Die Grundlage für die sehr gute Trinkwasserqualität in Deutschland bildet die Trinkwasserverordnung (TrinkwV), welche unter anderem strikte Grenzwerte für mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter festlegt. Ziel ist es, dass Trinkwasser bzw. Leitungswasser auch über längere Zeiträume ohne negative gesundheitliche Folgen getrunken werden kann. Außerdem muss das Wasser für die Zubereitung von Nahrungsmitteln und die Körperpflege geeignet sein.
Leitungswasser unterliegt in Deutschland teilweise sogar strengeren Qualitätskriterien als abgefülltes Mineralwasser. So gibt die Mineral- und Tafelwasserverordnung (Min/TafelWV) für Mineralwasser weniger Grenzwerte vor als die in Deutschland für Leitungswasser geltende Trinkwasserverordnung.1 Weitere Informationen zu dieser Thematik erhalten Sie in unserem Ratgeber „Leitungswasser oder Mineralwasser? Welches Wasser ist gesünder?”.
Überschreitungen von Grenzwerten der Trinkwasserverordnung kommen bei deutschem Leitungswasser nur sehr selten vor. So hielten zum Beispiel laut dem BMG-/UBA-Trinkwasserbericht 2020 bis 2022 über 99 Prozent aller Proben die gesetzlichen Grenzwerte ein.2
Die Suche nach dem besten Trinkwasser Deutschlands führt in der Regel zu dem Ergebnis, dass es dieses zumindest nach objektiven Kriterien nicht gibt. Dies resultiert aus der bundesweit geltenden strengen Trinkwasserverordnung, welche von den Wasserversorgern eingehalten werden muss. Auch das aus privaten Brunnen geförderte Trinkwasser muss die Standards dieser Verordnung erfüllen.3 Die „Qualität” von Trinkwasser hängt für Verbraucher vielmehr ebenso von subjektiven Kriterien ab:
► Objektive Kriterien Trinkwasserqualität
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Schadstoffe: Möglichst niedrige Konzentrationen von zum Beispiel Nitrat, Pestiziden und Rückständen von Medikamenten.
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Mikrobiologie: Keine Krankheitserreger wie E. coli oder Enterokokken.
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Härtegrad/Mineralstoffgehalt: Die Konzentration von im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen (Ion: Teilchen mit einer elektrischen Ladung) hat unter anderem Einfluss auf: Mineralstoffversorgung, Geschmack, Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln, Einstellung von Enthärtungsanlagen sowie das Ausmaß von Kalkablagerungen. Je mehr der Härtebildner Calcium und Magnesium im Wasser enthalten sind, desto höher ist die Wasserhärte.4
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Sonderrolle Hausinstallation: Selbst in bester Qualität geliefertes Trinkwasser kann auf den letzten Metern bis zur Entnahme durch Komponenten der Hausinstallation mit Schadstoffen und Keimen verunreinigt werden. So kommen unter anderem alte Bleirohre sowie neu installierte Kupferrohre als Quelle für Schwermetallbelastungen in Frage. Über verkeimte Perlatoren und Duschköpfe oder Risse in Leitungen können zudem Keime in das Wasser eindringen.5
► Subjektive Kriterien Trinkwasserqualität
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Geschmack: In der Regel wird der Geschmack von Wasser mit höherem Mineralstoffgehalt im Vergleich zu mineralstoffarmem Wasser als „frischer” wahrgenommen. Für die Zubereitung von Kaffee und Tee wird meistens Leitungswasser mit eher niedrigem Mineralstoffgehalt und neutralem Geschmack bevorzugt.6 Bei entsprechendem Wasser tritt auch die allerdings nur ästhetisch unschöne Teehaut in der Regel nicht auf.
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Geruch: Ein möglichst neutraler Geruch ohne „Fremdnoten” (z. B. Chlor, Metall).
