Wie gelangt Kupfer in das Trinkwasser?

Bei geeigneter Wasserqualität ist eine Kupferrohrleitung korrosionsbeständig und kaum giftig. Bereits wenige Wochen nach der Inbetriebnahme der Installation bildet sich eine schützende Oxidschicht an der Innenwand der Rohre, die ein Auswaschen des Kupfers verhindert.

Besitzt das Wasser in manchen Regionen einen niedrigen Härtegrad und einen im sauren Bereich liegenden pH-Wert unter 7,0, kann Kupfer leicht aus den Leitungen herausgelöst werden. Dabei gelangt Kupfer in das Trinkwasser.

 Alle Zuleitungen, die Trinkwasser führen, müssen daher die Zulassung des DVGW besitzen. Weitere Quellen einer Belastung durch Kupfer im Wasser sind Kupferboiler oder Kupfer im Wasserhahn.

Eine Alternative in Gebieten mit hartem Wasser sind Kupferrohre, die innen verzinkt sind.

Wie gefährlich ist Kupfer im Wasser?

Kupfer gehört zu den Schwermetallen, jedoch ist es auch ein lebenswichtiges Spurenelement, das in ausreichender Menge vom menschlichen Körper aufgenommen werden muss, damit kein Mangel entsteht. Ein Kupferüberschuss wiederum kann jedoch die Organe schädigen.

Ein Erwachsener benötigt täglich etwa 2 mg Kupfer unter anderem zur Herstellung von roten Blutkörperchen. Diese geringe Menge an Kupfer wird meistens durch die Ernährung gedeckt. Eine zusätzliche Kupferzufuhr durch kupferhaltiges Leitungswasser ist überflüssig und in hohen Mengen gesundheitsschädlich. Die WHO und die EU haben deshalb den Grenzwert von Kupfer mit 2 Milligramm pro Liter Trinkwasser festgelegt. Auch die deutsche Trinkwasserverordnung folgt diesem Wert.

In der Regel sind kleinste Mengen Kupfer als Material aus der Wasserleitung unbedenklich: Erst ab einer deutlichen Überschreitung der Grenzwerte mit mehr al 5 Milligramm pro Liter und nur bei langfristigem Konsum ist von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen. Bleibt es bei einer Menge von 2 Milligramm pro Liter, ist zumindest für gesunde Erwachsene das Trinkwasser unbedenklich.

 Die deutsche Trinkwasserverordnung sieht für Kupfer einen Grenzwert von 2mg/l vor.

Für Neugeborene und Säuglinge ist schon eine geringe Konzentration an Kupfer gefährlich, denn sie nehmen mehr Kupfer auf als ein Erwachsener. Zudem speichern Babys mehr Kupfer im Körper. Daher sollten Getränke für kleinere Kinder nicht mit kupferhaltigem Wasser zubereitet werden. Auch Schwangere sollten vorsichtshalber darauf verzichten. Ein Wassertest für Babys kann Ihnen aufzeigen, ob sich Ihr Trinkwasser für die Zubereitung von Babynahrung eignet.


Befindet sich Kupfer in Ihrem Wasser?

Stellen Sie einen auffälligen Wassergeschmack fest?

Wenn eine sehr viel höhere Kupferkonzentration als der zugelassene Grenzwert vorliegt, schmeckt das Wasser leicht metallisch. Dabei sind die Kupferkonzentrationen in der Leitung bei warmem Wasser und bei Wasser, das länger in der Leitung gestanden hat, am höchsten. Wenn das Wasser bereits etwas abgelaufen ist, sind die Konzentrationen deutlich geringer.

Wasseranalyse auf Kupfer

Um zuverlässig festzustellen, ob das Trinkwasser durch Verunreinigungen belastet ist, bietet sich eine professionell durchgeführte Wasseruntersuchung auf Kupfer und gegebenenfalls auf weitere chemische Parameter an. Auch als Privatperson kann so im eigenen Haushalt die Qualität des Trinkwassers sichergestellt werden.

Bei einer solchen Wasseranalyse schicken Sie eine Probe Ihres Trinkwassers an ein spezialisiertes Labor und lassen diese dort auf gängige Schadstoffe untersuchen. Neben der Untersuchung auf Belastungen durch Schwermetalle können Sie Ihr Wasser, falls gewünscht, auch auf bakterielle Verunreinigungen und wichtige Nährstoffe überprüfen lassen.

Mit der Analyse Ihres Leitungswassers auf Kupfer und andere Schwermetalle erhalten Sie ein zuverlässiges Indiz auf den Zustand und Qualität Ihres Rohrleitungsmaterials.


Kupfer im Wasser – was tun?

Kupferrohre sind nicht grundsätzlich ein Problem. Ihr großer Vorteil für das Trinkwasser besteht darin, dass sie eine antibakterielle Wirkung haben und das Festsetzen von Keimen erschweren. Vorsicht ist geboten, wenn die Wasserhärte in Ihrem Ort oder der pH-Wert Ihres Wassers die Abgabe von Kupfer ins Trinkwasser begünstigen.

 Tipp: Für den täglichen Trinkwassergebrauch empfiehlt es sich, das Leitungswasser zunächst ablaufen zu lassen und erst dann das Wasser für Kochen und Trinken zu nutzen. Wenn das Wasser länger in den Rohrleitungen steht, ist das Risiko höher, dass es durch Kupferablösungen verunreinigt ist. Ideal ist eine Verwendung, sobald das Wasser konstant kalt aus dem Hahn fließt. 

Bei einer erhöhten Menge Kupfer im Trinkwasser sollten Sie zunächst die Quelle ausfindig machen. In vielen Fällen ist hier keine Sanierung der Wasserleitungen notwendig. Im Zweifelsfall können Sie sich zu Ihrer spezifischen Situation von einem Fachmann beraten lassen. Ist Kupfer im Wasserhahn verbaut, so können zunächst auch die Armaturen gewechselt werden.