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Fell als Zeichen für den Gesundheitszustand der Pferde

Das Fell des Pferdes ist nicht nur die äußere „Schutzschicht“, sondern auch der Indikator für die Gesundheit. Ein gesundes Pferd hat, ganz gleich zu welcher Jahreszeit, ein seidig glänzendes, glattes Fell. Das gesunde Fellwachstum zeichnet sich durch ein gleichmäßiges Haarkleid, ohne kahle Stellen und ohne Schuppen aus. So ist das Pferd vor Witterung, Sonnenbrand, und Insekten wie FliegenBremsen und anderen geschützt. Die Haut bildet dazu eine Schutzbarriere vor Krankheitserregern.1

Ist das Fell stumpf, schuppig, hat es kahle Stellen oder wächst es unregelmäßig, ist die Haut weniger geschützt. Nicht nur, dass die Beschaffenheit des Fells schon ein Anzeichen eines gesundheitlichen Problems ist, auch ist die Gefahr für weitere Infektionen und Parasitenbefall groß.2

Hungerhaare beim Pferd sind ebenfalls ein Warnsignal, dass etwas nicht in Ordnung ist. Oft werden sie erst während des Fellwechsels oder danach erkannt. So erkennen Sie Hungerhaare:3

  • Befinden sich häufig an Bauch, Flanke, Beinen, Hals, Brust und Ganasche 
  • Fallen nicht aus, im Gegensatz zum tatsächlichen Winterfell 
  • Sind dicker, strohig und auch deutlich länger als das übrige Fell 
  • Treten häufig mit dem Winterfell auf. 
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Schuppen und langes Haarkleid nicht normal: Ursachen fürs Hungerhaar beim Pferd

Hungerhaare lassen immer darauf schließen, dass das Pferd Probleme mit seinem Stoffwechsel hat. Diese Problematiken können aus schlechter Haltung, unpassender Fütterung und verschiedenen Erkrankungen resultieren. Sie fallen besonders erst dann mit dem Wechsel des Winterfells auf, weil der Körper des Pferdes sehr viel Energie und Nährstoffe benötigt und der Stoffwechsel sehr beeinträchtigt wird. Herrscht ein Nährstoffmangel im Körper oder hat das Pferd Stoffwechselerkrankungen, fällt das mit der Bildung von Hungerhaaren auf.4 

Gut zu wissen: Der Name „Hungerhaare“ hat nichts damit zu tun, dass das Pferd Hunger hat, sondern dass etwas in seiner Ernährung fehlt.

1. Futter enthält zu wenig Nährstoffe: Störung im Fellstoffwechsel
Das Pferd benötigt für Haut, Haare und Hufe eine Reihe von Nährstoffen, gelegentlich, wie beim Wechsel des Fells, auch mehr als sonst. So kann etwa eine Eiweißunterversorgung Hungerhaare wachsen lassen. Ebenfalls der Mangel an: 

  • Zink 
  • Selen 
  • Kupfer 
  • Vitamin A und E 
  • Biotin

Auch Futter, wie Heu, das zu wenig Nährstoffe enthält oder gar Schimmel enthält, kann zur Unterversorgung beitragen.

2. Hungerhaare als Symptom für Stoffwechselerkrankungen 
Pferde, die ausreichend qualitativ hochwertiges und nährstoffreiches Futter bekommen, können bei Stoffwechselerkrankungen die wichtigen Inhaltsstoffe nicht aufnehmen und das Symptom „Hungerhaar“ zeigt sich. Diese Erkrankungen können sein: 

3. Risikogruppen, Stress, Haltungsfehler 
Neben unzureichenden Nährstoffen im Futter können auch Bewegungsmangel, unpassende oder nicht artgerechte Haltung und Stress (Rangordnung, nicht genug Futterplätze, unpassendes Equipment) Auslöser für einen schlechten Stoffwechsel sein. 
 
Tatsächlich gibt es aber auch Risikogruppen, die anfälliger sind oder bei denen die Hungerhaare und der damit gekennzeichnete Mangel spät erkannt werden: 

  • Tinker, Haflinger, Isländer: Dichtes und z. T. langes Fell lässt die Hungerhaare erst 
    im Fellwechsel sichtbar werden. 
  • Senioren: Verlangsamter Stoffwechsel und Verdauung sorgen für eine schlechtere 
    Nährstoffaufnahme. 
  • Kranke Pferde: Gerade KolikHufrehe oder Parasiten sorgen für eine verminderte 
    Versorgung mit Nährstoffen oder sind der Auslöser dafür.⁸ 

Wichtig: Hungerhaare sind, sobald sie entdeckt werden, immer ein Fall für den Tierarzt! Als Zeichen einer Erkrankung oder eines Mangels sollte die Ursache zur Gesunderhaltung des Pferdes ermittelt werden. 

