Der Begriff „brauner Schimmel“ beschreibt keine einzelne Schimmelpilzart, sondern verschiedene Schimmelpilze bzw. Schimmelpilzgattungen von Schwärzepilzen, die braune bis schwarze Schimmelpilzherde bilden.1
Brauner Schimmel zeigt sich oft in Form von pelzigen, dunklen Flecken an Wänden, Decken Tapeten oder auf Lebensmitteln. Die Farbe des Schimmels kann dabei von hellbraun bis schwarz variieren. Besonders häufig tritt brauner Schimmel in feuchten Räumen (relative Luftfeuchtigkeit über 60 %) wie Kellern und Badezimmern oder an Stellen mit geringer Luftzirkulation und Kondenswasserbildung (z. B. hinter größeren Möbelstücken) auf. Ein erster Hinweis auf Schimmel kann auch ein muffiger Geruch sein, der sich ebenso bei verstecktem Befall (z. B. unter Fußböden, hinter Holzvertäfelungen) ausbreiten kann.2
Typische Erkennungsmerkmale von braunem Schimmel:
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Braune bis schwarze Verfärbungen
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Pelzige oder watteartige Oberfläche
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Häufig auf feuchten Untergründen wie Tapeten, Holz oder Putz zu finden
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Kann sich zum Beispiel hinter Schränken, Holzvertäfelungen oder unter Fußböden verbergen
In Deutschland kommen vor allem folgende braune Schimmelpilze vor, die zu den sogenannten Schwärzepilzen (Dematiaceae) zählen. Ihre Sporen (feine „Samen” des Schimmels) und Hyphen (fadenartige Zellfäden) färben sich durch Melanineinlagerungen braun bis schwarz:3, 4, 5
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Ulocladium: Braune bis schwarze Kolonien, gedeiht besonders auf feuchten Untergründen wie Holz, Tapeten oder Mauerwerk. Oft nach Wasserschäden zu finden.
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Cladosporium (Cladosporium herbarum, Cladosporium cladosporioides): Einer der häufigsten Schimmelpilze in Innenräumen. Wächst unter anderem auf Mauerwerk, Tapeten, Holz und sogar Textilien. Besonders in feuchten Kellern oder auf Zellulose (z. B. Tapeten) zu finden.
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Alternaria (Alternaria alternata): Bildet braun-schwarze Sporen und wächst zum Beispiel auf Mauerwerk, Holz, Tapeten und Blumenerde. Der Schimmelpilz kommt oft in Wohnungen mit hoher Luftfeuchtigkeit vor. Alternaria alternata befällt jedoch ebenfalls häufig Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse und Getreide. Dabei können auch gesundheitsschädliche Mykotoxine in das Lebensmittel freigesetzt werden.
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Chaetomium (Chaetomium globosum): Wächst bevorzugt auf zellulosehaltigen Materialien wie Papier, Tapeten oder Büchern – besonders nach Feuchtigkeitsschäden. Im Keller ist der Pilz ebenso häufig anzutreffen.
Der sogenannte Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) gehört streng genommen nicht zu den klassischen Schimmelpilzen, verursacht aber braune Beläge und eine massive Zerstörung von Holz. Dies kann besonders bei tragenden Holzkonstruktionen wie Dachstühlen ernsthafte Folgen für die Gebäudestatik haben. Bräunliche „Schimmelherde” mit oft weißlichen, watteartigen Rändern auf Holz sollten deshalb immer sorgfältig geprüft werden. Ein Befall mit dem echten Hausschwamm ist in Sachsen und Thüringen meldepflichtig.6
Brauner Schimmel kann auf verschiedene Weise die Gesundheit beeinträchtigen. Die größten Risiken gehen von eingeatmeten Sporen und über die Nahrung aufgenommenen Mykotoxinen (Schimmelpilzgifte) aus. Geringere Gesundheitsgefahren bestehen in der Regel bei Hautkontakt mit Schimmelbestandteilen:2, 7
⚠ Einatmen von Sporen:
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Allergische Reaktionen (Schimmelpilzallergie) wie Niesen, Husten, Augenreizungen und asthmatische Beschwerden.
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Atemwegsinfektionen oder Verschlimmerung bestehender Erkrankungen wie chronischer Bronchitis.
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Bei immungeschwächten Personen: Lungenentzündungen oder systemische Infektionen (Mykosen) durch zum Beispiel Alternaria.
⚠ Verzehr verschimmelter Lebensmittel:
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Vergiftungserscheinungen durch Mykotoxine (z. B. von Alternaria alternata) wie Erbrechen, Übelkeit und Durchfall (in der Regel nicht beim Verzehr kleiner Schimmelmengen).
