Schimmelpilze sind in der Natur allgegenwärtig und ihre Sporen (feine „Samen” des Schimmels) gelangen durch geöffnete Fenster und als Anhaftungen an Kleidung in nahezu jeden Innenraum. Zu einem Schimmelbefall kommt es jedoch nur dann, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:1, 2, 3
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Feuchtigkeit: Die allermeisten Schimmelpilze benötigen zum Keimen der Sporen und für weiteres Wachstum Feuchtigkeit.
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Nahrung: Schimmelpilze brauchen organische Nahrung wie Cellulose (Holz, einige Tapeten), Baumwolle, Leder, Nahrungsreste etc. Selbst kleinste Schmutzanhaftungen (z. B. an Wänden) mit organischen Komponenten können Schimmel als Nahrungsgrundlage genügen.
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Temperatur: Viele Schimmelpilze bevorzugen Temperaturen zwischen 20 und 30 °C. Allerdings sind Schimmelpilze oft in einem breiten Temperaturbereich Lebens- und Vermehrungsfähig. So gedeihen diese häufig auch noch bei Temperaturen unter 10 oder über 40 °C.
Schimmelwachstum wird im Wesentlichen durch erhöhte Feuchtigkeit begünstigt. Als Ursachen einer erhöhten Feuchtigkeit kommen unter anderen in Frage:1
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falsches oder unzureichendes Lüften besonders nach dem Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen (zu hohe Luftfeuchtigkeit),
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falsches bzw. unzureichendes Heizen (Bildung von Kondenswasser),
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Wärmebrücken durch schlechte Dämmung (Kondenswasserbildung) sowie bauliche Mängel wie Risse im Mauerwerk oder defekte Leitungen (Wasserschäden).
Die Luftfeuchtigkeit spielt bei der Schimmelprävention eine wichtige Rolle. In Innenräumen sollte diese zwischen 40 und 60 % liegen. Steigt die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60 % an, erhöht sich das Schimmelrisiko bereits und es sollte gelüftet werden. Ein starkes Schimmelrisiko besteht, wenn die Luftfeuchtigkeit über mehrere Tage über 70 % ansteigt.2 Dies sollte durch verstärktes Lüften und/oder andere Maßnahmen unbedingt verhindert werden.
Die relative Luftfeuchtigkeit (üblicherweise oft nur als „Luftfeuchtigkeit” bezeichnet) beschreibt den temperaturabhängigen Sättigungsgrad der Luft mit Wasserdampf. Warme Luft kann mehr Wasserdampf speichern als kalte Luft. Deshalb kommt es an kühlen Stellen im Raum oft zur Bildung von Kondenswasser. Eine einfache Maßnahme zur Absenkung der Luftfeuchtigkeit in Innenräumen ist regelmäßiges Lüften. Ein besonderes Risiko der Kondenswasserbildung besteht an Wärmebrücken an schlecht gedämmten Stellen wie Fensterlaibungen, Rollladenkästen oder Außenwänden.1
Richtiges Heizen und Lüften gegen Schimmel zählt zu den wichtigsten Schimmel-Präventionsmaßnahmen und sorgt nebenbei für ein gesundes Raumklima. Empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang unter anderem die folgenden Maßnahmen:4
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Lüften: Mindestens drei- bis viermal täglich für 5 bis 10 Minuten stoßlüften – auch im Winter. Querlüften (gegenüberliegendes Fenster öffnen) beschleunigt den Luftaustausch und senkt in der Regel die Luftfeuchtigkeit. Beim Lüften die Heizkörper abdrehen, um Energie zu sparen.
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Heizen: Richtig heizen gegen Schimmel bedeutet, die Temperatur in allen Innenräumen nicht zu stark absinken zu lassen. In Wohnräumen sollten ca. 20 °C, in Schlafzimmern 18 °C und in wenig genutzten Räumen 16 °C nicht unterschritten werden. Werden einzelne Räume nicht geheizt oder bestehen zu große Temperaturunterschiede zwischen einzelnen Räumen, kann es zu schimmelfördernder Kondenswasserbildung kommen.
Obige Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Generell sollten die im vorherigen Absatz genannten Raumtemperaturen zur Vermeidung von Schimmel das ganze Jahr über nicht unterschritten werden. So kann es zum Beispiel auch an kühlen Sommertagen ratsam sein, Räume zu heizen.
Verschiedene Räume können teilweise unterschiedliche Anforderungen an die Schimmelprävention haben:5
💡 Schimmel im Bad vermeiden
Im Badezimmer wird durch Duschen, Baden und das Trocknen von Handtüchern besonders viel Feuchtigkeit freigesetzt. Präventionsmaßnahmen gegen Schimmel sind hier deshalb besonders wichtig:
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Nach dem Duschen oder Baden sofort lüften (am besten mit einem Badlüfter/Ablüfter oder durch Stoßlüften).
