Zum Hauptinhalt springen
✔️ Über 150.000 zufriedene Kundinnen und Kunden ✔️ Versand in 24 Stunden ✔️ Fachlabor in Deutschland ✔️ verständliche Ergebnisberichte ✔️ Jede Frage wird beantwortet

Kann Wasser ablaufen oder schlecht werden?

Im chemischen Sinn verdirbt reines Wasser nicht. Es enthält keine Proteine, keinen Zucker und kein Fett, die beispielsweise gären oder schimmeln könnten. Dennoch kann sich die Qualität von Trinkwasser mit der Zeit verändern bzw. verschlechtern. So können unter anderem Bakterien, Algen und Pilze unsachgemäß gelagertes Wasser besiedeln und es in seiner Qualität beeinträchtigen. Dies hat nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko zur Folge, kann aber den Geschmack und Geruch des Wassers spürbar verändern.1

Die entscheidende Frage lautet also nicht, ob Wasser wie viele andere Lebensmittel „schlecht“ werden kann, sondern ob es nach längerer Lagerung noch gesundheitlich unbedenklich ist und gut schmeckt.

Haltbarkeit von Mineralwasser: Glasflasche versus Plastikflasche

Kann Mineralwasser schlecht werden? Auf jeder Flasche abgefüllten Wassers steht ja schließlich ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Das MHD ist jedoch kein Verfallsdatum. Es gibt lediglich den Zeitraum an, in dem der Hersteller die charakteristischen Eigenschaften des Wassers garantiert.2

Die Haltbarkeit von Mineralwasser kann sich jedoch je nach Verpackung deutlich unterscheiden:

 Mineralwasser in Glasflaschen

Für Wasser in Glasflaschen geben die Hersteller in der Regel eine Mindesthaltbarkeit von zwei Jahren an. Dunkel und kühl gelagert, bleibt original verschlossenes Mineralwasser in Glasflaschen darüber hinaus praktisch unbegrenzt haltbar, ohne an Qualität zu verlieren. Glas ist eine undurchlässige „Verpackung”, durch die weder Kohlensäure entweichen noch Sauerstoff oder Keime in das Wasser eindringen können.3 Einziger theoretischer Schwachpunkt für Verunreinigungen des Wassers sind bei Glasflaschen die Verschlüsse bzw. deren Dichtungen aus Kunststoff.

 Mineralwasser in PET-Flaschen (Plastikflaschen)

Mineralwasserflaschen aus Plastik bestehen meistens aus dem Kunststoff PET (Polyethylenterephthalat). Bei Wasser in PET-Flaschen ist die Mindesthaltbarkeit oft kürzer als bei Glasflaschen. In der Regel beträgt diese ein Jahr. Ein Grund dafür ist die größere Durchlässigkeit von Kunststoff im Vergleich zu Glas. Mit der Zeit kann zum Beispiel Kohlensäure aus dem Mineralwasser entweichen und Sauerstoff ins Innere der Flasche eindringen. Das Wasser verändert dadurch seinen Geschmack, wird aber nicht automatisch gesundheitlich bedenklich.3

Problematischer ist, dass PET-Flaschen bei höheren Temperaturen oder längerer Lagerung verschiedene Stoffe an das Wasser abgeben können. Dazu zählen unter anderem Acetaldehyd, das einen süßlich-fruchtigen Beigeschmack erzeugt. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind die übergehenden Mengen dieses Stoffes in aller Regel jedoch gesundheitlich unbedenklich. Dennoch sollten PET-Flaschen niemals in praller Sonne oder über längere Zeit im Auto liegen.3, 4

Wasser in offenen Flaschen hat nur kurze Haltbarkeit

Mineralwasser in angebrochenen Flaschen sollte im Kühlschrank gelagert werden. Dann ist es etwa 3 bis 5 Tage haltbar. Bei Raumtemperatur verkürzt sich die Haltbarkeit. Dies ist ebenso der Fall, wenn Sie direkt aus der Flasche trinken. Dadurch gelangen Bakterien und mitunter auch Speisereste in die Flasche und führen zu einer schnelleren Verkeimung.1, 5

👉 Ob Mineralwasser grundsätzlich „besser” oder gesünder ist als Leitungswasser, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Leitungswasser oder Mineralwasser? Welches Wasser ist gesünder?”.

