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Das Wichtigste in Kürze

➡️ Empfohlene Menge: Pro Person sollten 2 Liter Trinkwasser pro Tag für 10 Tage vorgehalten werden – das entspricht 20 Litern pro Person.

➡️ Haltbarkeit: Leitungswasser ist in sauberen, verschlossenen Behältern mindestens 6 Monate haltbar – bei optimalen Bedingungen sogar bis zu 12 Monate.

➡️ Behälter: Am besten eignen sich Glasflaschen oder lebensmittelechte Kunststoffbehälter (z. B. PET-Flaschen oder Kanister aus HDPE).

➡️ Lagerung: Kühl, dunkel und nicht in der Nähe von Chemikalien oder Kraftstoffen lagern, um Verunreinigungen zu vermeiden.

➡️ Haltbarmachung: Durch Einkochen (3 Minuten sprudelnd kochen) oder den Zusatz von Chlor kann die Haltbarkeit weiter verlängert werden.

Warum einen Wasservorrat für den Notfall anlegen?

Wasser ist nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Hygiene und Zubereitung von Nahrung unverzichtbar. In Krisensituationen wie Naturkatastrophen, Stromausfällen oder Kontaminationen des Leitungsnetzes kann die öffentliche Wasserversorgung unterbrochen oder verunreinigt sein. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher, einen Notvorrat für Wasser anzulegen, um für solche Fälle gewappnet zu sein. Ein Wasservorrat sollte nicht nur für den eigenen Haushalt, sondern auch für Haustiere bereit gehalten werden.1

Wie viel Wasser gehört in den Notvorrat?

Das BBK rechnet mit mindestens 1,5 Litern Trinkflüssigkeit pro Person und Tag, dazu kommen weitere 0,5 Liter für die Nahrungszubereitung.1 Für einen Vorrat über 10 Tage ergibt das rein rechnerisch etwa 20 Liter Wasser pro Person. Als Faustregel für die persönliche Planung gilt:

  • Trinken: mindestens 1,5 Liter pro Person und Tag

  • Kochen und Zubereiten von Speisen: rund 0,5 Liter zusätzlich

  • Gesamtzeitraum laut BBK-Empfehlung: möglichst 10 Tage, ein Vorrat für 3 Tage kann aber bereits eine große Hilfe sein.

  • Wasser für die Körperhygiene und wichtige Reinigungsmaßnahmen sollte zusätzlich eingeplant werden.

  • Trinkwasser für Haus- und Nutztiere ebenfalls zusätzlich einplanen.

Welches Wasser für Notvorrat verwenden: Leitungswasser oder Wasser aus dem Supermarkt?

Für den Notvorrat eignet sich Leitungswasser genauso gut wie Wasser aus dem Supermarkt. Leitungswasser ist in Deutschland von hoher Qualität, wird regelmäßig kontrolliert und ist kostengünstig. Es kann direkt in saubere, lebensmittelechte Behälter abgefüllt werden. Wasser aus dem Supermarkt (Mineralwasser oder Tafelwasser) ist ebenfalls eine gute Option.

💡 Wichtig zu wissen: Mitunter kann es durch die Hausinstallation zu einer Verkeimung oder Kontamination des Leitungswassers mit Schadstoffen wie Schwermetallen kommen (mehr dazu siehe unten).2, 3 Derartiges Wasser ist zum Anlegen eines Notvorrats nicht geeignet.

Kohlensäurehaltiges versus stilles Wasser

  • Stilles Wasser ist für die Lagerung bzw. einen Notvorrat gut geeignet, da es keine Kohlensäure enthält, die zum Beispiel bei der Verwendung als Kochwasser oder für die Trinkwasserversorgung von Haustieren hinderlich sein kann.

  • Wasser mit Kohlensäure hält sich zwar oft etwas länger, da die Kohlensäure die Keimbildung hemmt. Allerdings kann sich der Geschmack des Wassers durch das Entweichen der Kohlensäure verändern.4

Wie lagert man Wasser richtig?

Der richtigen Lagerung des Wassers kommt beim Anlegen des Notvorrats eine entscheidende Bedeutung zu:

► Die Wahl des richtigen Behälters

Nicht jeder Behälter eignet sich für die Lagerung von Trinkwasser. Entscheidend ist, dass das Material lebensmittelecht ist und keine Schadstoffe an das Wasser abgibt. Geeignet sind:5, 6

  • Glasflaschen: Ideal, da sie geschmacksneutral sind und keine problematischen Chemikalien wie Weichmacher enthalten. Allerdings sind sie schwer und bruchanfällig.

  • PET-Flaschen: Leicht und bruchsicher, aber nur neue, unbenutzte Flaschen verwenden. Keine Mehrwegflaschen, die bereits für andere Flüssigkeiten (z. B. Limonade) genutzt wurden.

  • Kunststoffkanister aus HDPE: Robust und langlebig, teilweise speziell für die Wasserlagerung freigegeben. Auch in Größen von 20 und 30 Liter Füllvolumen erhältlich. Dies erleichtert die Lagerung größerer Wassermengen.

