Das Wichtigste auf einen Blick
❗ Die wichtigsten Sofortmaßnahmen bei einem Wasserschaden sind:
- Menschen in Sicherheit bringen
- Hauptwasserhahn abstellen
- Stromzufuhr trennen
🔍 Der häufigste Grund für einen Wasserschaden ist ein Rohrbruch.
👉 Zuständig für die Erstattung sind in der Regel die Hausratversicherung sowie die Gebäudeversicherung.
(Stand August 2026)
Wichtig: Dieser Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar. Wenden Sie sich bei rechtlichen Fragen an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt!
Schimmel nach Wasserschaden? So verhindern Sie ihn!
Inhaltlich geprüft durch: Martin Stein
Inhalt
Sofortmaßnahmen bei einem Wasserschaden
✅ Menschen in Sicherheit bringen: Sorgen Sie dafür, dass der Bereich mit dem Wasserschaden frei von Menschen und Tieren ist. Ziehen Sie, falls vorhanden, Gummihandschuhe und Gummistiefel an.
✅ Hauptwasserhahn abstellen: Dieser befindet sich in der Regel beim Wasserzähler oder im Keller – in manchen Wohnungen auch im Badezimmer oder unter der Spüle. Drehen Sie diesen im Uhrzeigersinn, um die Wasserzufuhr zu stoppen.
✅ Stromzufuhr trennen: Schalten Sie den Strom im Sicherungskasten ab, um zu verhindern, dass das Wasser in den betroffenen Räumen mit Elektrizität in Kontakt kommt. Rufen Sie die Feuerwehr (112), falls es nicht möglich ist, den Sicherungskasten zu erreichen, ohne mit Wasser in Kontakt zu kommen.
✅ Wasser entfernen: Sofern der Schaden überschaubar ist, können Sie selbst versuchen, das Wasser mit Eimern aufzuwischen oder mit einem Nasssauger zu entfernen.
✅ Trocknung: Belüften Sie den Raum so viel wie möglich und stellen Sie, falls vorhanden, Ventilatoren auf, um die Trocknung zu beschleunigen. Eine Belüftung ist allerdings nur sinnvoll, wenn die Luftfeuchtigkeit im betroffenen Raum höher ist als die Luftfeuchtigkeit der Außenluft. Entfernen Sie alle nassen Gegenstände aus dem betroffenen Raum und lassen Sie diese an einem gut belüfteten Ort trocknen.
✅ Reinigung: Reinigen und desinfizieren Sie alle Bereiche, die mit dem Wasser in Kontakt gekommen sind. So verhindern Sie, dass sich Bakterien und Schimmel ausbreiten können.
✅ Kontaktieren Sie, wenn nötig, einen Fachbetrieb: Es gibt Notfallbetriebe, die 24 Stunden am Tag bei einem Wasserschaden erreichbar sind. Zögern Sie hierbei nicht, denn je mehr Zeit ohne eine professionelle Trocknung vergeht, desto mehr Folgeschäden können auftreten.
Dokumentieren Sie den Schaden genau!
Damit es bei der Erstattung durch die zuständige Versicherung keine Probleme gibt, empfehlen wir, Bilder von den beschädigten Gegenständen zu machen. Fotografieren Sie am besten aus mehreren Winkeln, damit mögliche Zweifel an der Ursache der Beschädigung ausgeräumt werden können. Melden Sie die Schäden auch Ihrem Vermieter schriftlich im Detail mit Ursache und Zeitpunkt des Schadens. Kontaktieren Sie zudem Ihre Hausratversicherung und schicken Sie dieser die Fotos für die Schadenserstattung.
Schimmel selbst entfernen oder Fachbetrieb beauftragen?