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Nutzen Sie nach dem Duschen einen Abzieher, um Feuchtigkeit in der Dusche zu reduzieren.
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Breiten Sie den Duschvorhang nach dem Duschen aus, damit dieser trocknen kann und keinen Schimmel ansetzt.
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Lassen Sie die Tür der Duschkabine nach der Nutzung offen, um das Abtrocknen zu beschleunigen.
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Handtücher nach Gebrauch aufhängen, damit sie trocknen können.
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Normale Heizkörper nicht mit trocknenden Handtüchern abdecken – das behindert die Luftzirkulation und die Heizwirkung. Zum Trocknen von Handtüchern sind Handtuchheizkörper empfehlenswert.
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Badezimmer bei entsprechender Witterung durchgängig beheizen (außer während des Lüftens).
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Halten Sie die Badezimmertür geschlossen, damit Feuchtigkeit nicht in andere Räume gelangt.
💡 Schimmel im Schlafzimmer vermeiden
Im Schlafzimmer wird Feuchtigkeit durch die Atmung und Schweiß freigesetzt. Schimmel im Schlafzimmer lässt sich wie folgt vermeiden:
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morgens und abends stoßlüften,
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die Tür zum Schlafzimmer geschlossen halten, um warme, feuchte Luft aus anderen Räumen fernzuhalten,
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Bettzeug und Bett gründlich auslüften lassen,
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Bett- und Kleiderschränke nicht direkt an Außenwände stellen, sondern etwa 10 cm Abstand lassen, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten.
💡 Schimmel im Keller vermeiden
In Kellerräumen besteht aufgrund der niedrigen Temperaturen oft ein erhöhtes Schimmelrisiko durch Kondenswasserbildung. Wasserschäden bzw. feuchte Stellen an Wänden und Fußböden durch eindringendes Wasser infolge unzureichend abgedichteten Mauerwerks sind ebenfalls häufig. So lässt sich Schimmel im Keller oft vermeiden:
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regelmäßiges Lüften,
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nicht an warmen Sommertagen lüften, da die feuchte, warme Außenluft verstärkt im Keller kondensiert. Eventuell kann bei entsprechenden Wetterperioden nachts oder am frühen Morgen gelüftet werden.
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eine Heizung oder einen Luftentfeuchter einsetzen, falls die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu hoch ist,
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Bauschäden wie schadhafte Feuchtigkeitssperren beseitigen lassen,
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Wäsche nicht im Keller auf Leinen oder Wäscheständern trocknen, ohne eine besonders gute Belüftung zu gewährleisten.
Neben verhaltensbasierten und baulichen Maßnahmen können Luftentfeuchter und Luftreiniger bei der Schimmelprävention bzw. Schimmelbekämpfung helfen. Diese Geräte sind jedoch in der Regel keine Dauerlösung. Auch bestimmte Pflanzen und Anstriche können zur Schimmelprävention beitragen:
Luftentfeuchter gegen Schimmel: Elektrische Entfeuchter senken aktiv die Raumluftfeuchtigkeit und können unter anderem in Kellern oder zur Trocknung nach Wasserschäden sinnvoll sein.
Luftreiniger gegen Schimmel: Geräte mit zum Beispiel HEPA-Filter (hocheffizienter Partikelfilter) können Schimmelsporen aus der Luft filtern und damit die Sporenbelastung reduzieren.
Pflanzen gegen Schimmel: Bestimmte Zimmerpflanzen sollen helfen, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. Der Effekt ist jedoch in der Regel als alleinige Maßnahme nicht ausreichend.
Anti-Schimmel-Farben: Spezielle Wandfarben mit Fungiziden (Anti-Schimmel-Mittel) können in Kombination mit anderen Maßnahmen unterstützend wirken. Die Farben sind jedoch wegen ihrer Schadstoffproblematik umstritten. Als Alternativen bieten sich Silikat- und Kalkfarben an.6
Teilweise verursachen Baumängel oder Einflüsse der Bauphysik Schimmelbildung oder fördern diese zumindest. Abhilfe kann hier durch verschiedene Maßnahmen erfolgen:
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Schimmel hinter der Heizung: Befindet sich der Heizkörper in einer unzureichend gedämmten Heizkörpernische, geht viel Wärme nach außen verloren und es kann hinter dem Heizkörper zu verstärkter Kondenswasserbildung kommen. Insbesondere, wenn der Heizkörper nicht in Betrieb ist. Auch weitere bauphysikalische Aspekte und Maßnahmen können die Schimmelbildung hinter Heizkörpern begünstigen. Weitere Infos zu dieser Thematik: Schimmel hinter Heizung.
