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Mein Wasser ist trüb – Ursachen, mögliche Gesundheitsrisiken, Abhilfe

Allgemeines
Wenn Wasser trüb ist, machen sich Verbraucher oft Gedanken, welche Ursachen die Trübung haben kann und ob von dieser Gesundheitsgefahren ausgehen. So treten zum Beispiel braune und milchige Wassertrübungen von Leitungs- und Brunnenwasser relativ häufig auf. Meist sind diese Trübungen nicht gesundheitsschädlich. Wann sollten Sie aber trübes Leitungswasser nicht trinken? Wie können Sie feststellen, ob Wassertrübungen ein Gesundheitsrisiko darstellen? Unser nachfolgender Praxis-Ratgeber liefert die Antworten und hält viele weitere interessante Infos zu Wassertrübungen bereit. (Stand: April 2024)

Was bedeutet „trübes Wasser“? Welche Grenzwerte existieren?

Wasser hat milchige, weißliche Farbe
Ursachen:
Milchiges Wasser wird meist durch ausgasende Luft verursacht. Gefördertes Wasser und das Wasser im Wasserverteilungsnetz ist oft kühler als das aus dem Wasserhahn austretende Wasser. Dies gilt besonders für den Warmwasserkreislauf des Leitungswassers. Kühles Wasser kann mehr Luft bzw. Sauerstoff speichern als warmes Wasser. Im Normalfall würde es daher zu einer Ausgasung der Luft bei einer Wassererwärmung kommen. Allerdings steht Leitungswasser unter Druck, welcher das Ausgasen zunächst verhindert. Wird mit Luft gesättigtes Wasser dann zum Beispiel in ein Trinkglas gefüllt, kommt es durch den Druckabfall mitunter zu einem plötzlichen Ausgasen der Luft. Dieses Ausgasen wird in Form vieler feinster Blasen sichtbar, welche dem Wasser für eine kurze Zeit ein milchiges, weißliches Aussehen verleihen.3
Gesundheitsrisiken:
Eine durch ausgasende Luft verursachte milchige Wassertrübung ist gesundheitlich vollkommen unbedenklich.3
Beseitigung/Prävention:
Wenn Sie das trübe Wasser stört, können Sie abgefülltes Wasser für kurze Zeit stehen lassen, bis das Ausgasen abgeschlossen ist. Danach sollte milchiges Wasser wieder frei von Trübungen sein.3

Wasser hat braune, rostige Farbe
Ursachen:
Wasser mit brauner oder rostiger Färbung wird in der Regel durch Eisen- und Manganpartikel (genauer: Eisen (III)– und Mangan (IV)–Oxide) verursacht. Diese können sich zum Beispiel durch Druckschwankungen, Rohrbrüche, Rohrspülungen oder Wartungsarbeiten aus den Wasserleitungen lösen. Eisen und Mangan sind natürlicher Bestandteil von vielen Gesteins- und Bodenschichten und werden von Grund- und Oberflächenwasser aus diesen gelöst. Da zu hohe Werte von Eisen und Mangan zu einem unangenehmen Geschmack des Trinkwassers und starken Ablagerungen im Versorgungsnetz führen können, wird der Gehalt der Metalle bei der Wasseraufbereitung oft reduziert. Dies geschieht unter anderem durch Oxidation/Flockung mit anschließender Abfilterung.4, 5 Die Trinkwasserverordnung gibt für Eisen und Mangan Grenzwerte von 0,2 bzw. 0,05 mg/l vor.2
Gesundheitsrisiken:
Der kurzfristige Konsum von Trinkwasser mit erhöhtem Eisen- und Mangangehalt ist nicht gesundheitsschädlich. Über längere Zeiträume sollte solches Wasser jedoch nicht getrunken werden.4 So kann es zum Beispiel bei einer zu hohen Manganaufnahme möglicherweise zu Muskelspasmen, Zittern, Hörverlust und Tinnitus kommen.6
Technische Probleme/Materialschäden:
Eisen- und Manganverbindungen können Wäsche verfärben. Außerdem sind durch dauerhaft erhöhte Konzentrationen der Metalle im Trinkwasser Querschnittsverengungen von Rohren möglich. Grobe Eisen- und Manganpartikel setzen zudem Wasserfilter und feinmaschige Perlatoren schnell zu. Bei Trinkwasserbrunnen ist zudem eine Brunnenverockerung (bräunlicher Schlamm) durch Eisen und Mangan möglich, welche neben Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigungen des Trinkwassers auch zu einer verminderten Förderleistung des Brunnens führen kann.7
Beseitigung/Prävention:
Oft wird braunes Wasser wieder klar, wenn Sie dieses einige Minuten ablaufen lassen. Prüfen Sie nach ca. 30 Minuten, ob das Wasser noch immer klar aus der Leitung fließt, bevor Sie dieses verwenden. Größere Wartungsarbeiten, Rohrspülungen oder technische Defekte, die Wassertrübungen verursachen können, werden zudem meist auf den Web- oder Social-Media-Seiten Ihres Wasserversorgers kommuniziert. Im Zweifelsfall kann auch ein Anruf beim Wasserversorger Klarheit bringen.4 Liegen dem Wasserversorger keine diesbezüglichen Meldungen vor, könnte die Ursache für braunes Leitungswasser bei Ihrer Hausinstallation liegen (z. B. Ablösungen von Rost aus stark korrodierten Rohren, eindringendes Schmutzwasser etc.). Lassen Sie die Anlage dann durch einen Fachbetrieb prüfen. Betreiben Sie einen eigenen Brunnen, der dauerhaft Wasser mit zu hohen Eisen- und Mangankonzentrationen liefert, ist der Einbau einer Aufbereitungsanlage zur Enteisenung und Entmanganung eventuell lohnend. Diese Anlagen arbeiten meist mit einer Belüftung des Wassers, welche zu einer Oxidation der im Wasser gelösten Metalle führt. Die oxidierten Metallverbindungen können anschließend abgefiltert werden.7
Wassertrübungen von Brunnenwasser
Während sich Wassertrübungen bei über die zentrale Wasserversorgung bezogenem Leitungswasser überwiegend auf milchige und braune Trübungen (siehe oben) beschränken, kann Brunnenwasser auch noch aus anderen Gründen getrübt sein:8, 9, 10
Huminstoffe:
Huminstoffe entstehen bei der Zersetzung von organischem Material und färben das Brunnenwasser mitunter dunkel. Organische Materialien wie Blätter und andere Pflanzenreste können zum Beispiel durch eine undichte Brunnenabdichtung in den Brunnen gelangen. Eine besonders hohe Gesundheitsgefahr besteht, wenn sich tote Tiere im Brunnen befinden. In diesem Fall sollte der Brunnen durch einen Fachbetrieb saniert bzw. gereinigt werden. Vor der erneuten Verwendung des Brunnenwassers als Trinkwasser ist auf jeden Fall ein Brunnenwassertest auf hygienische Parameter empfehlenswert.
Erde, Bodenbestandteile:
Ist der Brunnenschacht undicht, kann Erde in den Brunnen eindringen und das Wasser verfärben. Je nach Bodenbeschaffenheit variiert die Wasserfarbe dann von gelblich, über bräunlich bis rötlich. Ist die Brunnenabdeckung undicht, ist eine Verunreinigung mit Erde auch bei Starkregen möglich.
Mineralien:
Fließt das geförderte Brunnenwasser durch mineralhaltige Bodenschichten wie zum Beispiel Ton, kann es mitunter ebenfalls zu Wasserverfärbungen kommen.
Stagnationswasser:
Wird der Trinkwasserbrunnen länger nicht genutzt, oder ist die Wasserentnahme sehr gering, kann sich im Brunnen Stagnationswasser bilden. Dieses ist mitunter ein Nährboden für verschiedenste Mikroben und Keime. Fällt zusätzlich Licht in den Brunnen oder in Wasserversorgungsleitungen, können sich Algen bilden. Je nach Algenart verleihen diese dem Wasser zum Beispiel eine bräunliche oder grünliche Farbe. Mit Algen belastetes Wasser ist oft ebenso mikrobiologisch belastet und sollte daher auf keinen Fall getrunken werden.