Bis zu einer befallenen Fläche von 0,5 m² für sichtbaren, oberflächlichen Befall können Sie Schimmel nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes zur Schimmelsanierung in der Regel selbst entfernen.4 Dabei sollten aber Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Atemschutzmaske beachtet werden. Die Sanierung größerer Schimmelflächen gehört auch wegen der hohen Gesundheitsgefahren in Profihand. So muss vor der Sanierung größerer Schimmelflächen der entsprechende Bereich abgeschottet werden (z. B. mit Folie), damit keine freigesetzten Schimmelbestandteile wie Sporen in nicht befallene Bereiche von Haus oder Wohnung eingetragen werden können.
Nach einem Wasserschaden wird die genannte Grenze von 0,5 m² allerdings oft überschritten - auch wenn der sichtbare Schimmelbefall unter dieser Flächengrenze liegt. So liegt gerade bei Wasserschäden der größere Teil des Schimmelbefalls oft versteckt vor (z. B. in Dämmstoffen, hinter Tapeten, in Hohlräumen).5
Maßnahmen, die ein Fachbetrieb durchführen sollte
Beachten Sie, dass bei einem Wasserschaden häufig auch Wasser in schwer erreichbare Stellen, wie unter Böden oder in Wände, eindringen kann. Zur Trocknung entsprechender Stellen werden Spezialgeräte benötigt, damit die eingeschlossene Feuchtigkeit vollständig entfernt werden kann. Zudem sind häufig Reparaturen am Leitungssystem notwendig, für die Sie erfahrene Handwerker benötigen. Fachbetriebe können unter anderem die folgenden Maßnahmen durchführen:
✅ Leckortung: Die erste Maßnahme, die ein Fachbetrieb durchführt, ist meist die Ortung des Lecks, von dem aus sich das Wasser verbreitet. Hierfür werden spezielle Messtechniken wie Elektroakustik, Thermografie und Endoskopie eingesetzt, um das Leck aufzuspüren.
✅ Reparatur: Wurde das Leck identifiziert, wird dieses von dem Fachbetrieb repariert bzw. ersetzt. (zum Beispiel ein defektes Wasserrohr).
✅ Professionelle Trocknung: Mithilfe von Trocknungsgeräten wird dann die Feuchtigkeit im Innenraum und in der Bausubstanz entfernt.
So verhindern Sie die Schimmelbildung nach der Beseitigung des Schadens
Nachdem der Schaden beseitigt wurde, ist es wichtig, in den Wochen danach Maßnahmen zu ergreifen, die eine Bildung von Schimmelpilz verhindern. Schimmel kann ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 70 % entstehen. Ab ca. 80 % finden praktisch alle häufig in Innenräumen vorkommenden Schimmelpilzarten ideale Wachstumsbedingungen vor.2 Nach einem Wasserschaden ist die Luftfeuchtigkeit in den betroffenen Bereichen allerdings nur ein Risikofaktor für die Schimmelbildung. Entscheidend ist ebenso die Feuchte im vom Wasserschaden betroffenen Material selbst.
👉 Wie Sie richtig heizen und lüften, um Schimmel zu vermeiden
👉 Wie Sie mit Luftentfeuchtern Schimmel vermeiden können
Wie schnell kann Schimmel nach einem Wasserschaden entstehen?
Wie kommt es zum Wasserschaden im Haus?
Die häufigsten Ursachen für Wasserschäden sind Rohrbrüche, die durch Frost oder rostige Leitungen entstehen können. Weitere typische Quellen für Wasserschäden sind defekte Schläuche – zum Beispiel bei Waschmaschinen. Ursächlich für Wasserschäden kann zudem Hochwasser oder Starkregen sein.
Welche Versicherung zahlt?
Gebäudeversicherung: Am häufigsten entstehen Wasserschäden in Häusern durch Rohrbrüche und werden daher von der Gebäudeversicherung übernommen. Diese gilt für unbewegliches Mobiliar, das zum Haus gehört, wie zum Beispiel Wände oder Böden.
Hausratversicherung: Diese ist für bewegliches Mobiliar, wie Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, aber auch Bodenbeläge und Teppiche zuständig, die bei dem Wasserschaden zerstört werden. Die Hausratversicherung kommt ebenso für zusätzliche Kosten auf, die durch den Wasserschaden entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Hotelkosten bei einem Schaden durch Schimmel, der die Wohnung unbewohnbar macht.