Etwa 62 % des deutschen Trinkwassers wird aus Grundwasser gefördert, rund 16 % werden aus Oberflächenwasser (Seen, Talsperren, Flüsse) gewonnen. Der Rest stammt aus Uferfiltrat oder angereichertem Grundwasser. Die Herkunft des Trinkwassers bzw. aufbereiteten Rohwassers beeinflusst oft Mineralstoffgehalt, Geschmack und potenzielle Belastungen mit Schadstoffen:7, 8, 9
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Berg- und Quellregionen (z. B. Alpenvorland, Schwarzwald, Harz): Oft weiches bis mittelhartes Wasser mit niedrigem Mineralstoffgehalt. Geringere Nitratbelastung durch weniger intensive Landwirtschaft, aber potenziell höhere natürliche Gehalte an Uran oder Arsen aus Gesteinen. Geschmack: frisch, neutral.
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Kalksteinregionen (z. B. Schwäbische Alb, Franken, Teile Bayerns): Hartes Wasser mit hohem Calcium- und Magnesiumgehalt mit intensiverem Eigengeschmack. Verursacht höhere Kalkablagerungen und erfordert eine höhere Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln. Sehr hartes Leitungswasser (Durchschnittswert 36,3 ° Deutscher Härte) wird zum Beispiel in Würzburg ausgeliefert.
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Landwirtschaftlich intensiv genutzte Regionen (z. B. Nordwestdeutschland, Teile Niedersachsens, Münsterland): Teilweise höhere Nitratgehalte durch Einträge aus Düngung (z. B. Gülle) im Rohwasser. Wasserversorger mischen Rohwasser mitunter mit weniger belastetem Wasser, sodass der Nitrat-Grenzwert von 50 mg/l eingehalten wird. Zumindest das Rohwasser kann Spuren von Pestiziden enthalten.
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Oberflächenwasser-Regionen (z. B. Ruhrgebiet, Teile NRWs): Mehr Aufbereitung nötig. Wegen erhöhter Gefahr durch Keime wird Wasser regelmäßig gechlort. Dadurch sind Geruch und Geschmack nach Chlor möglich. Oft weiches Wasser (geringe Wasserhärte).
Neben den bereits genannten regionalen Faktoren kann sich auch die Herkunft bzw. die Art der Gewinnung des zur Trinkwasserversorgung verwendeten Rohwassers auf dessen Eigenschaften auswirken. Grob lässt sich hier die folgende Einteilung vornehmen:10, 11, 12
① Grundwasser:
Grundwasser wird durch Boden- und Gesteinsschichten gefiltert und ist meist mikrobiologisch sehr rein. Je nach Beschaffenheit der „Filterschichten” sind in dem Wasser viele Mineralstoffe gelöst. Ob im Grundwasser Schadstoffe wie Nitrat oder Industriechemikalien wie PFAS (Ewigkeitschemikalien) enthalten sind, hängt oft von der Tiefe des Grundwasserleiters ab. Oberflächennahes Grundwasser ist häufig stärker belastet als tief gelegene Grundwasserleiter.
② Oberflächenwasser (Talsperren/Flüsse/Seen):
Besonders im Harz und im Erzgebirge gibt es viele Talsperren, die neben dem Hochwasserschutz auch der Trinkwasserversorgung dienen. Über Fernleitungen werden dabei sogar Städte wie Hannover und Bremen zumindest teilweise mit Trinkwasser aus dem Harz versorgt. Rohwasser wird aber von einigen Wasserversorgern ebenso direkt aus Flüssen und Seen (z. B. Bodensee) entnommen. Oberflächenwasser hat oft eine geringe Wasserhärte (weiches, mineralstoffarmes Wasser). Das Wasser ist jedoch verstärkt Verschmutzungsrisiken durch Keime (z. B. Vogelkot, Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen) und Schadstoffeinträgen ausgesetzt. Deshalb ist, wie bereits erwähnt, oft eine umfangreiche Aufbereitung des Wassers erforderlich.
③ Uferfiltrat:
Hier wird Wasser aus flussnahen Brunnen gewonnen. Dabei wird die natürliche Reinigungskraft des Uferbodens genutzt. Uferfiltrat erfordert aber oft eine weitergehende technische Aufbereitung.