Gefahrenpotenzial-Icon

Hungerhaare: Das können Sie tun

Zeigt das Pferd Hungerhaare, ist ein Blutbild durch den Tierarzt ratsam. Dabei kann festgestellt werden, welche wichtigen Nährstoffe dem Pferd fehlen. Zudem kann durch spezielle Tests, wie den ACTH-Test beim ECS, herausgefunden werden, ob eine Erkrankung den Mangel ausgelöst hat. Die entsprechende Krankheit wird mit Medikamenten durch den Tierarzt behandelt.9

Eine Hand striegelt ein Pferd mit Hungerhaaren.

Liegt ein Nährstoffmangel durch unzureichende Zufuhr über das Futter vor, hilft ein kritischer Blick auf die Fütterung. Eine Heuanalyse kann beispielsweise helfen, zu wissen, ob es genug Nährstoffe liefert und ob es frei von Schimmel u. Ä. ist. Auch ein Blick auf die Futterration und darauf, welches Futter das Pferd bekommt, kann Aufschluss darüber geben, an welcher Stelle es zu einem Mangel kommt. Häufig ist es empfehlenswert, Mineralien und Spurenelemente zu supplementieren.10


Es ist allerdings nicht sinnvoll, diese einfach nach Belieben durch Zusatzfutter zu ergänzen. Neben dem Bluttest beim Tierarzt gibt eine Haarmineralanalyse, Aufschluss darüber, was wirklich fehlt und was sinnvoll ist, Ihrem Pferd bei Hungerhaaren und entsprechendem Mangel oder Krankheit hinzuzufüttern. Vorteil einer Haarmineralanalyse: Ein Blutbild zeigt nur den aktuellen Mineralstoffstatus am Tag der Probenentnahme. Die Haarmineralanalyse bildet dagegen die Versorgung über mehrere Wochen oder Monate ab, denn die Probe kommt von dem Ort, an dem die Nährstoffe in richtiger Menge vorhanden sein sollten. Sie eignet sich daher besonders zur Erkennung eines Mangels. 

Ein kritischer Blick auf die Haltung und das Stresslevel ist ebenfalls sinnvoll. Dabei ist es wichtig festzustellen, ob das Pferd genügend Bewegung und Ruhephasen, soziale Kontakte und Schutz vor Nässe und Zugluft hat. Ebenfalls ist die regelmäßige Fellpflege ein wichtiger Faktor. Tägliches Putzen fördert die Durchblutung der Haut und damit das Fellwachstum. Besonders im Fellwechsel hilft es Pferden, das lose Fell loszuwerden. Zudem fällt Ihnen viel schneller auf, ob es Veränderungen bei Haut und Fell gibt. Es ermöglicht Ihnen, schneller einzugreifen, wenn etwas nicht stimmt.11

Richtige Handhabung Icon

Fazit: Veränderungen beim Fell ernstnehmen

Hungerhaare sind ein wichtiges Symptom, das Ihnen zeigt, dass Ihr Pferd ein ernsthaftes Problem bei der Aufnahme von Nährstoffen hat. Es kann sein, dass die langen, strohigen Haare darauf hinweisen, dass Ihr Pferd weniger Eiweiß, Zink, Selen oder Vitamine bekommt, als es benötigt. Das kann daran liegen, dass sein Futter dies nicht ausreichend liefert oder aber ein Stoffwechselproblem durch eine Erkrankung vorliegt. 

Ein Tierarzt kann mit Ihnen auf Ursachenforschung gehen und Ihnen helfen, damit Ihr Pferd mehr Wohlbefinden bekommt und seine Gesundheit nachhaltig unterstützt wird. 

Quellen: 

¹ Vgl.: Krämer.de: Was sagt das Fell über den Gesundheitszustand deines Pferdes aus?, abgerufen am 27.11.2025. 

² Vgl.: a.o.O. 

³ Vgl.: squeed.de: Alarmsignal Hungerhaare - Stoffwechselstörungen beim Pferd frühzeitig erkennen, 07.06.2023, abgerufen am 27.11.2025. 

⁴ Vgl.: clipmyhorse.tv, Schimmelpfennig, Nele: Hungerhaare beim Pferd: Alarmsignal?, abgerufen am 27.11.2025. 

⁵ Vgl.: Krämer.de: Was sagt das Fell über den Gesundheitszustand deines Pferdes aus?, abgerufen am 27.11.2025. 

⁶ Vgl.: squeed.de: Alarmsignal Hungerhaare - Stoffwechselstörungen beim Pferd frühzeitig erkennen, 07.06.2023, abgerufen am 27.11.2025. 

⁷ Vgl.: clipmyhorse.tv, Schimmelpfennig, Nele: Hungerhaare beim Pferd: Alarmsignal?, abgerufen am 27.11.2025. 

⁸ Vgl.: a.o.O. 

⁹ Vgl.: Dr.med.vet. Dülffer-Schneitzer: Pferde Gesundheitsbuch, FN Verlag, 5. Auflage 2024, S. 379 ff. 

¹⁰ Vgl.: clipmyhorse.tv, Schimmelpfennig, Nele: Hungerhaare beim Pferd: Alarmsignal?, abgerufen am 27.11.2025. 

¹¹ Vgl.: a.o.O.