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Dämmung gegen Schimmel: Eine gut geplante und korrekt installierte Dämmung verhindert kalte Oberflächen, an denen Feuchtigkeit kondensiert. Eine Dämmung kann als Außendämmung oder Innendämmung vorgenommen werden. Letztere Variante bietet sich unter anderem an, wenn keine größeren Baumaßnahmen an der Fassade vorgenommen werden sollen oder können. Mehr dazu: Innendämmung gegen Schimmel.
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Infrarotheizung gegen Schimmel: Infrarotstrahler wärmen Wände direkt auf und reduzieren so die Kondenswasserbildung. Dies kann zum Beispiel in Kellerräumen oder Badezimmern sinnvoll sein. Details: Infrarotheizung gegen Schimmel.
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Schimmel durch 3-fach-Verglasung: Moderne, mehrfach verglaste Fenster weisen besonders in Altbauten oft eine bessere Wärmedämmung auf als die Außenwände. Dies soll zu verstärkter Schimmelbildung an den Außenwänden führen können. Diese Argumentation ist jedoch umstritten.7 Mehr Infos dazu: Schimmel durch 3-fach-Verglasung.
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Raumtemperatur kontrollieren: In allen Räumen eine Temperatur von mindestens 16 bis 18 °C gewährleisten.
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Stoßlüften: Mehrmals täglich 5 – 10 Minuten stoßlüften. Dauerhaft gekippte Fenster vermeiden, da diese Schimmelbildung fördern können.
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Luftfeuchtigkeit messen: Zielwert 40 – 60 % relative Luftfeuchtigkeit. Temperatur und Luftfeuchtigkeit können mit unserem praktischen Thermo-Hygrometer inklusive praktischem Schimmelalarm gemessen werden.
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Bad und Küche verstärkt lüften: Nach dem Kochen/Duschen sofort lüften, Türen zur übrigen Wohnung schließen.
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Möbel mit Abstand zur Außenwand: Mindestens 5 – 10 cm Abstand zu Außenwänden lassen.
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Heizkörper freihalten: Keine Verkleidungen, Vorhänge oder Möbel vor Heizkörpern positionieren, um die Luftzirkulation nicht zu behindern.
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Keller richtig lüften: An warmen Sommertagen nur nachts oder am frühen Morgen lüften.
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Bauschäden beheben: Unzureichende/defekte Dämmungen, Risse, undichte Leitungen und feuchtes Mauerwerk fachmännisch sanieren lassen.
Dunkle Verfärbungen an Wänden, Decken oder Fensterlaibungen müssen nicht automatisch Schimmel sein. Dies gilt ebenso für helle Krusten an Kellerwänden oder auf dem Estrich. So wird Schimmelbefall teilweise unter anderem mit Fogging (Schwarzstaub) oder auch Salzausblühungen verwechselt. Da echter Schimmelbefall völlig andere Präventions- und Sanierungsmaßnahmen erfordert als die genannten „Alternativen”, sollten Sie bei Schimmelverdacht einen Schimmeltest durchführen:
Dazu bieten wir unter anderem die folgenden Tests an:
Schimmeltest Abklatsch – zur direkten Probenahme auf verdächtigen Oberflächen
Schimmeltest Raumluft – zur Untersuchung der Raumluft auf erhöhte Konzentrationen von Schimmelpilzsporen
Die Probenahme für die Tests können Sie mithilfe der beiliegenden Anleitung einfach selbst durchführen. Anschließend senden Sie die Probe per Post an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach der fachgerechten Analyse steht Ihnen das Ergebnis bereits kurze Zeit später online zur Verfügung. Bei unseren Schimmeltests werden übrigens auch die Schimmelpilzgattungen (Abklatsch-Test) bzw. die genaue Schimmelart (Raumluft-Test) bestimmt. So können Sie die vom Schimmel ausgehenden Gesundheitsrisiken besser einschätzen und gezielte Präventions- und Sanierungsmaßnahmen einleiten.
Kann trotz Lüften Schimmel entstehen?
Ja. Trotz Lüften kann Schimmel entstehen, wenn bauliche Mängel, Wärmebrücken oder dauerhaft zu niedrige Temperaturen in Innenräumen vorliegen.
Wie oft sollte man lüften, um Schimmel vorzubeugen?
Empfohlen wird meist zwei- bis viermal tägliches Stoßlüften. Nach dem Duschen, Baden oder Kochen sollte zusätzlich sofort gelüftet werden.
Kann man Schimmel vermeiden, ohne zu heizen?
In den meisten Fällen nicht dauerhaft. Zu kalte Räume erhöhen das Risiko von schimmelfördernder Kondenswasserbildung deutlich.