  • Edelstahlbehälter: Eine langlebige aber deutlich teurere Alternative ohne das Risiko einer Schadstoffabgabe.

💡 Tipp:

Vor dem Befüllen der Behälter diese und die Deckel gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen und anschließend sehr gut aus- und abspülen. Bei neuen Kunststoffbehältern empfiehlt es sich, sie vor der ersten Nutzung mehrmals mit Wasser auszuspülen.

Nicht geeignet sind:

  • Milchkartons oder Saftflaschen (Rückstände können das Wasser verunreinigen und zu einer Verkeimung führen).

  • Behälter, die zuvor für Chemikalien, Öl oder Reinigungsmittel genutzt wurden.

  • Offene Behälter oder solche mit undichten Verschlüssen.


► Optimale Lagerbedingungen

Damit Wasser lange haltbar bleibt, sind folgende Faktoren entscheidend:7

  • Temperatur: Kühl lagern. Hohe Temperaturen fördern das Bakterienwachstum.

  • Licht: Dunkel lagern, da Licht (insbesondere UV-Strahlung des Sonnenlichts) die Bildung von Algen und das Bakterienwachstum begünstigt. Weiterhin kann UV-Strahlung einige Kunststoffe angreifen und spröde werden lassen.

  • Umgebung: Nicht in der Nähe von Kraftstoffen, Chemikalien oder stark riechenden Stoffen lagern, um Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigungen sowie die Kontamination mit Schadstoffen zu vermeiden.

  • Verschluss: Behälter luftdicht verschließen, um Verunreinigungen zu verhindern.

Haltbarkeit von Leitungs- und „Supermarktwasser‟

Die Haltbarkeit von Leitungswasser und gekauftem Wasser in Glas- oder PET-Flaschen kann unterschiedlich sein:8, 9

  • Leitungswasser: Kann Leitungswasser schlecht werden? Grundsätzlich ist Leitungswasser in Deutschland von hoher Qualität und wird regelmäßig kontrolliert. In verschlossenen, sauberen Behältern bleibt es mindestens 6 Monate haltbar – bei optimalen Lagerbedingungen sogar bis zu 12 Monate.

  • Wasser aus dem Supermarkt: In Glasflaschen abgefülltes Wasser ist in der Regel mindestens 2 Jahre haltbar. Bei PET-Flaschen („Plastikflaschen‟) beträgt die garantierte Haltbarkeit meistens ein Jahr.

👉 Viele weitere Informationen zur Haltbarkeit von Trinkwasser erhalten Sie in unserem Ratgeber: „Wie lange ist Trinkwasser haltbar?‟

👉 Ob Leitungs- oder Mineralwasser gesünder ist, erfahren Sie hier: „Leitungswasser oder Mineralwasser? Welches Wasser ist gesünder?‟

Leitungswasser für Notvorrat selbst abfüllen: Checkliste

Eine deutlich günstigere Alternative zum Kauf von großen Mengen abgepackten Wassers ist es, Leitungswasser selbst in Kanister oder Flaschen abzufüllen. Dabei sollten neben der Auswahl der richtigen Behälter und einer optimalen Lagerung auch die folgenden Dinge beachtet werden:

  • Wasser vor dem Abfüllen ablaufen lassen, bis es kühl aus der Leitung fließt. Stagnationswasser kann verstärkt mit Schadstoffen und Keimen wie Legionellen belastet sein.
  • Wasserfilter und Wassersprudler können insbesondere bei mangelhafter Wartung eine Keimquelle sein. Deshalb das Wasser besser direkt aus dem Wasserhahn einfüllen.10, 11
  • Wasserhahn bzw. Perlator® sollten das Wassergefäß beim Einfüllen nicht berühren, um keine Keime zu übertragen. Ebenso sollten die Hände den Einfüllbereich der Gefäße nicht berühren. Eventuell kann hier das Tragen von Einweghandschuhen sinnvoll sein.
  • Behälter randvoll befüllen und luftdicht verschließen, damit möglichst wenig Sauerstoff (fördert das Wachstum von Keimen) im Gefäß bleibt.
  • Abfülldatum auf den Behältern notieren, um beim regelmäßigen Austausch des Vorrats den Überblick zu behalten.
  • Vorrat regelmäßig, nach Ablauf der Haltbarkeit (siehe oben), austauschen.

💡 Wichtig zu wissen:

Anders als Wasser in Flaschen aus dem Supermarkt ist selbst abgefülltes Leitungswasser nicht keimfrei versiegelt, weshalb beim Abfüllen und der Trinkwasserlagerung besonders auf Hygiene geachtet werden sollte.

Wasser haltbar machen mit Hausmitteln: Abkochen und Einkochen

Neben Konservierungs- oder Desinfektionsmitteln aus dem Fachhandel lässt sich eventuell mit Keimen belastetes Wasser teilweise auch mit einfachen Hausmitteln haltbar oder genießbar machen:

Abkochen: Keime abtöten

Die bekannteste Methode zur Haltbarmachung von Trinkwasser ist das Abkochen. Dazu das Wasser mindestens 3 Minuten sprudelnd aufkochen (z. B. in einem großen Kochtopf) und anschließend langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen lassen. Durch die Hitze werden viele krankheitserregende Keime zuverlässig abgetötet.

