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Eine Lahmheit beim Pferd erkennen

Eine Lahmheit ist eine Veränderung im Gangbild des Pferdes, das Tier wirkt aus dem Takt. Der Taktverlust kommt durch Schmerzen, die durch eine Störung im Bewegungsapparat verursacht werden. Schnell Lahmheiten bei Pferden erkennen, ist daher unerlässlich, um ihnen Leiden zu ersparen. 

Ausgelöst werden können diese Schmerzen durch eine gestörte Funktion der Beine, der Wirbelsäule oder der Muskulatur. Nicht immer ist diese Abweichung eine traumatische Verletzung. Auch Erkrankungen von Knochen, Knorpel, Gelenken, Sehnen und Bändern sowie Infektionskrankheiten können die Ursache sein.1 

Häufig treten Lahmheiten beim Pferd plötzlich und ohne Vorzeichen auf. Gelegentlich, gerade bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose, kommen sie schleichend mit einer gewissen Steifheit im Bewegungsablauf der Pferde oder auch Unwilligkeit.2

Zu erkennen ist eine Lahmheit besonders durch auffällige Bewegungen von Hals und Kopf oder von der Kruppe. Das Pferd fällt auf das gesunde Bein, um das kranke Bein möglichst schnell zu entlasten. Dabei nickt das Pferd auffallend mit dem Kopf oder die Kruppe senkt sich beim gesunden Bein tiefer als beim erkrankten Bein. Hier spricht der Tierarzt von der Stützbeinlahmheit. Sie tritt am häufigsten auf, besonders dann, wenn Knochen, Gelenke, Hufe oder die Beugesehnen betroffen sind. Sie ist deutlich auf hartem Boden zu erkennen. 

Zudem kann die etwas seltenere Hangbeinlahmheit auftreten. Dabei hat das Pferd Schmerzen beim Vorschwingen der jeweiligen Gliedmaße. Das Bein wird so kurz wie möglich nach vorn gesetzt. Das Nicken vom Kopf und das Absenken der Kruppe treten auch hier auf. Sie zeigt sich bei Erkrankungen von Muskeln, Strecksehnen, Schleimbeuteln oder generell im oberen Bereich des Beines. Deutlich ist sie auf weichem Boden zu erkennen. 

Tatsächlich gibt es auch gemischte Lahmheiten, wenn es bereits zu einer Überlastung der gesunden Gliedmaßen durch die erkrankten gekommen ist. Dabei sieht der Tierarzt sowohl eine Unregelmäßigkeit beim Aufsetzen als auch beim Vorschwingen. 

Und eine weitere Form der Lahmheit eines Pferdes ist bekannt: die intermittierende Lahmheit. Dabei spricht der Fachmann von einer chronischen oder wiederkehrenden Lahmheit. Sie zeigt sich bei Arthrose oder Befall mit Parasiten, wie dem Blutwurm.3

Weitere Anzeichen für eine Lahmheit sind:

  • Gewichtsverlagerung im Stehen auf das gesunde Bein 
  • Aufsetzen der Hufspitze (Schildern) 
  • Schonhaltung (Pferd steht auffällig anders als sonst) 
  • Stolpern 
  • Unwilligkeit, eine höhere Gangart zu gehen 
  • Probleme bei Wendungen 
  • Schwellungen, Wärme und Rötungen 

Die meisten Pferde sind einmal in ihrem Leben lahm, ganz egal, ob sie Sport- oder Freizeitpferde sind. Es ist ein deutliches Zeichen von Schmerzen, wenn ein Pferd lahmt, und nicht einfach eine grundlose Störung im Gangbild. Die Sorge eines Pferdebesitzers ist nicht zu Unrecht, je nachdem, wie stark das Pferd eine Lahmheit zeigt, genauso groß wie bei einer Kolik

Wir schauen einmal genau hin, was es bedeutet, wenn Lahmheiten beim Pferd auftreten, und was Sie dann für Ihr Pferd machen können. 

