
Pferdefutter richtig lagern: Wichtige Hinweise für Futterkammer und Co.
Neben Raufutter, also Heu, Heulage und Silage, benötigen Pferde je nach Haltung, Training und Gesundheitsstatus Kraftfutter. Zu Kraftfutter zählen Getreide wie Hafer, Gerste, Mais sowie Pflanzenöle, Leinsamen, Diätfuttermittel, Mineralfutter, Müsli, Mash und weitere Ergänzungsfuttermittel, aber auch Futtermöhren1.
Wie bei der Lagerung von Einstreu muss auch das Pferdefutter, das später im Futtertrog landet, richtig gelagert werden. Richtige Lagerung ist wichtig, damit das Futter seine Nährstoffe behält und zudem keine gesundheitliche Gefahr daraus entsteht.
Welchen Einfluss Temperatur, Feuchtigkeit und sogar die Lagerbehälter auf das Futter haben und welche die optimalen Bedingungen für die Lagerung von Pferdefutter sind, haben wir für Sie im Folgenden zusammengestellt.
Inhalt

Kraftfutter lagern: Raumanforderungen von Pferdefutter
Wie die Lagerung von Raufutter hat auch Kraftfutter gewisse Anforderungen an die Raumgröße. So ist es empfehlenswert, dass ausreichend Lagerkapazität je nach Größe des Pferdebetriebs vorhanden ist. Der Lagerraum sollte Pferdefutter für mindestens einen Monat beherbergen können. Anders als Raufutter unterliegt Kraftfutter keinen starken Preisschwankungen durch Ernteerträge und kann daher immer frisch eingekauft werden.2
Für kleine Betriebe reichen oft Futterkammern, um Pferdefutter in Säcken zu lagern. Größere Betriebe haben häufig für das Getreide Silos, um größere Mengen vorrätig zu haben. Die Raumgröße, ganz gleich, ob für ein Silo oder eine Futterkammer, lässt sich auf 2-3,5 m³ pro 500 kg Pferd festlegen.3
Zudem ist es gut, wenn das Futterlager oder die Futterkammer immer gut erreichbar sind. Die Anlieferung von Futtersäcken und das Füttern wird durch breite Tore und einen schnellen Zugang zum Stall erleichtert.4
Wichtig ist aber auch, dass Pferden die Futterkammer unzugänglich gemacht wird, damit sie sich nicht selbst am Kraftfutter bedienen und überfressen. Das hätte gesundheitliche Folgen wie Kolik oder Hufrehe.5

Pferdefutter haltbar lagern: Übermäßige Feuchtigkeit verhindern
Getreide mit einer Restfeuchte von bis zu 15 Prozent ist oft über Jahre haltbar. Auf gekauftem Pferdefutter, seien es Müsli, Pellets oder anderes Zusatzfutter, stehen Mindesthaltbarkeitsdaten. Es ist ratsam, sich daranzuhalten.6
Ein essenzieller Beitrag zur Haltbarkeit ist es, übermäßige Feuchtigkeit zu verhindern. Das Futter darf keiner direkten Witterung ausgesetzt sein. Ein intaktes Dach und eine gute Belüftung im Futterlager sorgen dafür, dass keine direkte Feuchtigkeit auf dem Futter landet und sich kein Schimmel bildet. Aber auch die direkte Sonneneinstrahlung wird verhindert. So werden wichtige Nährstoffe und Vitamine im Futter geschützt und kommen dem Pferd zugute.7

Verschlossen und kühl: So wird Pferdefutter aufbewahrt
Für die Aufbewahrung von Futtermittel für Pferde bieten sich neben dem Silo in Großbetrieben vor allem in kleinen Betrieben Behälter an, die verschließbar und trotzdem genug belüftet sind. So bieten sich insbesondere Futtertonnen an, die das Futter trocken, aber auch mit guter Belüftung aufbewahren.