④ Quellwasser:
Quellwasser weist in der Regel ganz unabhängig von der Region eine hohe Reinheit auf. Abweichungen von dieser „Norm” sind jedoch möglich, wenn es zum Beispiel im Einzugsbereich der Quelle zu Freisetzungen von Keimen oder Schadstoffen kommt. Der Härtegrad von Quellwasser kann sehr unterschiedlich sein.
Das Trinkwasser in den in der folgenden Tabelle genannten Städten hat in der Regel eine sehr gute Qualität. Die Städte stellen jedoch nur eine unvollständige Auswahl dar. In anderen Regionen bzw. Städten kann daher Trinkwasser mit ähnlich hoher Qualität ausgeliefert werden:
| Stadt | Überwiegende Herkunft des Trinkwassers | Objektive Qualitätsmerkmale | Begründung für sehr gute Qualität |
|---|---|---|---|
| München13 | Quellwasser (Alpenvorland) | Deutliche Unterschreitung aller Grenzwerte, kaum Aufbereitung nötig | Natürlich gefiltertes Quellwasser, sehr geringe Schadstoffbelastung |
| Freiburg im Breisgau14 | Grundwasser (Tiefbrunnen) und Quellwasser | Unter anderem niedrige Nitratwerte von ca. 10,4 mg/l | Natürlich gefiltertes Grundwasser und reines Quellwasser, insgesamt geringe Schadstoffbelastung |
| Berlin15 | Grundwasser aus tiefen Grundwasserleitern, vorgereinigtes Wasser aus Flüssen und Seen | Unter anderem sehr niedrige Nitratwerte von durchschnittlich 2,93 mg/l | Grundwasser hat sich teilweise bereits vor mehr als 10.000 Jahren gebildet, tief liegende Grundwasserleiter mit effektiver natürlicher Filterung durch Stein- und Bodenschichten, intensive Vorreinigung des Oberflächenwasseranteils |
Städtische und kommunale Wasserversorger garantieren eine einwandfreie Wasserqualität nach den Regularien der Trinkwasserverordnung nur bis zum Übergabepunkt an der Hausinstallation. Wie bereits erwähnt, kann es beispielsweise durch Rohre, Boiler und Armaturen der Hausinstallation noch auf den letzten Metern des Wassers bis zur Entnahme zu Wasserverunreinigungen kommen.
Ob Ihr Trinkwasser mit Schadstoffen oder Keimen belastet ist, lässt sich unter anderem mit diesen Trinkwassertests aus unserem Online-Shop feststellen:
Wird selbst gefördertes Brunnenwasser als Trinkwasser verwendet, muss dieses auch die Richtlinien und Grenzwerte der Trinkwasserverordnung erfüllen. Speziell für Brunnenwasser bieten wir den folgenden Test an:
Die Probenentnahme für unsere Wassertests können Sie mit Hilfe der enthaltenen, leicht verständlichen Anleitung ganz einfach selbst vornehmen. Anschließend senden Sie die Wasserprobe in dem beiliegenden Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit steht das Analyseergebnis in Ihrem persönlichen Bereich von MyChecknatura zum Abruf bereit.
Gibt es das „beste” Trinkwasser Deutschlands?
Nein, alle Wasserversorger müssen die strengen Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung einhalten. Unterschiede bei dem ausgelieferten Wasser bestehen daher vor allem bei Geschmack und Mineralstoffgehalt. Letzterer hat auch einen wesentlichen Einfluss auf die Wasserhärte.
Gesündestes Wasser – Leitungswasser oder Mineralwasser?
Leitungswasser wird teilweise sogar strenger bzw. umfassender kontrolliert als Mineralwasser. Allerdings gelten beide Wasserarten aufgrund der strengen Grenzwerte als „gesund” bzw. gesundheitlich unbedenklich.
Wie kann ich die Trinkwasserqualität in meiner Region herausfinden?
Ihr Wasserversorger stellt in der Regel eine detaillierte Wasseranalyse online bereit. Außerdem sollte der Kundenservice hier weiterhelfen können. Eine Hilfe kann auch die folgende Webseite mit interaktiver Karte, Suchfunktion und direkten Links zu Wasseranalysen sein: https://www.wasserportal.info (Betreiber: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.).