- der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren
- dem Aufbau von Bindegewebe, Knorpel und Knochen
- der Bildung von Proteoglykanen und Kollagen
- antioxidativen Systemen, die Zellen vor oxidativem Stress schützen
- Vorgängen im Gehirnstoffwechsel, die Stimmung, Konzentration und Belastbarkeit beeinflussen können
Diese Prozesse erklären, warum Mangan trotz des sehr geringen Bedarfs eine biochemische Rolle im Körper hat.1
Ein Manganmangel bedeutet, dass dem Körper zu wenig Mangan für diese Prozesse zur Verfügung steht. Dies kommt selten vor und entsteht meist durch besonderen Situationen, etwa bei geringer Nährstoffaufnahme (z. B. Malabsorption), künstlicher Ernährung (parenteral) oder wenn ein erhöhter Bedarf besteht.
Da der tägliche Bedarf sehr gering ist und pflanzliche Quellen Mangan zuverlässig liefern, gilt ein ernährungsbedingter Mangel beim Menschen als Ausnahmefall. Wichtig für die Einordnung ist jedoch, dass ein Manganmangel nicht abrupt auftritt, sondern sich über funktionelle Veränderungen bemerkbar macht – häufig mit Auswirkungen auf Stoffwechsel, Knochen und Bindegewebe sowie auf neuropsychische Funktionen.
Ein Mangan Mangel entsteht meist nicht durch eine normale Ernährung, sondern durch Störungen der Aufnahme oder Versorgung. Dem Körper wurde über längere Zeit weniger Mangan zugeführt, als verbraucht oder benötigt wurde.
Zu den wichtigsten Ursachen gehören:
🔎 Beeinträchtigte Nährstoffaufnahme im Darm
Bei bestimmten Erkrankungen oder anhaltenden Verdauungsstörungen kann die Aufnahme von Mangan aus einem Lebensmittel im Darm eingeschränkt sein. Solche sogenannten Malabsorptionsprozesse betreffen häufig nicht nur ein einzelnes Spurenelement, sondern mehrere Nährstoffe gleichzeitig. Durch solche Störungen kann es trotz ausreichender Zufuhr über die Ernährung zu einer verminderten Versorgung kommen.
🔎 Künstliche Ernährung (parenterale Ernährung)
Bei einer längerfristigen Ernährung über Infusionen kann ein Mangan Mangel entstehen, wenn das Spurenelement nicht gezielt ergänzt wird. Da das Spurenelement Mangan nicht automatisch Bestandteil aller Infusionslösungen ist, gilt dies als klassisches klinisches Szenario, in dem Mangelsituationen beschrieben wurden.
🔎 Einseitige oder stark eingeschränkte Ernährung
Ein dauerhaft einseitiger oder stark eingeschränkter Speiseplan kann die Manganversorgung beeinträchtigen, insbesondere bei geringem Verzehr von Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten.
🔎 Erhöhter Bedarf an Mangan
In bestimmten Lebensphasen oder Stoffwechselsituationen kann der Manganbedarf ansteigen, ohne dass die Zufuhr entsprechend angepasst wird. Zu den Ursachen zählen primär das Wachstum, eine Schwangerschaft oder spezielle metabolische Anforderungen. Bleibt die Zufuhr unverändert, kann dies langfristig zu einer Unterversorgung beitragen.
Insgesamt entsteht ein Manganmangel häufig durch eine Kombination aus verminderter Aufnahme, fehlender Zufuhr und erhöhtem Bedarf, während eine rein ernährungsbedingte Unterversorgung beim gesunden Erwachsenen in der Regel selten ist.2
Das Mangan unterstützt unter anderem den Energiestoffwechsel, das Bindegewebe und den Gehirnstoffwechsel. Fehlt das Spurenelement über längere Zeit, kann das verschiedene Bereiche betreffen. Manganmangel Symptome werden wie folgt beschrieben:
► Mangan: Energie und Belastbarkeit
Verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit oder geringerer Antrieb treten vergleichsweise früh auf, wirken jedoch unspezifisch und können auch andere Ursachen haben.
► Mangan: Knochen und Bindegewebe
Manganmangel Störungen im Aufbau von Knochen und Knorpel sind seltener, aber biologisch plausibel, da Enzyme, welche von Mangan abhängig sind, an der Synthese von Bindegewebsstrukturen beteiligt sind. Im Kindesalter wird teils auf Wachstumsprozesse verwiesen.
► Mangan: Neuropsychische Funktionen
Da Mangan auch am Gehirnstoffwechsel beteiligt ist, können Veränderungen von Stimmung, Konzentration oder Stress auftreten. Aus neuropsychischer Sicht wirkt sich ein Manganmangel negativ aus.
► Mangan: Haut und Gewebe
Da im Zuge eines Manganmangels trockene Haut und eine erhöhte Hautempfindlichkeit auftreten, sind diese als Hinweiszeichen, jedoch nicht als eindeutige Diagnose für Mangan Mangel zu werten. Sie überschneiden sich mit der Wirkung anderer Mikronährstoffmängel und treten meist nur bei länger bestehender Unterversorgung auf.3
Der tägliche Bedarf an Mangan ist sehr gering. Für Erwachsene werden in der Literatur etwa 2–5 Milligramm pro Tag angegeben. Eine normale Ernährung deckt diesen Bedarf in der Regel zuverlässig ab, da Mangan vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten vorkommt.
Da die benötigten Mengen klein sind, gelten ernährungsbedingte Störungen durch anhaltenden Manganmangel beim Menschen als selten. 4 Für die Prävention eines Mangels ist keine spezielle Strategie erforderlich. Entscheidend ist ein ausgewogener Speiseplan, der pflanzliche Lebensmittel einschließt. Eine zusätzliche Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel ist bei gesunder Ernährung üblicherweise nicht notwendig.
Eine Besonderheit betrifft Mangan im Trinkwasser: Für einen Mangan Mangel spielt Trinkwasser in der Regel keine Rolle. In Einzelfällen kann Leitungswasser jedoch zu einer überhöhten Aufnahme von Mangan bei Personen beitragen – insbesondere bei privaten Brunnen oder älteren Installationen, in denen regionale Unterschiede auftreten können. Sollten Sie den Verdacht haben, dass die Bildung der Mangankonzentration im Wasser ungewöhnlich hoch sein könnte, können Sie dies durch eine Trinkwasseranalyse überprüfen lassen. Ein Wassertest Schwermetalle + Mineralstoffe zeigt, ob die Mangankonzentration im Trinkwasser im unbedenklichen Bereich liegt. Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel: Mangan Trinkwasser
Mangan Quellen finden sich vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln. Besonders hohe Gehalte finden sich in:
- Vollkornprodukten (z. B. Haferflocken, Weizen, Roggen)
- Nüssen und Samen (z. B. Haselnüsse, Mandeln, Sonnenblumenkerne)
- Hülsenfrüchten (z. B. Linsen, Bohnen, Kichererbsen)
- grünem Blattgemüse
- Tee, insbesondere Grün- und Schwarztee3
Da diese Lebensmittel bei vielen Menschen regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, erreicht der Körper die benötigten Mengen an Mangan meist ohne besonderen Aufwand. Das erklärt, warum ein ernährungsbedingter Mangel insgesamt ungewöhnlich ist.
Auch kleinere Mengen in weiteren pflanzlichen Lebensmitteln summieren sich über den Tag, sodass die Versorgung selbst bei moderatem Verzehr typischer Basisprodukte sichergestellt wird.