Cadmium ist ein natürlich vorkommendes Schwermetall, das in der Erdkruste in geringen Mengen enthalten ist. Häufig tritt Cadmium gemeinsam mit anderen Metallen wie Zink, Blei oder Kupfer auf und fällt unter anderem bei der Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen an. Aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaften wurde Cadmium unter anderem in Batterien, Pigmenten, Beschichtungen und verschiedenen industriellen Anwendungen eingesetzt.
Zusätzliche Einträge entstehen beispielsweise durch Metallverarbeitung, Industrieprozesse oder den Einsatz bestimmter Düngemittel in der Landwirtschaft. Dadurch kann Cadmium in Böden, Gewässer und schließlich auch ins Trinkwasser gelangen.
In den meisten Fällen stammt Cadmium im Trinkwasser aus natürlichen oder umweltbedingten Einträgen. Bei verzinkten Leitungen können jedoch unter bestimmten Bedingungen auch Installationsmaterialien geringe Mengen an Cadmium an das Wasser abgeben – insbesondere bei älteren Anlagen, längeren Stagnationszeiten oder korrosionsanfälligem Wasser.1
Mögliche Eintragsquellen für Cadmium im Trinkwasser sind:
- Natürliche, cadmiumhaltige Gesteins- und Bodenschichten
- ehemalige Bergbau- und Industriegebiete
- industrielle Emissionen und Altlasten
- phosphathaltige Düngemittel in der Landwirtschaft
- in Einzelfällen ältere verzinkte Leitungen oder Brunnenbauteile
Cadmium zählt zu den Schwermetallen, die der menschliche Körper nur langsam wieder ausscheidet. Wird Cadmium über einen längeren Zeitraum aufgenommen, kann es sich im Organismus anreichern. Besonders betroffen sind dabei die Nieren, aber auch die Leber sowie der Knochenstoffwechsel.
Entscheidend ist dabei weniger eine einmalige Aufnahme, sondern eine langfristige Belastung über viele Jahre. Da Cadmium im Körper nur langsam abgebaut und ausgeschieden wird, können sich selbst geringe Konzentrationen mit der Zeit ansammeln. Wie stark sich Cadmium im Trinkwasser tatsächlich auf den Körper auswirkt, hängt daher von der aufgenommenen Menge, der Dauer der Belastung und individuellen Faktoren wie Alter, Ernährung oder allgemeinem Gesundheitszustand ab.
Besondere Aufmerksamkeit gilt bestimmten Personengruppen. Dazu zählen Kinder, Schwangere, Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie Personen mit einem Mangel an Mineralstoffen wie Eisen, Calcium oder Zink.2
Cadmium im Trinkwasser ist in Deutschland selten in relevanten Mengen nachweisbar. Bei regional belasteten Böden oder Altlasten kann ein gezielter Cadmium-Test im Wasser jedoch zusätzliche Sicherheit geben.
Der Cadmium-Grenzwert im Trinkwasser liegt in Deutschland nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) bei 0,005 Milligramm pro Liter (mg/l).3 Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet Cadmium im Trinkwasser als gesundheitlich relevanten Stoff und empfiehlt daher einen Richtwert von 0,003 mg/l.4
Nach Angaben der WHO liegt die Konzentration an Cadmium im Trinkwasser normalerweise bei unter 0,001 Milligramm pro Liter (mg/l). Der Richtwert basiert auf dem Schutz der Nieren bei lebenslanger Aufnahme. Gleichzeitig weist die WHO darauf hin, dass Trinkwasser meist nur einen kleinen Teil der gesamten Cadmiumaufnahme ausmacht. Häufiger gelangt Cadmium über die Nahrung in den Körper, zum Beispiel über Getreideprodukte, Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Kakao.5
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Wird im Trinkwasser Cadmium in erhöhtem Maße festgestellt, kann eine gezielte Wasseraufbereitung sinnvoll sein. Da Cadmium im Wasser oft in gelöster Form vorliegt, lässt sich das Schwermetall mit geeigneten technischen Verfahren zuverlässig entfernen.
Für die Entfernung von Cadmium im Trinkwasser kommen folgende Verfahren infrage:
💡 Umkehrosmose:
➔ Ist eines der zuverlässigsten Verfahren in der Praxis.
➔ Spezielle Membranen halten gelöste Trinkwasser-Schadstoffe wie Cadmium sehr effektiv zurück.
➔ Wird häufig bei privaten Brunnen zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt.
💡 Ionenaustausch:
➔ Bindet gelöste Metallionen gezielt aus dem Wasser.
➔ Eignet sich besonders bei erhöhten Metallbelastungen im Trink- oder Brunnenwasser.
➔ Die Filtermaterialien müssen regelmäßig regeneriert oder ausgetauscht werden.
Cadmium im Trinkwasser ist in Deutschland in der Regel in sehr geringen Konzentrationen nachweisbar. Mögliche Einträge entstehen hauptsächlich durch natürliche Gesteinsschichten, industrielle Altlasten, landwirtschaftliche Einflüsse oder in Einzelfällen durch ältere verzinkte Leitungen und Brunnenbauteile.
Relevant wird Cadmium im Wasser dann, wenn erhöhte Mengen über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden. Da der menschliche Körper Cadmium nur langsam ausscheidet, kann sich das Schwermetall über Jahre im Organismus anreichern. Besonders sensible Personengruppen sollten mögliche Belastungen deshalb frühzeitig abklären.
Bei regional bekannten Altlasten oder Unsicherheiten zur Wasserqualität bei älteren Installationen kann ein gezielter Cadmium-Nachweis zusätzliche Sicherheit schaffen.