Leichter, mittelschwerer, schwerer Boden: Was bedeutet die Bodenart für Ihre Pflanzen?

Leichter Boden

 Grundsätzlich weisen viele Pflanzen eine relativ große Toleranz gegenüber sandigen Böden auf, vorausgesetzt die Nährstoffversorgung wird durch regelmäßige Düngung gewährleistet.

Sandige Böden mit einem gewissen Humusanteil sind gut geeignet für Pflanzungen von:

Kiefern
Fichten
Eiben
Hartriegel

Folgende Nutzpflanzen und Kräuter kommen außerdem mit einem hohen Sandanteil zurecht:

Kartoffeln
Salbei
Thymian

 Auf reinem Sandboden (leichter Boden) wachsen kaum Pflanzen. Meist ist bei Böden mit hohem Sandanteil die Trockenheit ein großes Problem, da das Wasser einfach durchsickert und kaum gehalten wird.

Schlecht geeignet für diese Bodenart sind die meisten Kohlarten, Erbsen und die viele Obstbäume.    


Bodenverbesserung bei leichten Böden

Durch die Einarbeitung von Kompost in sandige Böden können die Bodeneigenschaften deutlich verbessert werden. Kompost bringt Nährstoffe, Mikroorganismen und Bodentiere in den Boden ein und verbessert die Fähigkeit zur Wasser- und Nährstoffspeicherung.
Da Böden mit hohem Sandanteil oft auch an einem Stickstoffmangel leiden, kann der Anbau von Stickstoffsammlern wie Lupinen die Stickstoffversorgung des Bodens verbessern. Das Untergraben von Stickstoffsammlern reichert den Boden zusätzlich mit Humus an.

Auch über das Einbringen von tonhaltigem Dünger oder das Einmischen von ton- bzw. lehmhaltigen Boden kann sandiger Boden verbessert werden. Mulch oder Schreddergut kann die Austrocknung des Bodens mindern.

Mittelschwere Böden

Mittelschwere Böden sind grundsätzlich sehr fruchtbar und für viele Pflanzen geeignet. Diese Böden können Wasser und Nährstoffe gut binden. Die Fruchtbarkeit hängt allerdings sehr von ihrem Humus-, Sand- und Stickstoffgehalt ab.

Für den Anbau auf mittelschweren Böden sind zum Beispiel folgende Pflanzen geeignet:

Kohlgemüse
Rosen
Beerensträucher
Gurken
Obstbäume

 Auf reinem Schluff lassen sich nur schlechte Erträge erzielen, da reiner Schluff wenig Nährstoffe enthält und stark zur Verschlammung neigt.

Bodenverbesserung bei mittelschweren Böden

Die Bodenqualität zu verbessern gelingt durch tiefgründiges Umgraben vor dem ersten Frost. Gartenbeete an Hanglagen können durch einen terrassenförmigen Aufbau vor Bodenerosion durch Regen geschützt werden. Das Einbringen von Kompost verbessert die Bodenstruktur und reichert den Boden mit Nährstoffen für Pflanzen und Mikroorganismen an. Bei sehr hohem Schluffanteil kann das Beimischen von Sand die Fruchtbarkeit verbessern.


Schwere Böden

 Viele Pflanzen finden in tonigem Boden schwere Boden) optimale Wachstumsbedingungen, denn Ton speichert Nährstoffe und Wasser sehr gut.

Relativ tonigen Boden vertragen Pflanzen wie:

Kohlgemüse
Buchsbohnen
Lupinen
Ölrettich
einige Obstbäume.

 Bei einem höheren Tonanteil neigen Böden zur Vernässung. Tonboden mit hohen Tonanteilen kann den wichtigen Sauerstoffaustausch an den Pflanzenwurzeln behindern. Dies kann zu Wachstumsstörungen oder zum Absterben der Pflanzen führen.

Schlecht auf tonigem Boden wachsen Pflanzen wie zum Beispiel Kartoffeln, Mohrrüben, Radieschen und Rhododendron.

Bodenverbesserung bei schweren Böden

Stark toniger Boden kann durch das Untergraben von Kompost, Sand oder Schreddergut verbessert werden, da er dadurch lockerer und durchlässiger für Wasser und Sauerstoff gemacht wird. Tonboden sollte vor dem ersten Frost außerdem tiefgründig umgegraben werden. So kann sich Wasser in den Hohlräumen sammeln. Dringt Frost in den Boden ein, gefriert das Wasser in den Hohlräumen und dehnt sich aus. Dadurch werden größere Erdschollen zu Krümeln zersprengt und so die Qualität des Bodens verbessert. Dieser Vorgang wird als „Frostgare“ bezeichnet.

Bei Tonboden mit Staunässe kann auch eine fachmännisch verlegte Drainage in Verbindung mit einer sehr tiefgründigen Lockerung zu einer Verbesserung der Bodeneigenschaften führen. Da schwerer Tonboden sich oft schlecht erwärmt, sollte nach der Einsaat dunkler Kompost oberflächlich aufgestreut werden. Durch die dunkle Farbe des Komposts verbessert sich die Absorption der Sonnenstrahlung.

Wie können Sie Ihre Bodenart testen?

Durch die sogenannte Fingerprobe können Sie in einem ersten Schritt die Bodenart bestimmen. Bei einer Fingerprobe wird der Boden durch Reiben und Formen in den Händen auf seine Körnigkeit, Mehligkeit und Bindigkeit untersucht. Hierbei zeigen sich charakteristische Eigenschaften der Bodenarten:

 Die Korngröße für Sand zeigt sich grobkörnig bis feinkörnig. Sand ist rau, kratzend und haftet nicht in den Fingerrillen.
 Ton hingegen besitzt hier bindig-klebrige und gut formbare Eigenschaften. Außerdem bildet sich eine glänzende Schmierfläche auf den Handflächen.
 Mittelschwere Böden fühlen sich dagegen samtig-mehlig an. Dieser Boden haftet stark in den Fingerrillen und bildet eine stumpfe Schmierfläche.
 Nicht nur die Bodenart ist für die Kenntnis der Bodenqualität von Bedeutung. Ebenso wichtig ist es, die Nährstoffzusammensetzung zu kennen und mögliche Schadstoffe im Boden ausschließen zu können. Hierzu eignet sich eine Laboranalyse einer Bodenprobe

Hier finden Sie mehr Infos zum Thema Schadstoffe im Boden!