Kürbisse bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und enthalten zahlreiche organische Nährstoffe. Dies sind grundsätzlich gute Voraussetzungen für einen Schimmelbefall. Eine intakte Schale schützt allerdings Kürbisse relativ gut vor vorzeitigem Schimmelbefall. Wird die Schale allerdings beschädigt oder erfolgt eine falsche Lagerung, können sich Schimmelpilze relativ rasch durch die praktisch überall vorhandenen Sporen („Samen” des Schimmels) ansiedeln. Besonders gefährdet sind Stellen mit Druckschäden, Schnittflächen und der Stielansatz. Schimmelpilze können dabei nicht nur sichtbar auf der Oberfläche wachsen, sondern auch unsichtbare Pilzfäden (Myzel) und Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) in den Kürbis freisetzen.1, 2
Schimmel am Kürbis kann unter anderem anhand der folgenden Merkmale erkannt werden:3, 4
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weiße, grünliche oder gräuliche Flecken auf der Schale
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pelzige Beläge in verschiedensten Farbgebungen
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Verfärbungen im Fruchtfleisch, Verfärbungen und/oder Beläge an Kernen und im Faserbereich
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schwarze Punkte auf der Schale
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grünlich-schwarze Verfärbungen, vor allem an Druckstellen oder Verletzungen der Schale
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aufgeweichte oder eingesunkene Stellen (erhöhen auch Risiko für inneren Schimmel)
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Verfärbungen am Stiel, die auf Schimmel im Stielbereich hinweisen können
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fauliger und/oder muffiger Geruch
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schimmeliger, fauliger oder ungewöhnlicher Geschmack
Dunkle Flecken bei zum Beispiel Hokkaido-Kürbissen können auch auf mechanische Beschädigungen zurückzuführen sein und müssen kein Zeichen für Schimmelpilzbefall sein. Ist das Fruchtfleisch unter den Flecken jedoch aufgeweicht oder verfärbt, besteht ein erhöhtes Risiko für Schimmelbefall oder Fäulnis. Ist der Stiel verfärbt, sollten Sie diesen großzügig wegschneiden und das Fruchtfleisch sorgfältig prüfen. Sind schwarze Stellen oder Aufweichungen an der Oberfläche des Fruchtfleischs sichtbar, kann der Schimmel bereits tief ins Innere vorgedrungen sein. In diesem Fall sollte der Kürbis nicht mehr verzehrt werden.4
Auf Kürbissen treten unter anderem Vertreter der Schimmelgattungen Alternaria und Aspergillus auf. Ebenfalls relativ häufig anzutreffen ist Grauschimmel (Botrytis cinerea). Der Pilz breitet sich über einen gräulichen staubenden Sporenrasen in Gemüsekulturen aus.5, 6
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, verschimmelte Lebensmittel vollständig zu entsorgen. Dies gilt auch besonders für wasserreiche Lebensmittel wie Kürbisse. Diese Empfehlung resultiert aus der Tatsache, dass einige Schimmelpilze Giftstoffe (Mykotoxine) bilden, die sich aufgrund des hohen Wassergehalts weit über den sichtbaren Schimmelherd hinaus ausbreiten können. Das bloße Abschneiden von Schimmelstellen reicht daher bei Kürbissen in der Regel nicht aus, um Gesundheitsrisiken auszuschließen.1, 4
Schimmelpilzgifte sind hitzestabil. Schimmelpilze selbst werden durch Erhitzen zwar abgetötet, die chemisch sehr stabilen Giftstoffe bleiben jedoch im Lebensmittel erhalten und lassen sich weder durch Kochen noch durch Braten zerstören. Auch das süß-saure Einlegen von Kürbissen macht Schimmelpilzgifte nicht unschädlich.1, 7
Zu den möglichen Symptomen nach dem Verzehr verschimmelter Lebensmittel zählen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe. Diese akuten Symptome treten jedoch eher beim Verzehr von größeren Schimmelmengen auf. Es kann auch zu allergischen Reaktionen (Schimmelpilzallergie) kommen. Diese sind bereits bei geringen Schimmelmengen möglich. Häufiger sind allergische Symptome (z. B. laufende Nase, gerötete Augen) allerdings bei einem Kontakt von Schimmelbestandteilen mit den Atemwegen bzw. Augen. Bei chronischer Aufnahme von Schimmel bzw. Schimmelpilzgiften über die Nahrung können zudem Leber- und Nierenschäden sowie Krebserkrankungen wie Leberkrebs auftreten.2
Mitunter können Kürbisse, wie Zucchini, Cucurbitacine enthalten. Die Bitterstoffe werden von einigen Kürbissen als Schutz vor Fressfeinden gebildet. Cucurbitacine sind gesundheitsschädlich und können zu Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schleimhautreizungen führen. Kosten Sie daher immer ein kleines rohes Stück Kürbis vor der Verarbeitung. Schmeckt dieses bitter, sollten Sie es sofort ausspucken und den gesamten Kürbis entsorgen.8
Eine optimale Lagerung ist eine wichtige Voraussetzung, um vorzeitigen Schimmelbefall zu vermeiden und Kürbisse lange frisch zu halten:
💡 Ganze Kürbisse
Ganze Kürbisse sollten an einem kühlen, frostfreien Ort bei ca. 10 bis 13 °C gelagert werden.9 Feuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung, zu kalte Temperaturen schaden dem Fruchtfleisch. Ein gut belüfteter Keller oder eine kühle Speisekammer sind ideal. Der Stiel sollte nicht entfernt werden, da es dadurch zu einer Verletzung der Schale und einem vorzeitigen Schimmelbefall kommen kann.10
💡 Angeschnittene Kürbisse
Sobald die Schale aufgeschnitten und so die natürliche Schutzbarriere zerstört wird, sinkt die Haltbarkeit von Kürbissen erheblich. Daher sollten diese selbst bei optimaler Lagerung innerhalb von drei bis vier Tagen aufgebraucht werden. So lagern Sie angeschnittene Kürbisse richtig:11, 12
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Angeschnittener Kürbis sollte im Kühlschrank bei maximal 4 °C gelagert werden.