Wasser ist trüb – mit Trinkwasser- und Brunnenwassertests Ursachen eingrenzen und Gesundheitsrisiken minimieren
Unser Onlineshop bietet Ihnen ein vielfältiges Angebot an Wassertests für Trinkwasser und Brunnenwasser. Mit einigen der Tests können Sie zum Beispiel prüfen, ob Ihr Wasser zu hohe Konzentrationen von Eisen und Mangan enthält. Wie bereits erwähnt, sind diese Metalle oft Ursache für Wassertrübungen. Die Parameter Eisen und Mangan sind unter anderem Bestandteil des Wassertests Chemisch: Schwermetalle + Mineralstoffe. Möchten Sie den Gehalt von Eisen und Mangan in Ihrem Brunnenwasser bestimmen lassen, ist der Brunnenwassertest Chemisch empfehlenswert. Zusätzlich wird das Wasser hier noch auf wichtige Parameter wie Nitrat, Nitrit, Wasserhärte und Leitwert analysiert. Eine Bestimmung der Trübung ist im Testumfang ebenfalls enthalten. Mit dem Wassertest Bakterien (für Leitungswasser) bzw. dem Brunnenwassertest Hygiene können Sie unter anderem abklären, ob mit Wassertrübungen auch gesundheitsgefährdende bakterielle Wasserbelastungen einhergehen. Die Proben für unsere Wassertests entnehmen Sie mit Hilfe der Anleitung in den Testkits übrigens ganz einfach selbst.
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✔️ 2 in 1: Chemie & Mikrobiologie
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Quellen
1Vgl.: Stadtwerke SH: Färbung und Trübung von Trinkwasser. 2021.
2Vgl.: Gesetzte im Internet: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/TrinkwV.pdf. 2023.
3Vgl.: Salzburg AG für Energie, Verkehr & Telekommunikation: Was bedeutet milchiges Leitungswasser? 2023.
4Vgl: Stadtwerke Kiel: Braunes Trinkwasser? Trübes Wasser! Was tun? 2022.
5Vgl.: Bayerisches Landesamt für Umwelt: Aufbereitungsschwerpunkte, Enteisenung/Entmanganung, Entsäuerung. 2024.
6Vgl.: Verbraucherzentrale NRW: Mangan – und die Ernährung reicht. 2024.
7Vgl.: Amt der oberösterreichischen Landesregierung, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft: Eisen und Mangan im Trinkwasser. 2019.
8Vgl.: Trinkwasserinfo.at: Häufige Fragen zum Trinkwasser. 2024.
9Vgl.: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe: Huminstoffe und Trinkwasser – ein kleiner Ausschnitt aus dem globalen Kohlenstoffkreislauf. 2024.
10Vgl.: Stadtwerke Norderney: Preise und Qualität, Die Qualität des Wassers. 2024.