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Ursachen für Lahmheiten beim Pferd

Die Ursachen einer Lahmheit bei Pferden sind vielfältig. Von der Wirbelsäule, über Muskeln, Gelenke bis zum Huf kann jede Struktur im Bewegungsapparat des Pferdes zum Humpeln führen. Auch Infektionskrankheiten können der Auslöser sein. Im Folgenden schauen wir uns die häufigsten Ursachen an: 

  1. Verletzungen der Sehnen 
    Sie zählen zu den häufigsten Ursachen. Eine Überlastung, ein Fehltritt auf der Weide oder ein Unfall führen zu dieser Art von Verletzung. 
  2. Hufprobleme 
    Ein Fremdkörper, Hufgeschwüre, Strahlfäule oder Hornsäulen können zu Schmerzen in den Hufen beim Pferd führen. 
  3. Gelenkprobleme 
    Überlastung, Verschleiß, Übergewicht oder Fehlbelastungen sind hier häufig der Auslöser. Erkrankungen wie Arthrose, Spat und andere entzündliche Erkrankungen der Gelenke zeigen sich hier besonders oft. 
  4. Traumata der Muskulatur und Knochen 
    Ein Sturz oder ein Konflikt in der Herde kann zu Zerrungen, Prellungen und Verspannungen der Muskulatur oder im schlimmsten Fall zu Knochenbrüchen führen. 
  5. Probleme der Wirbelsäule 
    Verspannung der Muskulatur entlang des Hals- und Rückenbereichs sowie Fehlstellung der Wirbelsäule (Kissing Spines) oder im Iliosakralgelenk (ISG) sind hier Auslöser von Taktunreinheiten und Schmerzen. 
  6. Neurologische Erkrankungen 
    Entzündungen oder andere Auslöser (genetisch), die das Nervensystem beeinträchtigen, führen ebenfalls zu einer Taktunreinheit oder auch Ataxie. 
  7. Infektionen oder Vergiftungen 
    Besonders Borreliose oder Borna sind bekannt dafür, dass sie eine Lahmheit auslösen. Aber auch Herpes (EHV-1) oder eine Vergiftung durch Giftpflanzen gelten als Auslöser. Das liegt daran, dass Giftstoffe oder Erreger zu Entzündungen in Gelenken und Sehnen führen können.5
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Das können Sie bei Schmerzen des Pferdes tun

Zeigt ihr Pferd eine Lahmheit, ist es wichtig, seine Bewegung möglichst einzuschränken: kein Reiten, wenn möglich Boxenruhe oder Separierung von der Herde. Ein weicher und rutschfester Untergrund kann schon für ein wenig Entlastung sorgen. Zudem ist es sinnvoll, auch für die Diagnose beim Tierarzt, genau zu prüfen, wie sich das Pferd bewegt und was anders ist als sonst.6

Prüfen Sie, ob Ihr Pferd irgendwo am Körper Verletzungen, Schwellungen oder warme Bereiche hat. Betrachten Sie dabei auch die Hufe und ggf. den Beschlag. Warme Hufe durch eine Erkrankung, einen frischen Beschlag oder ein verlorenes Hufeisen können auch Auslöser sein.Bei Schwellungen ist das Kühlen hilfreich und bei Verletzungen ein Druckverband. Der Tierarzt sollte trotzdem umgehend informiert werden.8 

Es gibt immer wieder unterschiedliche Empfehlungen, wann bei einer Lahmheit ein Tiermediziner kontaktiert werden sollte. Bei offensichtlichen Traumata ist es immer notwendig, einen Fachmann dazuzuholen. Ansonsten empfehlen wir: Lieber einmal mehr den Tierarzt verständigen als zu wenig. Schmerzen sollten immer ernst genommen werden. 

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Diagnose durch Tierarzt bei Taktunreinheiten

Die Diagnose beim Tiermediziner kann sehr minimalistisch, aber auch sehr aufwendig sein, je nachdem, was die Ursache für die Lahmheit ist. Neben einem Vorbericht von Ihnen über:

  • Vorerkrankungen 
  • Beschlag 
  • Haltung/Fütterung 
  • Harn- und Kotabsatz 
  • Auffälligkeiten, die Ihnen einfallen 

wird er sich das Pferd im Schritt und Trab vorführen lassen, auch gern an der Longe. Enge Wendungen und die Beugeprobe (Bein wird angewinkelt hochgehalten, danach soll das Pferd lostraben) gehören ebenfalls dazu. Hufe und Beine und Gelenke werden sorgfältig von dem Fachmann abgetastet und auf Verletzungen, Schwellungen, Schmerzreaktionen, Temperatur und Pulsation geprüft. Findet sich dort nichts, wird der Rest des Körpers untersucht.9

Ist nicht eindeutig zu erkennen, wo im Bein der Schmerz sitzt, kann ein sogenanntes „Abspritzen“ notwendig sein. Dabei wird das Bein von unten nach oben anästhesiert, bis der Schmerz ausgeschaltet ist. Bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall sind in der Diagnostik keine Seltenheit, besonders wenn Knochen, Gelenke und Sehnen betroffen sind. Nur dann lässt sich der Schaden oder die Erkrankung genauer definieren. 

