Quecksilber (chemisches Symbol: Hg) ist ein hochgiftiges Schwermetall mit besonderen Eigenschaften. So liegt flüssiges Quecksilber bereits bei normaler Raumtemperatur vor (Schmelzpunkt bei – 38,83 °C). Das silbrig glänzende Metall kommt in der Erdkruste in reiner Form (gediegen) und als Mineral in Form von Zinnober (Quecksilbersulfid) vor.
Durch natürliche Prozesse wie Vulkanausbrüche, Verwitterung von Gesteinen und Waldbrände kann Quecksilber unter anderem in Gewässer und die Atmosphäre freigesetzt werden. Ein weitaus höheres Gesundheitsrisiko stellen in der Regel jedoch Quecksilberfreisetzungen durch den Menschen dar. Allein durch diese werden, insbesondere durch die Kohleverbrennung, jährlich etwa 2.200 Tonnen Quecksilber weltweit in die Atmosphäre emittiert.1 In Deutschland gelangen nach Angaben des internationalen Luftüberwachungsprogramms EMEP etwa 5 Tonnen Quecksilber pro Jahr über die Luft in Böden und Gewässer. Weitere anthropogene (vom Menschen verursacht) Quecksilberquellen sind beispielsweise Klärschlamm, Zement- und Stahlwerke, die chemische Industrie sowie die Abfallentsorgung. Industrielle Altlasten (z. B. Bergbau, Chemieindustrie) und Abwässer spielen bei der Quecksilberbelastung von Böden, Oberflächengewässern und Grundwasser ebenfalls eine wichtige Rolle.2
Quecksilber kann unter anderem aus den folgenden Quellen in das Trinkwasser gelangen:3, 4
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Abwässer und Abfallbehandlung (z. B. direkte Einleitungen aus Klärwerken, Klärschlamm)
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Einträge aus der Atmosphäre
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Saatbeizmittel
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Trinkwasserförderung in der Nähe von Altlasten
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Auswaschung in Grund- und Oberflächenwasser aus natürlichen Vorkommen in Boden- und Gesteinsschichten
Die Frage, ob Quecksilber giftig ist, lässt sich grundsätzlich mit einem klaren „Ja” beantworten. Allerdings hängt die Giftigkeit von der Art der Aufnahme und der Art des Quecksilbers ab. So wirken organische Quecksilberverbindungen wie Methylquecksilber besonders toxisch, da diese vom Körper über den Verdauungstrakt gut aufgenommen werden. Methylquecksilber bildet sich in der Natur durch mikrobielle Prozesse. Elementares („reines”) Quecksilber kann dagegen über den Verdauungstrakt nicht gut resorbiert werden. Allerdings gelangt dieses dafür über die Atemwege (Dämpfe) schnell in den Körper. Außerdem sind organische Quecksilberverbindungen im Gegensatz zu elementarem Quecksilber in Wasser wesentlich besser löslich.3 Bei einer Quecksilbervergiftung wird zwischen chronischen und akuten Verlaufsformen unterschieden. Dosen von 25 bis 50 mg Quecksilber pro kg Körpergewicht wirken beim Menschen oft schon tödlich.5
Quecksilber kann unter anderem die folgen Gesundheitsschäden verursachen:5, 6
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Symptome bei akuter Vergiftung wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Zittern, Kopfschmerzen.
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Schädigung des Nervensystems mit Symptomen wie Zittern, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen.
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Nieren- und Leberschäden (Anreicherung in den Organen).
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Entwicklungsstörungen: Besonders für Ungeborene und Kleinkinder ist Quecksilber gefährlich, da es die Blut-Hirn- und die Plazenta-Schranke überwinden kann. Dies ist vor allem bei Methylquecksilber der Fall.
