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Verwendung von Messing in der Trinkwasserleitung

Messing in der Trinkwasserleitung ist heute Standard und in den meisten Fällen unproblematisch. Viele Bauteile wie Armaturen, Ventile oder Messing-Fittings für Trinkwasser bestehen aus diesem Werkstoff und sind für den täglichen Einsatz ausgelegt.

Trotzdem stellt sich die Frage: Ist Messing für Trinkwasser geeignet – oder kann es die Wasserqualität beeinflussen? Schließlich steht Trinkwasser in Messingleitungen und Bauteilen dauerhaft in Kontakt mit dem Material. Messing ist dabei kein vollständig neutraler Werkstoff, sondern eine Legierung aus Metallen, die unter bestimmten Bedingungen reagieren kann.

Moderne Messing-Produkte, welche für Trinkwasser zugelassen sind, erfüllen strenge Anforderungen und gelten als sicher im Alltag. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick.Denn wie sich Messing im Trinkwasser tatsächlich auswirkt, hängt nicht nur vom Material selbst ab, sondern vor allem von den Betriebsbedingungen der Installation. Entscheidend sind insbesondere Stagnationszeiten, also wie lange Wasser in der Leitung steht, die Häufigkeit der Nutzung, das Alter der verbauten Bauteile sowie die Wasserbeschaffenheit mit Faktoren wie pH-Wert, Mineralgehalt und Korrosionsneigung. Erst das Zusammenspiel dieser Einflüsse bestimmt, ob und in welchem Umfang Wechselwirkungen zwischen Trinkwasser und Messing auftreten können.

Welche Stoffe kann Messing ins Trinkwasser abgeben?

Messing kann – je nach Zusammensetzung und Bedingungen – Metalle an das Trinkwasser abgeben. Dabei geht es nicht um „Verunreinigung“ im klassischen Sinn, sondern um Spurenstoffe, die aus dem Material gelöst werden können.

Im Zusammenhang mit Messing im Trinkwasser sind vorrangig diese Stoffe relevant:

  • Blei
  • Kupfer
  • Nickel
  • Zink

Der wichtigste Stoff ist dabei Blei. Einige Messinglegierungen enthalten kleine Mengen davon, da es die Verarbeitung erleichtert. Gelangt Blei ins Trinkwasser, wird das aus gesundheitlicher Sicht besonders kritisch bewertet – weshalb die Grenzwerte hier sehr streng sind.1 Lesen Sie hierzu auch den Artikel: Blei im Trinkwasser erhöht.

Auch Kupfer, Zink und Nickel können aus Messing in der Trinkwasserleitung freigesetzt werden. Diese Metalle sind natürlicher Bestandteil des Werkstoffs und können je nach Konzentration Einfluss auf Geschmack, Farbe oder die technische Qualität des Wassers haben.

Hinweise zur Trinkwasserhygienischen Eignung von Messing (UBA, DVGW, TrinkWV)

Welche Trinkwasser-Materialien in der Installation eingesetzt werden dürfen, ist in Deutschland klar geregelt. Maßgeblich sind die Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes (UBA), die technischen Regeln des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sowie die gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung (TrinkwV).

Das Umweltbundesamt (UBA) legt fest, welche Materialien grundsätzlich für den Kontakt mit Trinkwasser geeignet sind.2 Im Mittelpunkt steht dabei die Bewertung der Stoffabgabe: Es wird geprüft, in welchem Umfang und in welcher Form ein Werkstoff Bestandteile an das Wasser abgibt und ob diese Mengen gesundheitlich unbedenklich sind. Nur Materialien, die diese Anforderungen erfüllen, erhalten das Zertifikat zur ´Trinkwasserhygienischen Eignung´.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) überführt diese Anforderungen in die Praxis.3 Er definiert technische Regeln für Planung und Betrieb von Trinkwasserinstallationen und prüft Produkte darauf, ob sie die festgelegten Anforderungen einhalten. Dazu gehören auch Bauteile wie Armaturen, Trinkwasser-Verteiler, oder Messing-Fittings für Trinkwasser.

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) bildet den rechtlichen Rahmen. Sie schreibt vor, dass Materialien im Kontakt mit Trinkwasser

  • keine Stoffe in gesundheitlich relevanten Mengen abgeben,
  • die Wasserqualität nicht nachteilig verändern,
  • die mikrobiologische Beschaffenheit nicht beeinträchtigen,
  • Geruch, Geschmack und Aussehen des Wassers nicht beeinflussen dürfen.

Ferner legt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) konkrete Grenzwerte fest. Für Metalle, die aus Messing im Trinkwasser relevant sein können, gelten unter anderem:

  • Blei: 0,010 mg/l (ab 12.01.2028: 0,005 mg/l),
  • Kupfer: 2,0 mg/l,
  • Nickel: 0,020 mg/l.

💡 Hinweis: Zink wird in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) nicht mit einem eigenen Grenzwert berücksichtigt, da es als gesundheitlich weniger kritisch gilt. Höhere Konzentrationen können jedoch die sensorische Qualität des Wassers beeinflussen, etwa durch Geschmack oder Trübung.

Auch wenn Messing in der Trinkwasserleitung grundsätzlich zugelassen ist, können die tatsächlichen Werte im Einzelfall variieren. Eine Trinkwasseranalyse auf Metalle kann hier zusätzliche Orientierung geben.