Haltbarkeit von Leitungswasser

Vorausgesetzt das Leitungswasser ist frisch gezapft und weist eine hygienisch einwandfreie Qualität auf (siehe nächster Absatz), können die folgenden Haltbarkeitswerte als grobe Empfehlung angegeben werden:

  • Im Kühlschrank (abgedeckt): 1 bis 2 Tage

  • Bei Raumtemperatur (offen): bis zu 24 Stunden

  • Im sauberen, fest verschlossenen Kanister bei optimaler Lagerung: bis zu 6 Monate6

Einflussfaktoren auf die Haltbarkeit und Qualität von Leitungswasser

Leitungswasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Maßgeblich für die Qualität und Qualitätsüberwachung von Leitungswasser bzw. Trinkwasser ist die Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Diese enthält strenge Grenzwerte für Schadstoffe und Keime, welche von den Wasserversorgern engmaschig kontrolliert werden müssen.7 Allerdings ist die Einhaltung der Trinkwasserverordnung nicht immer ein Garant für unbelastetes Leitungswasser. Dies kann auch Auswirkungen auf die Haltbarkeit haben:

Einfluss der Hausinstallation

Die Wasserversorger garantieren die einwandfreie Qualität des Leitungswassers nur bis zum Hausanschluss. Mitunter kann das Wasser jedoch auf den letzten Metern bis zur Entnahme durch Komponenten der Hausinstallation mit Schadstoffen und Keimen kontaminiert werden:8

  • Schwermetalle aus Blei- und Kupferrohren sowie schwermetallhaltigen Armaturen.

  • Keime aus undichten Leitungen, verkeimten Strahlregler (‚Perlatoren‘) oder Biofilmen in Rohren.

  • Stagnationswasser (Wasser, das länger in Leitungen gestanden hat) fördert ganz allgemein die Kontamination von Wasser mit Schadstoffen und Keimen wie Legionellen.

Wird bereits verschmutztes Wasser gelagert, können sich zumindest Keime in diesem teilweise weiter vermehren – was eine verkürzte Haltbarkeit zur Folge hat.

Wichtig zu wissen: Aus eigenen Brunnen gefördertes Wasser kann übrigens ebenfalls mit Schadstoffen und Keimen belastet sein. Die Trinkwasserverordnung muss auch bei Brunnenwasser eingehalten werden.9 Für die Wasserüberwachung ist der Brunnenbetreiber verantwortlich.

 Hygiene beim Abfüllen

Möchten Sie zum Beispiel einen Notvorrat von Leitungswasser in Kanistern anlegen, ist auch die Hygiene bei der Abfüllung entscheidend für eine möglichst lange Lagerdauer. Dabei sollten unter anderem die folgenden Punkte beachtet werden:10

  • Der Behälter muss hygienisch sauber und für die Lagerung von Wasser bzw. Lebensmitteln zugelassen sein.

  • Zum Abfüllen des Wassers sollte kein Stagnationswasser verwendet werden (Wasser vorher ablaufen lassen).

  • Wasserhahn bzw. Strahlregler („Perlator“) sollten das Wassergefäß nicht berühren, um keine Keime zu übertragen.

  • Das Gefäß sollte nach der Befüllung luftdicht verschlossen werden.

  • Wassersprudler und Wasserfilter können eine Keimquelle sein. Deshalb das Wasser lieber direkt aus dem Wasserhahn einfüllen.

👉 Ob Wasser schimmeln kann, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Kann Wasser schimmeln? Hintergründe, Gesundheitsrisiken”.

Checkliste: Richtiges Lagern von Trinkwasser

  • Nur für Lebensmittel bzw. Wasser zugelassene Behälter verwenden

  • Kanister oder Flaschen vor dem Befüllen gründlich ausspülen

  • Wasserbehälter luftdicht verschließen

  • Kühl, dunkel und trocken lagern (z. B. Keller oder kühler Abstellraum)

  • Chemikalien, Reinigungsmittel, Kraftstoff etc. von Lagerort fernhalten

  • Behälter mit Abfülldatum beschriften

  • Leitungswasser im Kanister alle sechs Monate erneuern

  • Mineralwasser vor Ablauf des MHD verbrauchen und ersetzen

Was passiert, wenn man abgelaufenes Wasser trinkt?

In den meisten Fällen passiert beim Konsum von abgelaufenem Wasser aus Flaschen gar nichts. Das Wasser ist in der Regel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar. Problematisch wird es erst, wenn das Wasser verkeimt ist oder Chemikalien aus der Verpackung in hohen, gesundheitsgefährdenden Konzentrationen gelöst wurden. Beides ist bei abgepacktem Wasser jedoch sehr unwahrscheinlich.