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Einige Mykotoxine können in Extremfällen bei langfristiger Exposition Leberkrebs und Erbgutschäden verursachen sowie Leber und Nieren schädigen. Eine Beeinträchtigung von Nerven- und Immunsystem ist ebenfalls möglich.
⚠ Hautkontakt:
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Bei direktem Hautkontakt mit Schimmelpilzbestandteilen (z. B. bei Sanierungsarbeiten ohne Schutzkleidung) können mitunter Nesselsucht (Urtikaria) oder Neurodermitis auftreten.
Kleiner, oberflächlicher Schimmelbefall auf einer Fläche von weniger als 0,5 m² kann in der Regel selbst entfernt werden. Liegt eine Schimmelpilzallergie vor, ist es jedoch ratsam, selbst kleinere Schimmelstellen von einem Fachbetrieb beseitigen zu lassen. Bei größerem oder tiefsitzendem Befall (z. B. im Mauerwerk) sollte dagegen immer ein Fachbetrieb mit der Sanierung beauftragt werden. Dies ist allein schon wegen der erhöhten Gesundheitsgefahren empfehlenswert. Bei der Entfernung von braunem Schimmel auf kleinen Flächen können Sie wie folgt vorgehen:8, 9, 10, 13
① Schimmelursachen beseitigen
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Feuchtigkeitsquellen identifizieren und beseitigen (z. B. undichte Fenster, Rohrbrüche).
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Luftfeuchtigkeit durch richtiges Lüften zwischen 40 und 60 % halten.
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Wärmebrücken beseitigen um Kondenswasserbildung zu vermeiden (z. B. durch eine nachträgliche Innendämmung).
② Schutzmaßnahmen vor der Entfernung treffen
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Atemschutzmaske (FFP3) tragen, um Schimmelsporen nicht einzuatmen.
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Schutzhandschuhe (aus Nitril oder Gummi) und Schutzbrille verwenden.
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Gründliches Lüften während und nach der Entfernung, um die Konzentration von freigesetzten Sporen und Reinigungsmitteldämpfen zu reduzieren.
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Betroffene Räume bzw. Bereiche abschotten (z. B. mit Kunststofffolien) und Türen zu nicht befallenen Räumen schließen, um eine Ausbreitung von Sporen zu vermeiden.
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Nicht rauchen oder trinken.
③ Befallene Materialien reinigen/entfernen
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Tapeten: Tapeten befeuchten um Sporenfreisetzung zu vermindern. Anschließend Tapete entfernen und in verschlossenen Beuteln im Hausmüll entsorgen. Anschließend Wand reinigen (siehe „Wände/Decken”).
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Holz: Bei oberflächlichem Befall abschleifen (unbedingt Atemschutz tragen, Schleifstaub möglichst absaugen!). Bei Verdacht auf Echten Hausschwamm Fachbetrieb kontaktieren.
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Wände/Decken: Bei glatten Oberflächen (z. B. Fliesen) mit 70 – 80%igem Ethanol oder Isopropanol (erhältlich in Apotheken) abwischen. Testen Sie den Alkohol vorher an einer nicht im Sichtfeld liegenden Stelle auf Materialverträglichkeit! Um braunen Schimmel an der Wand dauerhaft zu entfernen, muss mitunter der Putz abgetragen werden.
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Poröse Materialien (z. B. Gipskarton, Dämmstoffe) müssen oft komplett entfernt werden.
④ Nachbehandlung/Beobachtung
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Gereinigte Stellen gründlich trocknen lassen.
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Betroffene Flächen (z. B. an Wänden) mit alkalischem Anstrichen wie Kalk- oder Silikatfarben streichen, um neues Schimmelwachstum möglichst zu verhindern.
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Flächen in den nächsten Wochen und Monaten auf erneuten Schimmelbefall kontrollieren. Tritt neuer Schimmel auf, Beratung durch Fachbetrieb einholen.
Nachfolgend nennen wir Ihnen einige wichtige Maßnahmen, um Schimmel möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen:11, 12, 13, 14
💡 Richtiges Lüften
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Stoßlüften: 3–4-mal täglich für 5 – 10 Minuten Fenster ganz öffnen (auch im Winter!).
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Querlüften: Durchzug erzeugen, um Luftfeuchtigkeit schnell zu senken.
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Nach dem Kochen/Duschen sofort lüften.
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Kellerlüftung: Vermeiden Sie das Lüften des Kellers an warmen Sommertagen. Die warme Außenluft kondensiert sonst an den kalten Kellerwänden und begünstigt so Schimmelbildung.