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Wann ist Messing im Trinkwasser problematisch?

Messing im Trinkwasser ist im Alltag meist unauffällig. Relevant wird es insbesondere dann, wenn bestimmte Rahmenbedingungen zusammenkommen. Entscheidend sind dabei weniger einzelne Bauteile, sondern das Zusammenspiel aus Nutzung und Wasserchemie.

Ein typischer Einflussfaktor ist die Stagnation. Steht Wasser längere Zeit in der Leitung oder wird ein Anschluss selten genutzt, verlängert sich der Kontakt mit Messing in der Trinkwasserleitung. In dieser Zeit können sich Stoffe in geringem Umfang im Wasser anreichern. Zu Beginn der Wasserentnahme kann das messbar sein, nimmt jedoch in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab.

Auch neue Bauteile verhalten sich anders als bereits verwendete Systeme. Direkt nach dem Einbau von Armaturen oder Messing-Fittings für Trinkwasser kann die Stoffabgabe vorübergehend etwas erhöht sein. Mit der Zeit bildet sich eine stabile Oberfläche, die diesen Effekt reduziert.4

Ein weiterer Einflussfaktor ist die Wasserchemie. Eigenschaften wie pH-Wert, Mineralgehalt und die Zusammensetzung des Wassers bestimmen, wie stark Messing im Trinkwasser reagiert. Tendenziell kann leicht saures Wasser korrosiver wirken als hartes Wasser. Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Parameter, die die Korrosionsneigung des Wassers insgesamt bestimmen.5

Schließlich spielt auch das Alter der Installation eine Rolle. In älteren Anlagen können noch Werkstoffe vorhanden sein, die heutigen Anforderungen nicht mehr vollständig entsprechen. Hier lohnt sich ein genauerer Blick als bei modernen, geprüften Systemen.

Messing oder Rotguss im Trinkwasser – was ist besser?

Im Trinkwasserbereich stehen sich häufig zwei Werkstoffe gegenüber: Messing und Rotguss. Beide Werkstoffe werden in der Trinkwasserinstallation eingesetzt und gelten grundsätzlich als geeignet – unterscheiden sich aber im Detail.

Der wichtigste Unterschied liegt in der Zusammensetzung, denn Messing enthält neben Kupfer einen höheren Anteil an Zink, während Rotguss einen deutlich höheren Kupferanteil aufweist und weniger Zink enthält.

Das wirkt sich auf das Materialverhalten aus. Rotguss gilt als korrosionsbeständiger und weniger anfällig für Entzinkung. Messing ist dafür kostengünstiger und vielseitig einsetzbar, weshalb es in vielen Anwendungen weiterhin Standard ist.

Beide Werkstoffe können verwendet werden, sofern sie die Anforderungen erfüllen. Unterschiede zeigen sich eher in der Langzeitbeständigkeit und den Materialeigenschaften, weniger in der grundsätzlichen Eignung.

Tipps für Verbraucher

Im Alltag spielt Messing im Trinkwasser meist keine entscheidende Rolle. Bei Messing handelt es sich um einen Werkstoff, der unter bestimmten Bedingungen mit dem Wasser reagieren kann. Mit wenigen Maßnahmen lässt sich dieser Einfluss zusätzlich reduzieren:

💡 Nach längerer Standzeit:

  • Wasser laufen lassen, bis es merklich kühler wird. (Dies ist nach längerer Stagnationszeit ohnehin immer angeraten!)
  • Dadurch wird Wasser ersetzt, das länger in Kontakt mit der Messing-Trinkwasserleitung

💡 Bei neuen Armaturen oder Messing-Fittings für Trinkwasser:

  • Lassen Sie in den ersten Tagen nach dem Einbau regelmäßig Wasser laufen.
  • Anfängliche Materialeinflüsse nehmen in der Regel schnell ab.

💡 Bei der Auswahl von Produkten:

  • Verwenden Sie nur für Trinkwasser zugelassene Materialien.
  • Achten Sie auf geprüfte Produkte (z. B. nach DVGW-Standard).

💡 Bei bestehenden Installationen:

  • Behalten Sie bei älteren Installationen den Zustand im Blick. Hierzu eignet sich der Wassertest Rohrleitung.
  • Beobachten Sie Veränderungen im Wasser (z. B. Geschmack, Trübung).

💡 Bei Unsicherheit:

  • Testen Sie Ihr Leitungswasser einfach mit einer Trinkwasseranalyse auf Metalle. Dies gibt Sicherheit und hilft Ihnen, Ihr wichtigstes Lebensmittel zu kontrollieren.

Fazit: Messing im Trinkwasser

Mit zugelassenen und geprüften Produkten ist der Einsatz von Messing in der Trinkwasserinstallation in der Regel unkritisch.

Einflussfaktoren sind primär die Nutzung und Wasserchemie. Unter bestimmten Bedingungen können geringe Mengen an Metallen abgegeben werden, bleiben aber in der Regel innerhalb der Grenzwerte.

Im Alltag besteht meist kein Handlungsbedarf. Bei Unsicherheit kann eine Trinkwasseranalyse auf Metalle Orientierung geben.