Auch weitere moderne bildgebende Verfahren wie Angiografie (für Blutgefäße), Thermografie (kleinste Temperaturunterschiede) oder Szintigrafie (erkranktes Gewebe durch Radionuklide sichtbar machen) können notwendig sein, wenn das Pferd aufgrund eines uneindeutigen Auslösers lahmt.10

Eine klinische Untersuchung kann notwendig sein, wenn Infektionen nicht ausgeschlossen werden können. Dabei werden Blut und/ oder Gelenkflüssigkeit, selten auch Nervenwasser, entnommen.11

Auch teilt der Tiermediziner die Lahmheit in unterschiedliche Schweregrade ein, was ihm bei der Diagnose helfen kann:12

  1. Stufe: schwach sichtbar, sowohl im Schritt als auch im Trab 
  2. Stufe: gering, aber klar sichtbar, besonders in Wendungen oder auf gebogenen Linien 
  3. Stufe: klar sichtbar, bereits auftretende Ausweichbewegungen 
  4. Stufe: schwere Lahmheit mit eingeschränkter Belastung des Beines und Taktveränderung 
  5. Stufe: Bein wird völlig entlastet, im Höchstfall setzt nur die Zehenspitze auf, Bewegung wird verweigert. 
Pferdehufe in Bewegung.
Sofortmaßnahmen-Icon

Behandlung der Pferde je nach Auslöser

Da die Lahmheit ein Symptom für die eigentliche Verletzung oder Erkrankung ist, richtet sich die Behandlung nach dem Auslöser. Sie erfolgt auf Anweisung des Tierarztes und erfordert gelegentlich viel Geduld, bis die Erkrankung oder Verletzung ausgeheilt ist. 

Am wichtigsten sind entsprechende Medikamente (Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Antibiotika etc.), Ruhe und ggf. angepasste Bewegung. 

In manchen Fällen können eine OP, entsprechende Hufbearbeitung (Hufrehe) und nachfolgende Reha-Maßnahmen, wie Physio- oder Ultraschalltherapie, notwendig sein. Ein angepasster Trainingsplan, mit Tiermediziner und Therapeut ausgearbeitet, ist nach längerer Rekonvaleszenz häufig wichtig, damit die verheilten Strukturen nicht zu schnell überlastet werden und dadurch möglicherweise eine neue Verletzung entsteht.13

Ebenfalls zur Behandlung gehört ein angepasstes Futtermanagement. Übergewicht ist unbedingt zu vermeiden, da dies durch Überlastung Heilungsprozesse behindern kann. Zudem können verschiedene Nahrungsergänzungsmittel und ein idealer Mineralstoff- und Vitaminhaushalt förderlich sein. Häufig zeigt sich bei Lahmheiten ein Ungleichgewicht von Calcium und Phosphor. Dies gilt es auszugleichen, um die Heilung zu fördern.14

Es ist allerdings nicht sinnvoll, diese einfach nach Belieben durch Zusatzfutter zu ergänzen. Neben einem Bluttest beim Tierarzt kann eine Haarmineralanalyse, wie Sie sie bei Checknatura finden, Aufschluss darüber geben, wo ein Ungleichgewicht herrscht und was sinnvoll ist, Ihrem Pferd bei Lahmheiten und entsprechendem Mangel oder Krankheit hinzuzufüttern. Vorteil einer Haarmineralanalyse: Ein Blutbild zeigt nur den aktuellen Mineralstoffstatus am Tag der Probenentnahme. Die Haarmineralanalyse bildet dagegen die Versorgung über mehrere Wochen oder Monate ab, denn die Probe kommt von dem Ort, an dem die Nährstoffe in richtiger Menge vorhanden sein sollten. Sie eignet sich daher besonders zur Erkennung eines Mangels. 