👉 Eine unsichtbare Gefahr: Schwermetalle im Trinkwasser
👉 Schwermetalle im Körper – Gefahren, Symptome und Behandlung
Laut Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gilt für Quecksilber im Trinkwasser ein Grenzwert von 0,001 Milligramm pro Liter. Dies entspricht einem Mikrogramm pro Liter.
Das von den deutschen Wasserversorgern abgegebene Trinkwasser enthält durchschnittlich weniger als 0,00005 Milligramm Quecksilber pro Liter. Dieser Wert liegt damit sehr deutlich unter dem Grenzwert. Bei zwischen 1999 und 2001 durchgeführten Wasseranalysen konnte in ca. 400 untersuchten Trinkwasserproben Quecksilber in keiner messbaren Konzentration nachgewiesen werden.7 Bei einer Trinkwasserförderung aus eigenen Brunnen kann es jedoch in Einzelfällen zu deutlichen Überschreitungen des Grenzwertes kommen, wenn die Wasserförderung beispielsweise in der Nähe von quecksilberhaltigen Altlasten stattfindet.8
Quecksilber im Trinkwasser lässt sich in der Regel weder optisch noch geschmacklich erkennen. Bei einem Verdacht auf erhöhte Quecksilberwerte oder aus Gründen der Gesundheitsprophylaxe sollte der Quecksilbergehalt durch einen Labortest bestimmt werden. Besonders Betreiber privater Brunnen, die ihr Wasser als Trinkwasser nutzen möchten, sollten das Wasser neben anderen wichtigen Parametern auch auf Quecksilber prüfen lassen.
Um den Gehalt an Schwermetallen wie Quecksilber im Wasser zu senken, werden unter anderem die folgenden Aufbereitungs- und Filtertechniken angewendet:9
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Umkehrosmose-Anlagen: Die Anlagen pressen Wasser durch eine sehr feine, für viele Schadstoffe undurchlässige, Membran und sind in der Regel effektiv bei der Entfernung von Quecksilber und anderen Schwermetallen. Allerdings kann die Umkehrosmose auch Nachteile wie eine zu starke Entmineralisierung des Wassers haben. Weitere Informationen zur Umkehrosmose erhalten Sie in unserem Ratgeber „Osmosewasser – Was bringen Umkehrosmoseanlagen wirklich?“.
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Aktivkohlefilter: Hochwertige Aktivkohlefilter können das Metall Quecksilber an ihrer sehr großen Oberfläche binden. Die Filter neigen bei unsachgemäßer Wartung bzw. unterlassenem regelmäßigen Austausch jedoch oft zur Verkeimung und der Freisetzung von erhöhten Schadstoffmengen.
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Ionenaustauscher: Beim Ionenaustausch werden Quecksilberionen (Ion = Teilchen mit einer elektrischen Ladung) an einem speziellen Harz (oft auf Chelatbasis) gegen „harmlose” Ionen wie Natrium ausgetauscht. Dadurch kann es allerdings unter anderem zu einem Anstieg des Natriumgehalts im Wasser kommen.
In unserem Ratgeber „Wasserfilter Schwermetalle: Können diese Gesundheitsrisiken minimieren? Was sind die besten Filtertechniken?” erhalten Sie viele weitere Informationen zu Wasserfiltern gegen Schwermetalle.
Auch wenn zumindest bei zentraler Wasserversorgung in der Regel keine Risiken durch Quecksilber bestehen, erhöhen die folgenden Tipps den Schutz vor dem Schwermetall zusätzlich – dies gilt vor allem beim Betrieb eines eigenen Trinkwasserbrunnens:
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Wasseranalyse durchführen: Besonders als Betreiber eines eigenen Brunnens sollten Sie Ihr Wasser regelmäßig auf Schwermetalle wie Quecksilber testen lassen.
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Informationen einholen: Fragen Sie bei Ihrem lokalen Wasserversorger nach, wie hoch der Quecksilbergehalt des gelieferten Wassers ist. Viele Wasserversorger stellen entsprechende Analysedaten auch online zur Verfügung.