💡 Richtiges Heizen
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Gleichmäßige Temperatur: Räume nicht komplett auskühlen lassen und mindestens 16 – 18 °C in allen Räumen halten, um Kondenswasserbildung in zu kühlen Räumen zu vermeiden.
💡 Luftzirkulation hinter Möbeln
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Lassen Sie insbesondere zwischen Außenwänden und größeren Möbelstücken mindestens 10 cm Abstand, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten.
💡 Temperatur/Feuchtigkeit kontrollieren und reduzieren
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Hygrometer verwenden, um die Luftfeuchtigkeit zu messen (ideal: ca. 40 – 60 % relative Luftfeuchtigkeit). Raumtemperatur kontrollieren. Zu kombinierten Kontrolle von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit empfehlen wir unser praktisches Thermo-Hygrometer inklusive praktischem Schimmelalarm.
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Eventuell Luftentfeuchter in feuchten Räumen (z. B. Keller) einsetzen.
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Wasserschäden sofort trocknen (möglichst innerhalb von 24 – 48 Stunden).
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Wäsche nicht in Innenräumen trocknen.
💡 Bauliche Maßnahmen
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Dämmung prüfen: Kalte Wände (Risiko Kondenswasserbildung) durch optimale Wärmedämmung vermeiden.
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Fenster: Ältere Fenster auf Wärmebrücken an Rahmen/Fensterbänken prüfen. Eventuell Fenster austauschen.
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Wasserschäden: Risse in Rohrleitungen, leckende Waschmaschinen etc. können Wasserschäden bzw. versteckte Wasserschäden verursachen, die Schimmelbildung begünstigen. In Wänden verborgene leckende Rohrleitungen kann ein Fachbetrieb unter anderem durch akustische Messungen oder induktive Feuchtigkeitsmessung orten, ohne die Wand aufstemmen zu müssen.
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Materialwahl: In Feuchträumen (z. B. Bad) schimmelresistente bzw. schimmelhemmende Anstriche und Fugenmaterialien verwenden.
💡 Lebensmittel richtig lagern
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Lagern Sie Lebensmittel nach den Vorgaben des Herstellers.
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Gemüse und Obst möglichst aus Kunststofffolien entnehmen um Kondenswasserbildung zu vermeiden.
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Verschimmelte Lebensmittel besser wegwerfen. Schimmelpilzgifte können sich insbesondere in stark wasserhaltigen Lebensmitteln weit über den eigentlichen Schimmelherd hinaus ausbreiten.
Ob es sich bei verdächtigen Flecken wirklich um braunen Schimmel oder andere Schimmelarten handelt, können Sie mit unserem Schimmeltest Abklatsch prüfen lassen. Mitunter werden „Schimmelflecken” nämlich auch mit Salzausblühungen, Schwarzstaub (Fogging) oder dem Echten Hausschwamm verwechselt.
Für eine allgemeine Prüfung Ihrer Raumluft auf Schimmelpilzsporen können Sie den Schimmeltest Raumluft wählen. Die Anzahl von Schimmelpilzsporen kann sowohl durch sichtbaren als auch durch versteckten Schimmel erhöht sein.
Wie bereits erwähnt, stellt der Echte Hausschwamm ein besonderes Risiko für Holzkonstruktionen dar. Neben diesem gibt es jedoch auch noch andere holzzersetzende Pilze wie den Braunen Kellerschwamm, den Ausgebreiteten Hausporling sowie den Wilden Hausschwamm. Mit unserem PCR-Test: Holzzersetzende Pilze können Sie holzzersetzende Pilze sicher nachweisen lassen.
Ist brauner Schimmel gefährlich?
Ja, brauner Schimmel kann unter anderem allergische Reaktionen sowie Schäden an Leber und Nieren auslösen. Letztere können auftreten, wenn verschimmelte Lebensmittel verzehrt werden und in diese Schimmelpilzgifte freigesetzt wurden.
Kann man braunen Schimmel selbst entfernen?
Kleine Stellen bis 0,5 m² können oft selbst entfernt werden. Wichtig sind Schutzmaßnahmen wie Handschuhe, Atemschutz (FFP3), Schutzbrille und ausreichendes Lüften. Bei großflächigem oder wiederkehrendem Befall sollte eine Fachfirma hinzugezogen werden.
Kann ich braunen Schimmel an der Wand einfach mit Farbe überstreichen?
Nein. Das Überstreichen verdeckt nur das optische Problem, stoppt aber nicht das Pilzwachstum. Die Feuchtigkeit bleibt im Untergrund, und der Schimmel wird die neue Farbschicht innerhalb kurzer Zeit wieder durchwachsen. Zudem besteht die gesundheitliche Belastung durch Sporen dann größtenteils weiter.