckt dahinter?abgerufen am 26.02.2026. 

9 Vgl.: Dr. Sitzenstock, Patricia: Diabetes beim Pferd20.03.2025, abgerufen am 26.02.2026. 

10 Vgl.: a.o.O. 

11 Vgl.: pferde.de: Diabetes: 7 Fakten zur Zucker-Krankheit16.08.2022, abgerufen am 26.02.2026. 

12 Vgl.: Dr. Sitzenstock, Patricia: Diabetes beim Pferd20.03.2025, abgerufen am 26.02.2026. 

13 Vgl.: Tiermedizinportal: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beim Pferdabgerufen am 26.02.2026. 

14 Vgl.: pferde.de: Diabetes: 7 Fakten zur Zucker-Krankheit16.08.2022, abgerufen am 26.02.2026. 

15 Vgl.: Dr. Sitzenstock, Patricia: Diabetes beim Pferd20.03.2025, abgerufen am 26.02.2026. 

16 Vgl.: pferde.de: Diabetes: 7 Fakten zur Zucker-Krankheit16.08.2022, abgerufen am 26.02.2026. 

17 Vgl.: Tiermedizinportal: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beim Pferdabgerufen am 26.02.2026.