Wichtig: In Fällen von grober Fahrlässigkeit wird der Schaden eventuell nicht mehr von der Versicherung übernommen. Dies kann bereits eine nicht angemessene Wartung der Leitungen im Haus sein. Informationen dazu, welche Schäden übernommen werden, finden Sie in Ihrer Versicherungspolice.
Sie hatten vor kurzem einen Wasserschaden? Jetzt auf Schimmel testen!
Nachdem der Wasserschaden beseitigt und alle Stellen getrocknet und gereinigt sind, sollten Sie besonders in den Wochen danach wachsam sein. Stellen Sie einen muffigen oder modrigen Geruch fest, ist das ein Anzeichen, dass sich womöglich noch Restfeuchtigkeit in einem Material befindet und zu schimmeln beginnt.
Mit einem Schimmeltest Ihrer Raumluft können Sie einen Schimmelbefall frühzeitig erkennen und einen Fachbetrieb hinzuziehen, bevor es zu großen Folgeschäden durch den Befall kommt. Für die Durchführung des Schimmeltests benötigen Sie lediglich unser Test-Kit, mit dem Sie selbst die Probe Ihrer Raumluft entnehmen. Danach schicken Sie die Probe zurück an unser Fachlabor und erhalten nach kurzer Zeit online Ihr Ergebnis.
Unser Fachlabor untersucht Ihre Probe auf den Gefährdungsgrad, indem die Anzahl an Schimmelsporen bestimmt wird. Zudem erfahren Sie in Ihrem Ergebnisbericht, welche Schimmelpilzgattungen in Ihrer Probe nachgewiesen wurden, mit einfach verständlichen Erklärungen zu den Ergebnissen. Ihren Ergebnisbericht können Sie auf unserem Kundenportal MyChecknatura abrufen.
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FAQs: Schimmel nach Wasserschaden
Wie schnell kann Schimmel nach einem Wasserschaden auftreten?
Teilweise beginnt die Schimmelbildung bereits nach 24 Stunden. Bis Schimmelherde sichtbar werden, hat sich das Schimmelgeflecht (Myzel) oft schon länger im Material ausgebreitet.
Wo kann sich versteckter Schimmel nach einem Wasserschaden bilden?
Versteckter Schimmel kann sich nach einer Durchfeuchtung zum Beispiel hinter größeren Möbelstücken, hinter Tapeten, in Dämmstoffen oder unter Teppichböden bilden. Grund dafür ist unter anderem, dass die Trocknung an diesen Orten oft sehr langsam stattfindet.5
Ist Schimmel nach einem Wasserschaden gefährlich?
Ja, Schimmel bzw. Schimmelpilzsporen in der Raumluft können eine ernsthafte Gesundheitsgefahr darstellen. So sind unter anderem allergische Reaktionen (Schimmelpilzallergie), eine Verschlechterung von Atemwegserkrankungen (z. B. Bronchitis, Asthma) sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit der Atemwege durch Schimmelbefall möglich.6
Haftungsausschluss/Empfehlung
Die in diesem Ratgeber getätigten Aussagen und Empfehlungen wurden von uns gründlich recherchiert. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität können wir jedoch nicht garantieren.
1Vgl.: Bautrocknung Hentrich: Schimmel nach Wasserschaden verhindern - so schützen Sie Ihre Familie. 2026.
2Vgl.: Trotec: Wasserschaden - was tun bei Schimmelbefall? 2016.
3Vgl.: Cotes: Vom Wasserschaden zur kontrollierten Trocknung. 2023.
4Vgl.: Umweltbundesamt: Häufige Fragen bei Schimmelbefall. 2022.
5Vgl.: Eßer Sanieurngstechnik: Schimmel nach Wasserschaden erkennen - sichtbare & versteckte Anzeichen. 2026.
6Vgl.: Stadt Hamburg, Justiz und Verbraucherschutz: Macht Schimmel krank? 2026.