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Schnittkanten fest in Frischhaltefolie einwickeln oder die Kürbisstücke in einen luftdichten Behälter legen.
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Kerne und faseriges Inneres vollständig entfernen, da diese schneller verderben und schimmeln.
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Alternativ: blanchieren und einfrieren. So bleibt der Kürbis bis zu fünf Monate haltbar.
Ein geschnitzter, ausgehöhlter Kürbis hält sich unbehandelt nur wenige Tage. Mit den folgenden Tipps und Maßnahmen lässt sich die Haltbarkeit auf bis zu zwei Wochen verlängern:13
① Kürbis vor dem Schnitzen gründlich mit Wasser und Spülmittel waschen.
② Kürbis vollständig aushöhlen, da Fruchtfleischreste Fäulnis und Schimmelbildung beschleunigen.
③ Innenwände mit verdünntem Essigwasser behandeln, um Keime abzutöten.
④ Schnittflächen mit Vaseline versiegeln. Dies hemmt den Feuchtigkeitsverlust und das Eindringen von Bakterien.
⑤ Öffnung lieber an der Unterseite schneiden, damit von oben keine Feuchtigkeit eindringt.
⑥ Halloween-Kürbis bis Halloween kühl und trocken lagern. Frost (z. B. Nachtfrost) sollte der Kürbis jedoch nicht ausgesetzt werden.
⑦ Zur Beleuchtung besser LED-Lampen statt Kerzen verwenden. Kerzen erzeugen Wärme, welche Fäulnisprozesse und Schimmelbildung beschleunigt.
Schimmeltests speziell für Lebensmittel wie Kürbisse lohnen sich für private Verbraucher in der Regel schon ökonomisch nicht.
Allerdings können Haus oder Wohnung mit Schimmel bzw. dessen Sporen belastet sein, teilweise verursacht durch versteckten Schimmel (z. B. hinter Verkleidungen, unter Fußböden). Schimmel in Innenräumen kann ästhetisch störend sein und zu unangenehmen Geruchsbelastungen führen. Schwerwiegender sind aber unter anderem chronische Belastungen der Atemwege und das Auftreten einer Schimmelpilzallergie.14
Zum Nachweis von Schimmel in Innenräumen bieten wir beispielsweise die folgenden Schimmeltests an:
Schimmeltest Abklatsch: Mit diesem Test lassen sich verschiedenste Oberflächen (z. B. Tapeten, Möbel, Wände) auf Schimmelbefall prüfen.
Schimmeltest Raumluft: Zur Überprüfung, ob Ihre Raumluft erhöhte Werte von Schimmelpilzsporen aufweist (z. B. durch versteckten Schimmel).
Schimmel Schnelltest: Hierbei handelt es sich um einen Schnelltest (10 Nährböden) zur Selbstauswertung. Mit den Schnelltests lässt sich die Schimmelbelastung in bis zu 10 Räumen feststellen - ideal für eine unkomplizierte Ersteinschätzung.
Die Probenahme für unsere Laboranalysen können Sie mithilfe der leicht verständlichen Anleitung ganz einfach selbst vornehmen. Nach Einsendung der Probe im mitgelieferten Versandkarton erfolgt die Testauswertung in unserem spezialisierten Partnerlabor. Nach kurzer Zeit ist das Testergebnis für Sie online in Ihrem persönlichen Bereich von My.Checknatura.de einsehbar.
Kann man Schimmel am Kürbis einfach wegschneiden?
Nein. Da Kürbisse relativ viel Wasser enthalten, können sich Schimmelpilzgifte und das Schimmelmyzel bereits großflächig im Fruchtfleisch verteilt haben – auch wenn die eigentliche Schimmelstelle mit sichtbarem Schimmel entfernt wird. Verschimmelte Kürbisse sollten deshalb entsorgt werden.
Wie lange hält ein geschnitzter Kürbis?
Unbehandelt hält ein geschnitzter Kürbis in der Regel nur wenige Tage, bevor er zu schrumpfen, faulen oder zu schimmeln beginnt. Mit Maßnahmen wie dem vollständigen Aushöhlen, dem Versiegeln der Schnittkanten mit Vaseline sowie einer kühlen und trockenen Lagerung lässt sich die Haltbarkeit auf bis zu zwei Wochen verlängern.
Welche Symptome können auftreten, wenn man verschimmelten Kürbis gegessen hat?
Mögliche Beschwerden sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe. Bei anhaltenden oder starken Symptomen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.