Dass die Tonnen trocken und verschlossen sind, ist besonders wichtig, damit sich kein Schimmel bilden kann und keine Insekten, wie Motten, Fliegen, oder Milben das Futter verunreinigen. Auch Nager und Vögel kommen so nicht ans Futter. Eine Verunreinigung mit ihrem Kot und mögliche Krankheitsübertragungen werden so verhindert.8
Damit das Getreide über Jahre und das Pferdefutter bis zum MHD haltbar bleiben kann, ist nicht nur wichtig, dass die Feuchtigkeit nicht zu hoch ist und keine Verunreinigungen ins Futter gelangen, sondern auch, dass die Temperatur in den Lagerräumen stimmt. Die ideale Temperatur liegt bei 10 bis 15 °C. Diese Temperaturen sorgen zum einen dafür, dass das Futter alle wichtigen Nährstoffe behält. Zum anderen verhindert die Kühle, dass sich Schädlinge entwickeln und ausbreiten können.9

Richtig lagern: Was benötigt eine Futterkammer?
Neben dem guten Zugang für die Pferdehalter und Futterlieferanten ist das Equipment in der Futterkammer wichtig. So sollte alles enthalten sein, um eine Fütterung von Pferden schnell und unkompliziert durchführen zu können, da nicht jeder Betrieb eine automatisierte Fütterungsanlage hat.
Bei Bedarf sollten sich in der Futterkammer oder im Futterlager folgende Utensilien befinden:10
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Haferquetsche
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Eimer oder Futterschalen
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Futtertonnen auf Rädern oder ein Futterwagen, um direkt zu den Futtertrögen zu fahren
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Futterschaufeln zum Dosieren der Futtermittel
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Wasseranschluss.
Der Wasseranschluss sollte Tränkwasserqualität haben. Dieser Anschluss kann beispielsweise für das Ansetzen von Mash oder das Reinigen der Futtereimer und Schaufeln genutzt werden.

Futter lagern: Regelmäßige Reinigung
Gerade bei längerer Lagerung, aber auch zwischendurch, ist es wichtig, regelmäßig die Behälter und Silos, in denen Pferdefutter gelagert wird, gründlich zu reinigen. So wird verhindert, dass sich mögliche Bakterien oder Schimmelpilze ausbreiten. Insbesondere dann, wenn sich verdorbenes Futter im Silo oder in der Futtertonne befunden hat, ist solch eine Reinigung sinnvoll.
Dabei sollten vor allem Reinigungsmittel verwendet werden, die zwar Keime abtöten, aber im Lebensmittelbereich eingesetzt werden können. Tierärzte wissen hier oft Rat, was sich dafür am besten eignet.11

Pferdefutter lagern: Risiken durch Fehler
Es ist nicht nur gefährlich, wenn das Pferd sich Zugang zur Futterkammer verschafft und dabei zu viel Kraftfutter aufnimmt, sondern auch, wenn sich durch unsachgemäße Lagerung Krankheitserreger im Futter breitmachen. Schimmelpilze sowie Bakterien und Viren aus Vogel- und Nagerkot können Pferde bedauerlicherweise richtig krank machen. Koliken, Leber- und Nierenschäden, sowie Hufrehe sind nur einige mögliche Gesundheitsrisiken.12
Futter effektiv zu lagern, ist essentiell, um eine gute Haltbarkeit zu ermöglichen und Pferde gesund zu ernähren. Zudem ist es ein Bestandteil des richtigen Hygienemanagements im Pferdestall.

Fazit: Pferde mit Mauke unbedingt behandeln
Pferdefutter richtig zu lagern ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber mit unseren Tipps gut von Pferdehaltern gemeistert werden kann. Die wichtigsten Grundsätze sind dabei, dass das Futter vor Witterung, insbesondere vor übermäßiger Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung geschützt wird, und dass keine Schädlinge Zugang zum Futter haben.
Die Haltbarkeit des Futters, der Erhalt der Nährstoffe und die Gesundheit liegen bei der optimalen Lagerung von Kraftfutter im Fokus.

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Quellen
1 Vgl.: FN-Praxishandbuch für Pferdehalter, FN Verlag, 2018, S.156f.
2 Vgl.: Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 4, FN Verlag, 2021, S. 183 f.
3 Vgl.: Hoffman, Gerlinde: Pferdehaltung, Ställe und Reitanlagen. FN Verlag, 2019, S.156f.
4 Vgl.: a. a. O.
5 Vgl.: Bender, Ingolf: Pferdehaltung und Fütterung, Kosmos Verlag, 2022, S. 161 ff.
6 Vgl.: Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 4, FN Verlag, 2021, S. 183 f.
7 Vgl.: a. a. O.
8 Vgl.: Bender, Ingolf: Pferdehaltung und Fütterung, Kosmos Verlag, 2022, S. 161 ff.
9 Vgl.: marstall.de: Kraftfutter richtig lagern, 2025.
10 Vgl.: FN-Praxishandbuch für Pferdehalter, FN Verlag, 2018, S.156f.
11 Vgl.: a. a. O.
12 Vgl.: Bender, Ingolf: Pferdehaltung und Fütterung, Kosmos Verlag, 2022, S. 161 ff.