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Wie unterscheiden sich die einzelnen Bodenarten?

Welche Bodenarten oder Bodentypen vorliegen, wird durch die Korngrößenzusammensetzung der mineralischen Bodensubstanz bestimmt. Entscheidend ist das Verhältnis der drei Hauptfraktionen Sand, Schluff und Ton, die zusammen den Feinboden bilden. Diese Zusammensetzung steuert zentrale Bodenfunktionen wie Wasserhaltevermögen, Durchlässigkeit, Luftkapazität und Nährstoffbindung.1

Feinkörnige Bodenbestandteile besitzen eine große innere Oberfläche und können Wasser sowie Nährstoffe stärker binden als grobe Partikel. Deshalb beeinflusst die Bodenart unmittelbar die pflanzenverfügbare Wassermenge und die Nährstoffverfügbarkeit. Neben einfachen Feldmethoden lassen sich Bodenart und Nährstoffgehalte durch verschiedene Testverfahren in spezialisierten Laboren zuverlässig bestimmen.

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Welche Bodenarten gibt es?

Anhand der Korngröße unterscheidet man folgende Bodenarten:

👉 Sandböden
👉 Schluffböden
👉 Tonböden
👉 Lehmböden (Mischungen aus Sand, Schluff und Ton)

Der jeweilige Tongehalt bestimmt die Einteilung in:

👉 leichte Böden
👉 mittelschwere Böden
👉 schwere Böden

Diese Klassifizierung ist bodenkundlich sinnvoll, da sie Rückschlüsse auf Wasserspeicherung, Verdichtungsneigung und Bearbeitbarkeit erlaubt. Reine Bodenarten kommen in der Natur selten vor; meist handelt es sich um Übergangsformen mit Eigenschaften zwischen den Extremen.

Bodenarten-Dreieck von Checknatura
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Leichte Sand Böden

Leichte Böden mit hohem Sandanteil lassen sich gut bearbeiten, besitzen große Porenräume und sind meist gut durchlüftet. Zu dieser Gruppe zählen Sand und schwach lehmiger Sand. Aufgrund der geringen spezifischen Oberfläche der Sandkörner werden Wasser und Nährstoffe nur schwach gebunden.

Typische Eigenschaften sandiger Böden sind:

👉 geringe Wasser- und Nährstoffspeicherung
👉 schnelle Versickerung von Sickerwasser
👉 gute Durchlüftung
👉 rasche Erwärmung im Frühjahr

Gleichzeitig trocknen Sandböden schnell aus und reagieren empfindlich auf Trockenperioden. Ohne gezielte Humuszufuhr ist ihre natürliche Fruchtbarkeit begrenzt.

Weitere Informationen zu sandigen Böden finden Sie hier: Sandige Böden

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Mittelschwere Schluff- und Lehmböden

Mittelschwere Böden enthalten neben Sand vor allem Schluffpartikel, die sehr fein und mehlartig sind. Zu dieser Gruppe gehören stark lehmiger Sand, sandiger Lehm und schluffiger Lehm. Schluff besitzt eine hohe Wasserhaltefähigkeit, ist jedoch ohne ausreichenden Humus- oder Tonanteil nur begrenzt strukturstabil.

Diese Böden gelten als besonders fruchtbar, da sie:

👉 Wasser gleichmäßig speichern
👉 Nährstoffe gut puffern
👉 eine gute Durchwurzelbarkeit aufweisen

Bei der Nutzung für den Pflanzenanbau müssen meist lediglich die durch Ernte entzogenen Mengen an Humus und Kalk ersetzt werden.2 Reiner Schluff ist dagegen problematisch, da er wenig Struktur besitzt und stark zur Verschlämmung neigt.

Wie Schluffboden aufgebaut ist und weitere interessante Hinweise finden Sie hier: Schluffiger Boden

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Schwere Tonböden

Schwere Böden bestehen aus sehr feinen mineralischen Bestandteilen. Zu ihnen zählen schwach toniger Lehm, toniger Lehm, lehmiger Ton sowie stark bindiger Ton. Tonböden besitzen eine hohe Bindekraft und können große Wassermengen aufnehmen.

Charakteristisch für tonige Böden sind:

👉 hohes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen
👉 langsame Wasserbewegung im Boden
👉 erhöhte Staunässegefahr bei Regen
👉 eingeschränkte Durchlüftung

Da Wasser in Tonböden stark an die Tonteilchen gebunden ist, steht es Pflanzen oft nur eingeschränkt zur Verfügung. Zudem erwärmen sich schwere Böden langsamer als sandige Standorte.

Wie tonige Böden fachgerecht genutzt werden können, erfahren Sie in diesem Artikel: Toniger Boden

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Leichter, mittelschwerer, schwerer Boden – was bedeutet die Bodenart für Ihre Pflanzen?

Reihe frisch geernteter Kartoffeln auf lockerem Ackerboden mit schwarzem Eimer und unscharfen Personen im Hintergrund

💡 Leichter Boden

✔️ Viele Pflanzen tolerieren sandige Böden, sofern die Nährstoffversorgung durch regelmäßige Düngung sichergestellt ist.

❌ Auf reinem Sandboden wachsen nur wenige Pflanzen dauerhaft zufriedenstellend. Trockenheit und Nährstoffverluste sind häufige Probleme. Weniger geeignet sind viele Kohlarten, Erbsen und zahlreiche Obstbäume.