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Filterwartung: Falls Sie ein Filtersystem zur Wasseraufbereitung oder zur gezielten Reduzierung von Quecksilber nutzen, sollten Sie die vorgeschriebenen Wartungsintervalle strikt einhalten und die Wartung, falls erforderlich, von einem Fachbetrieb durchführen lassen.
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Stagnationswasser vermeiden: Haben sich in Rohrleitungen Ablagerungen mit erhöhtem Quecksilbergehalt gebildet (z. B. bei eigenem Brunnen), kann Stagnationswasser erhöhte Werte von Quecksilber aufweisen. Lassen Sie Wasser nach längerer Nichtnutzung daher einige Zeit ablaufen. Diese Maßnahme reduziert oft auch den Gehalt anderer Schwermetalle wie Blei und Kupfer im Wasser.
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Vor Brunnenbau auf Altlasten prüfen: Prüfen Sie vor der Bohrung eines eigenen Brunnens, ob in der Umgebung Quecksilber und andere Schadstoffe aus Altlasten freigesetzt werden könnten. Dies kann auch das Brunnenbauunternehmen übernehmen. Informationen über Altlasten finden Sie im Altlastenkataster der unteren Bodenschutzbehörde Ihrer Region.
Wie bereits erwähnt, kann nur mit einer Wasseranalyse im Labor eine Quecksilberbelastung des Trinkwassers festgestellt oder ausgeschlossen werden. Deshalb haben wir auch den Wassertest Quecksilber im Angebot. Der Test ist ebenso sehr gut zur Kontrolle von Wasser aus eigenen Brunnen geeignet.
Möchten Sie Ihr Trinkwasser einem kompletten Check unterziehen, empfehlen wir den Wassertest Komplett Plus. Bei diesem wird das Wasser neben chemischen Parametern wie Schwermetallen, Nitrat, Nitrit und Sulfat auch auf Keimbelastungen (coliforme Keime, E.coli, Legionellen) geprüft.
Die Probenentnahme für unsere Wassertests können Sie mit Hilfe der beiliegenden, leicht verständlichen Anleitung einfach selbst vornehmen. Anschließend senden Sie die Probe per Post in dem voradressierten Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit steht das Testergebnis für Sie im persönlichen Bereich des Online-Portals MyChecknatura zum Abruf bereit.
Ist deutsches Leitungswasser mit Quecksilber belastet?
Nein, in der Regel nicht. Das deutsche Trinkwasser wird streng kontrolliert und die gemessenen Quecksilberwerte liegen bei den allermeisten Analysen weit unter dem gesetzlichen Grenzwert von 0,001 mg/l.
Wie giftig ist Quecksilber?
Quecksilber wirkt bereits in Dosen von 25 bis 50 mg pro kg Körpergewicht häufig tödlich (akute Quecksilbervergiftung). Eine über längere Zeiträume erhöhte Quecksilberaufnahme kann jedoch auch zu einer chronischen Quecksilbervergiftung mit Nerven- und Organschäden sowie Entwicklungsstörungen (Fötus, Kleinkinder) führen.
Kann man Quecksilber im Wasser riechen oder schmecken?
Nein, Quecksilber im Trinkwasser ist in den normalerweise vorkommenden relativ geringen Konzentrationen in der Regel geruchlos, geschmacksneutral und unsichtbar. Erst bei hohen Quecksilber-Konzentrationen kann sich ein metallischer Geschmack bemerkbar machen.10 Eine Quecksilberbelastung ist ausschließlich durch eine chemische Laboranalyse sicher nachweisbar.
Sind einfache Wasserfilter wie Tischkannenfilter gegen Quecksilber wirksam?
Während einige Modelle neben anderen Schadstoffen auch Schwermetalle wie Kupfer oder Blei reduzieren können bzw. sollen, ist ihre Fähigkeit zur Entfernung von Quecksilber oft begrenzt.