💡 Wichtig zu wissen:

Teilweise sprechen auch örtliche Wasserversorger oder Gesundheitsämter bei vorübergehenden Verunreinigungen des Leitungswassers mit Keimen ein „Abkochgebot‟ aus. Das Abkochen beseitigt jedoch keine Schadstoffe im Wasser!

Wasser Einkochen: Haltbarkeit des Notvorrats erhöhen

Beim Einkochen von Wasser wird das vorher abgekochte Wasser (siehe oben) anschließend nach dem Prinzip des Einkochens heiß in saubere, hitzebeständige Flaschen oder Einweckgläser gefüllt, welche sofort luftdicht verschlossen werden müssen. So bleibt das Wasser keimfrei und ist relativ lange haltbar.

Notfälle, Camping, Outdoor: Weitere Aufbereitungsmethoden für Wasser

Ist die Keimfreiheit von Wasser vor der Verwendung als Notvorrat nicht sicher gewährleistet oder soll entsprechendes Wasser für Notfälle oder beim Outdoor-Camping aufbereitet werden, bieten sich die folgenden Methoden an:12, 13

► Chemische Aufbereitung

Für die chemische Entkeimung von Wasser in Notsituationen werden oft Chlor- oder Chlordioxidtabletten (teilweise als Kombipräparate mit Silber) empfohlen. Diese sind wirksam gegen viele Keime. Die Tabletten benötigen häufig eine Einwirkzeit von mindestens 30 Minuten. Könnten Protozoen (Einzeller-Keime) im Wasser enthalten sein, wird oft eine Einwirkzeit von 2 Stunden empfohlen. Da eine Überdosierung von beispielsweise Chlor zu Gesundheitsschäden führen kann, sollten die Herstellerhinweise zu den Produkten genauestens beachtet werden!

► Filtration

In Notsituationen können außerdem spezielle Wasserfilter von Nutzen sein, die teilweise mehrere Filtertechnologien kombinieren. In den Filtern kommen unter anderem Keramik-, Aktivkohle- und Hohlfaserfilter zum Einsatz. Zu beachten ist hier ebenfalls unbedingt die Gebrauchsanleitung, da nicht alle Filter bzw. Filtertechnologien gegen Keime wirksam sind.

👉 Weitere Informationen und Tipps zur Trinkwasseraufbereitung erhalten Sie hier: „Trinkwasseraufbereitung erklärt: Hintergrundinfos & Methoden für Brunnenwasser und Camping‟.

Leitungswasser für Notvorrat frei von Keimen und Schadstoffen? Sicherheit durch Check mit Wassertests!

Beim Anlegen eines Notvorrats mit Leitungswasser sollte dieses möglichst frei von Keimen und Schadstoffen sein. So könnten sich beispielsweise bereits beim Abfüllen des Wassers darin befindliche Keime während einer langen Lagerzeit vermehren und zu einer Gesundheitsgefahr werden.

Ob Ihr Leitungswasser mit Keimen oder Schadstoffen belastet ist, lässt sich mit einem unserer professionellen Trinkwassertests prüfen. Wir bieten unter anderem die folgenden Wassertests über unseren Onlineshop an:

Die Probenentnahme für die Wassertests nehmen Sie mit Hilfe der leicht verständlichen Anleitung ganz einfach selbst vor. Anschließend senden Sie die Wasserprobe in dem beiliegenden Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit können Sie das Testergebnis in Ihrem persönlichen Bereich von MyChecknatura abrufen.

FAQs: Notvorrat Wasser

Wie lange ist Wasser als Notvorrat haltbar?

In sauberen, verschlossenen Behältern bleibt Leitungswasser mindestens 6 Monate haltbar – bei optimalen Lagerbedingungen (kühl, dunkel, luftdicht) sogar bis zu 12 Monate. Eingekochtes Wasser hält sich ebenfalls 6 – 12 Monate. Nach dieser Zeit sollte der Wasservorrat ausgetauscht werden.

Kann man Leitungswasser direkt abfüllen und für den Notfall lagern?

Ja, Leitungswasser kann direkt in saubere, lebensmittelechte Behälter abgefüllt und gelagert werden. Wichtig ist, dass die Behälter vorher gründlich gereinigt werden und das Wasser kühl und dunkel gelagert wird.

Ist Wasser in Plastik- oder Glasflaschen besser für die Lagerung geeignet?

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile:

  • Glas: Geschmacksneutral, keine problematischen Chemikalien, aber schwer und bruchanfällig.

  • Plastik (PET/HDPE): Leicht, bruchsicher und preiswert, aber nur neue, lebensmittelechte Flaschen verwenden. Keine Mehrwegflaschen nutzen, die zuvor für andere Flüssigkeiten (z. B. Limonade) verwendet wurden.

  • Grundsätzlich eignen sich beide Materialien für die Wasserlagerung, solange sie lebensmittelecht sind.