Geeignet sind unter anderem:

Info-Icon Kiefern, Fichten, Eiben
Info-Icon Hartriegel
Info-Icon Kartoffeln
Info-Icon Salbei, Thymian

💡 Mittelschwere Böden

✔️ Mittelschwere Böden sind in der Regel sehr fruchtbar und für viele Pflanzen geeignet. Sie speichern Wasser und Nährstoffe gut.3

❌ Reiner Schluff ist ungeeignet, da er strukturarm ist und zur Verschlämmung neigt.

Zwei rosa Rosenblüten an einem Strauch vor blauem Himmel mit grünem Laub und dem Text 'Pflanzen für mittelschwere Böden'

Geeignete Kulturen sind unter anderem:

Info-Icon Gurken
Info-Icon Obstbäume
Info-Icon Kohlgemüse
Info-Icon Rosen
Info-Icon Beerensträucher

Lupinenblüten in Weiß und Blau mit dem Text 'Pflanzen für schwere Böden' im Vordergrund

💡 Schwere Böden

✔️ Tonige Böden bieten vielen Pflanzen gute Wachstumsbedingungen, da sie Wasser und Nährstoffe langfristig speichern.

❌ Bei hohem Tonanteil kann Staunässe entstehen. Sauerstoffmangel im Wurzelraum kann zu Wachstumsstörungen führen. Besonders empfindlich reagieren Kartoffeln, Möhren, Radieschen und Rhododendron.

Geeignet sind unter anderem:

Info-Icon Ölrettich
Info-Icon einige Obstbäume
Info-Icon Kohlgemüse
Info-Icon Buschbohnen
Info-Icon Lupinen

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Bodenverbesserung – Maßnahmen je nach Bodenart

Unabhängig davon, ob es sich um einen leichten, mittelschweren oder schweren Boden handelt, lassen sich die Eigenschaften vieler Böden durch gezielte Maßnahmen verbessern. Ziel der Bodenverbesserung ist es, Wasser- und Nährstoffhaushalt zu optimieren, die Bodenstruktur zu stabilisieren und die Durchwurzelbarkeit zu fördern. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt jedoch stark von der jeweiligen Bodenart ab.

🔎 Bodenverbesserung bei sandigen Böden

Sandige Böden besitzen eine gute Durchlüftung, können jedoch Wasser und Nährstoffe nur begrenzt speichern. Die Bodenverbesserung zielt daher vorwiegend auf den Aufbau von Humus und Feinerde ab, um die Speicherfähigkeit zu erhöhen und Trockenstress zu reduzieren.4

💡 Detaillierte Hinweise zu sandigen Böden erhalten Sie in diesem Artikel: Sandiger Boden

🔎 Bodenverbesserung bei Schluffböden

Schluffböden können sehr fruchtbar sein, reagieren jedoch empfindlich auf Verdichtung und Verschlämmung. Im Fokus der Bodenverbesserung stehen daher Strukturstabilisierung, Erosionsschutz und eine angepasste Bodenbearbeitung, insbesondere bei feuchten Bedingungen.

💡 Weitere Informationen zu Schluffböden, finden Sie hier: Schluff-Boden

🔎 Bodenverbesserung bei tonigen Böden

Tonige Böden zeichnen sich durch ein hohes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen aus, neigen jedoch zu Staunässe und schlechter Durchlüftung. Maßnahmen zur Bodenverbesserung zielen darauf ab, die Porenstruktur zu lockern, den Wasserabfluss zu verbessern und Verdichtungen zu vermeiden.

💡 Weitere Informationen zu tonigen Böden erhalten Sie in diesem Artikel: Toniger Boden

🔎 Bodenverbesserung bei Lehmböden

Lehmböden gelten als ausgewogene Mischböden mit günstigen Eigenschaften für viele Pflanzen. Je nach Zusammensetzung können sie jedoch zu Verdichtung oder Staunässe neigen. Durch gezielte Maßnahmen lässt sich ihre Struktur langfristig stabilisieren und an die Nutzung anpassen.

💡 Wie sich Lehmboden lockern, durchlässiger machen und nachhaltig verbessern lässt, erfahren Sie hier: Lehmboden verbessern
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Wie können Sie Ihre Bodenart testen?

Um den Boden verstehen zu können, liefert die Fingerprobe5 eine erste Einschätzung. Dabei wird der Boden zwischen den Fingern gerieben und geformt.

Typische Merkmale:

  • Sand: grobkörnig, rau, nicht formbar
  • Ton: klebrig, gut formbar, glänzende Schmierfläche
  • Mittelschwere Böden: samtig-mehlig, stumpfe Schmierfläche

Neben der Bodenart ist auch die Nährstoffzusammensetzung entscheidend. Eine Laboranalyse gibt Auskunft über Nährstoffe und mögliche Schadstoffe im Boden.

💡 Weitere Informationen finden Sie hier „Schadstoffe im Boden“.

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Literaturverweise

1 Vgl.: Don, Axel; Prietz, Roland: Unsere Böden entdecken – Die verborgene Vielfalt unter Feldern und Wiesen. Springer, Berlin 2019.

2 Vgl.: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): Physik in Böden. 2023.

3 Vgl.: Lange, Frank-Michael; Mohr, Hellmuth; Lehmann, Andreas; Haaff, Jürgen; Stahr, Karl: Bodenmanagement in der Praxis – Vorsorgender und nachsorgender Bodenschutz. Springer, Wiesbaden 2017.

4 Vgl.: Scheffer, Friedrich; Schachtschabel, Paul: Lehrbuch der Bodenkunde. 17. Auflage, Springer Spektrum, Heidelberg 2018.

5 Vgl.: Schubert, Sven: Pflanzenernährung. 4. Auflage, UTB, Stuttgart 2024.