So weist das Bundeszentrum für Ernährung darauf hin, dass gelöste Stoffe aus PET-Flaschen als gesundheitlich unbedenklich gelten, es jedoch zu geschmacklichen Einbußen kommen könne.13

Bei selbst abgefülltem Wasser kann das Risiko der Verkeimung dagegen bei zu langer Lagerung erhöht sein. Nach dem Konsum entsprechenden Wassers können unter anderem die folgenden Symptome auftreten:11

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Durchfall

  • Bauchkrämpfe

  • Fieber

Treten bei Ihnen solche Symptome auf, ist eine schnelle ärztliche Abklärung wichtig!

👉 Unser Ratgeber „Krank durch Leitungswasser: Symptome & Erkrankungen” bietet zu obiger Thematik viele weitere Informationen.

Checkliste: Woran erkenne ich schlechtes Wasser?

Die folgenden „Erkennungsmerkmale” können auf gesundheitlich bedenkliches bzw. schlechtes Wasser hinweisen:

  • Geruch: Riecht das Wasser muffig, erdig oder nach Kunststoff?

  • Optik: Sind Schlieren, Trübungen, Algen oder Biofilme (schmierige Anhaftungen) im Behälter sichtbar?

  • Geschmack: Schmeckt das Wasser ungewöhnlich?

  • Flaschenzustand: Ist die Plastikflasche stark verformt oder war sie hohen Temperaturen (z. B. im Sommer im Auto) ausgesetzt?

Wenn einer dieser Punkte zutrifft, sollte das Wasser nicht mehr als Trinkwasser, für die Zubereitung von Nahrung oder zum Zähneputzen verwendet werden.

💡 Wichtig zu wissen: Auch wenn keiner der obigen Punkte zutrifft, kann Wasser mit gesundheitsgefährdenden Keimen oder Schadstoffen belastet sein. Derartige Belastungen lassen sich mit bloßem Auge oftmals nicht erkennen.1 Der Geschmack von gesundheitsgefährdendem Wasser kann ebenso normal sein.

Trinkwasser mit Keimen oder Schadstoffen belastet? Sicherheit mit Wassertests!

Ob Ihr Trinkwasser mit Schadstoffen oder Keimen belastet ist, lässt sich mit einem unserer professionellen Trinkwassertests feststellen. Wie bereits erwähnt, können derartige Belastungen beispielsweise durch die Hausinstallation verursacht werden. Entsprechende Wassertests geben Ihnen auch Gewissheit, ob Ihr Leitungs- oder Brunnenwasser zum Anlegen eines Notvorrats an Trinkwasser geeignet ist. Wir bieten unter anderem die folgenden Wassertests über unseren Onlineshop an:

Die Probenentnahme für unsere Wassertests können Sie mit Hilfe der beiliegenden, leicht verständlichen Anleitung ganz einfach selbst vornehmen. Anschließend senden Sie die Wasserprobe in dem beiliegenden Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit steht das Analyseergebnis in Ihrem persönlichen Bereich von MyChecknatura zum Abruf bereit.

FAQs – Haltbarkeit Wasser

Warum haben Wasserflaschen ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist in Deutschland gesetzlich für verpackte Lebensmittel vorgeschrieben. Bei Wasser dient es eher als Garantie für Kohlensäuregehalt und Geschmacksneutralität, weniger als Indikator für den Verderb des Inhalts durch zum Beispiel Keime.

Kann Wasser in Plastikflaschen ablaufen?

Wasserflaschen aus dem Kunststoff PET sind durchlässiger als Glasflaschen. Deshalb ist die Mindesthaltbarkeit bei PET-Flaschen oft kürzer als bei Glasflaschen. Bezogen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum kann das Wasser also ablaufen. Es ist damit aber noch nicht automatisch ungenießbar oder gesundheitsschädlich.

Kann man Wasser durch Abkochen wieder haltbar machen?

Abkochen tötet die meisten Keime und Bakterien im Wasser ab. Das Wasser wird dadurch aber nicht automatisch dauerhaft haltbar, da unter anderem Keime wieder in das Wasser „einwandern” können. Das Abkochen beseitigt überdies keine Chemikalien, die aus der Verpackung oder anderen Quellen in das Wasser gelangt sind.12

Was passiert, wenn man abgelaufenes Wasser trinkt?

In der Regel treten keine gesundheitlichen Symptome auf. Ist das Wasser jedoch verkeimt, können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden und -Erkrankungen auftreten.