Hinweis: Calcium und Phosphor sollten in einem Verhältnis von 1:1 oder 3:1 zueinander im Pferdekörper zu finden sein. Calcium ist viel in Klee, Löwenzahn und Luzernecobs enthalten. Phosphor findet sich hingegen in Bierhefe, Getreide und Leinsaat.15

Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Arthrose haben sich bereits in Studien Grünlippmuschel und Teufelskralle als schmerzlindernd und entzündungshemmend bewiesen.16

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Fazit: Vorbeugen von schmerzhaften Taktunreinheiten bei Pferden möglich

Einen Unfall oder eine Rangelei kann niemand vorbeugen. Solche Verletzungen lassen sich leider nie ausschließen. Aber gerade Verletzungen und Lahmheit durch Überlastung oder Fehler in der Haltung können Sie bei Ihrem Pferd vermeiden:17

  • Artgerechte Haltung: Genug freie Bewegung und unterschiedliche Böden trainieren den Bewegungsapparat automatisch und können kleinere Verletzungen schon vermeiden 
  • Regelmäßige Hufpflege durch Hufbearbeiter und tägliche Kontrolle durch Sie selbst 
  • Überlastung im Training meiden: lang genug warmreiten und angepasstes Training nach langen Pausen 
  • Übergewicht meiden: Sehnen und Gelenke werden so nicht durch zu viel Gewicht überlastet 
  • Ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, bereits im Jungpferdealter. 

Nehmen Sie das Schmerzzeichen Lahmheit immer ernst und zögern Sie nicht, den Tierarzt Ihres Vertrauens zu bemühen. Er wird mit Ihnen ermitteln, wo es den Vierbeiner zwickt und was genau zu tun ist. 

Quellen: 

¹ Vgl.: Pferdeklinik am Sorpesee: Pferd lahmt: Ursachen, Anzeichen, Behandlung & Prävention, 24.11.2025, abgerufen am 17.12.2025. 

² Vgl.: Dr.med.vet. Dülffer-Schneitzer: Pferde Gesundheitsbuch, FN Verlag, 5. Auflage 2024, S. 408 ff. 

³ Vgl.: a.o.O. 

⁴ Vgl.: Wölwer, B. Sc. Mareile: Alles, was du wissen musst, wenn dein Pferd lahmt, 11.12.2023, abgerufen am 17.12.2025. 

⁵ Vgl.: Pferdeklinik am Sorpesee: Pferd lahmt: Ursachen, Anzeichen, Behandlung & Prävention, 24.11.2025, abgerufen am 17.12.2025.

⁶ Vgl.: a.o.O. 

⁷ Vgl.: Dr.med.vet. Dülffer-Schneitzer: Pferde Gesundheitsbuch, FN Verlag, 5. Auflage 2024, S. 408 ff. 

⁸ Vgl.: Wölwer, B. Sc. Mareile: Alles, was du wissen musst, wenn dein Pferd lahmt, 11.12.2023, abgerufen am 17.12.2025. 

⁹ Vgl.: Dr.med.vet. Dülffer-Schneitzer: Pferde Gesundheitsbuch, FN Verlag, 5. Auflage 2024, S. 408 ff. 

¹⁰ Vgl.: a.o.O. 

¹¹ Vgl.: Pferdeklinik am Sorpesee: Pferd lahmt: Ursachen, Anzeichen, Behandlung & Prävention, 24.11.2025, abgerufen am 17.12.2025.

¹² Vgl.: Wölwer, B. Sc. Mareile: Alles, was du wissen musst, wenn dein Pferd lahmt, 11.12.2023, abgerufen am 17.12.2025. 

¹³ Vgl.: PM-Forum, Köster, Melanie: Lahmheiten beim Pferd - Aus dem Takt geraten, abgerufen am 17.12.2025. 

¹⁴ Vgl.: Dr.med.vet. Dülffer-Schneitzer: Pferde Gesundheitsbuch, FN Verlag, 5. Auflage 2024, S. 408 ff. 

¹⁵ Vgl.: a.o.O. 

¹⁶ Vgl.: a.o.O. 

¹⁷ Vgl.: Pferdeklinik am Sorpesee: Pferd lahmt: Ursachen, Anzeichen, Behandlung & Prävention, 24.11.2025, abgerufen am 17.12.2025.