Ist Nickel in der Umwelt und im Grundwasser oder Abwasser ein Problem?

Es gibt verschiedene Wege, über die Nickel ins Grundwasser gelangt: Nickel kann sich durch Düngung in der Landwirtschaft vermehrt im Grundwasser anreichern. Verbrennungs- und Großfeuerungsanlagen stoßen Schadstoffe aus, in denen Nickel enthalten ist, das über Umwege ins Grundwasser. 
Niederschläge lösen Nickel aus der Erdkruste und sorgen für eine erhöhte Anreicherung. Betriebe der verarbeitenden Industrie verwenden Chemikalien, in denen sich Nickel befindet, oder leiten Nickel direkt ins Abwasser ein. 
Wasserversorger sind verpflichtet, sich an die Grenzwerte der gesetzlich gültigen Trinkwasserverordnung zu halten. Oft wird deshalb im Versorgernetz auf Rohre und Armaturen mit wasserlöslichen Nickelverbindungen verzichtet. Häufiger liegt das Problem in privat gebauten Hausinstallationen. 

Info: Die größte Nickelquelle für das Trinkwasser sind Leitungen und Armaturen. Nickel kann sich bei einem geringen pH-Wert langsam im Wasser lösen.

Gesetzliche Regelungen für Schadstoffe im Trinkwasser

Als gesetzliche Regelung für die Schadstoffbelastung von Trinkwasser gilt in Deutschland die Trinkwasserverordnung. Sie liegt mittlerweile in ihrer vierten Änderung vor, die 2019 beschlossen wurde und seit dem 1. Januar 2020 in Kraft ist. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und die EU haben klare Grenzwerte für die Schadstoffbelastung von Trinkwasser festgelegt.


Grenzwert für Nickel im Trinkwasser

 Die Verordnung sieht für Nickel im Trinkwasser einen Grenzwert von 0,02 Milligramm pro Liter Leitungswasser vor. Grundlage dafür ist die durchschnittliche wöchentliche Aufnahme von Trinkwasser. Außerdem wird berücksichtigt, dass der Mensch bereits den größten Anteil an Nickel über seine Nahrung aufnimmt.

✅ Wussten Sie schon, dass... ein erwachsener Mensch täglich ungefähr 0,09 Milligramm (90 μg) Nickel über seine Nahrung aufnimmt? Ein Kind nimmt täglich über die Nahrung 0,041 bis 0,19 Milligramm Nickel auf. Nur wenig davon wird resorbiert – Nickel wird größtenteils nach der Nahrungsaufnahme wieder ausgeschieden. 

Besonders nickelhaltige Nahrungsmittel sind beispielsweise Haferflocken, Nüsse oder Sojabohnen. 

Nickel - was tun, wenn es im Wasser ist? 

Wurde bei Ihnen festgestellt, dass sich Nickel im Trinkwasser befindet, sollten Sie zunächst die Quelle der Belastung finden, z.B. einen nickelhaltigen Wasserhahn. Ist eine hohe Nickelbelastung vorhanden, können Sie die entsprechende Armatur wechseln. 
Lassen Sie sich von einem Installationsfachbetrieb beraten und die Armaturen fachgerecht austauschen. Alte Leitungen sollten Sie austauschen lassen, wenn sich Nickel daraus löst und ins Wasser gelangt. 
Falls Sie die Einschätzung eines Fachmanns zur Qualität der Rohrleitungen wünschen, kann eine Wasserprobe durch einen zertifizierten Probenhemer vorgenommen werden. Eine gestaffelte Stagnationsbeprobung ist hierbei geeignet, um festzustellen, ob das Nickel über die Rohre ins Trinkwasser gelangt. Dazu wird zunächst das Wasser, wie es frisch vom Versorger kommt, entnommen. Nach einer definierten Wartezeit von einigen Stunden wird das Wasser direkt nach Öffnen des Hahns erneut mit einer weiteren Probe getestet Dies kann Schadstoffe wie Nickel aufzeigen, die sich in ihrer Hausinstallation befinden.

Tipp: Leiden Sie unter einer Nickelallergie und ist die Nickelbelastung des Trinkwassers aufgrund der Armatur zu hoch, empfiehlt das Umweltbundesamt, die ersten 200 Milliliter Wasser nicht für die Körperpflege sowie das Waschen und die Zubereitung von Lebensmitteln zu verwenden. 


Wasser auf Nickel und andere Schadstoffe testen? 

Möchten Sie präventiv feststellen, ob sich Nickel oder andere Schadstoffe im Trinkwasser befinden, oder liegt ein Verdacht vor, können Sie selbst eine Probe entnehmen. Analysen zur Eigenkontrolle der Wasserqualität liefern einen zuverlässigen Hinweis darauf, ob sich bedenkliche Schadstoffe in Ihrem Trinkwasser befinden. 

✅ Hierzu bestellen Sie einen Wassertest und entnehmen genau nach Anleitung eine Probe aus dem Wasserhahn. Ihre Probe senden Sie anschließend an das im Test angegebene spezialisierte Fachlabor, das Ihr Wasser analysiert. Sie erhalten das Ergebnis zusammen mit Empfehlungen, wenn der Grenzwert für Nickel überschritten wird. Meist kann das Wasser im Labor auch noch auf andere Schadstoffe untersucht werden – Sie wählen das Testpaket mit den für Sie relevanten Parametern aus.