Die Einheit ppm steht für „parts per million“, was übersetzt „Anteile pro Million“ bedeutet. In der Chemie und Wasseranalytik beschreibt dieser Wert das Verhältnis eines Stoffes zu einer Million Anteilen des Lösungsmittels (z. B. Wasser).1, 2
Der ppm-Wert gibt die Konzentration von gelösten Feststoffen (Total Dissolved Solids, kurz TDS) in einem Gesamtgemisch (z. B. Flüssigkeiten, Gase) an. Es handelt sich hierbei um eine Summenangabe, die alle in dem Gemisch gelösten anorganischen und organischen Substanzen zusammenfasst. Dazu können zum Beispiel bei Wasser Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium sowie verschiedenste Schadstoffe wie Schwermetalle gehören.1, 2
Oft werden in Berichten über Wasserqualität zwei Begriffe synonym verwendet: die elektrische Leitfähigkeit (Leitwert) und der Gehalt an gelösten Stoffen (ppm-Wert). Dies ist jedoch chemisch und physikalisch nicht korrekt:
Der Leitwert des Wassers gibt an, wie gut das Wasser elektrischen Strom leitet. Reines Wasser (destilliertes Wasser) leitet keinen Strom. Im Wasser kann Strom nur durch gelöste Ionen (Teilchen mit einer Ladung) geleitet werden. Gemessen wird dieser Wert üblicherweise in Mikrosiemens (μS/cm). Mikrosiemens können zum Beispiel von ppm-Messgeräten in ppm umgerechnet werden. Dabei ermittelt das Messgerät in der Regel zuerst die elektrische Leitfähigkeit und rechnet diese dann um. Da verschiedene Ionen Strom unterschiedlich gut leiten, wird von den Messgeräten als Umrechnungsfaktor ein Durchschnittswert (meist zwischen 0,5 und 0,7) verwendet. Als grobe Faustformel kann hier folgendes angesetzt werden: 2 μS/cm ≈ 1 ppm.3
Hohe Mikrosiemens-Werte im Wasser deuten auf eine hohe Konzentration an gelösten, leitfähigen Stoffen hin.
Weitere Informationen zur elektrischen Leitfähigkeit des Wassers erhalten Sie in unserem Ratgeber:
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„Elektrische Leitfähigkeit im Wasser: Bedeutung, Messung & Praxis-Tipps”.
Wie bereits erwähnt, wird bei der ppm-Messung von Wasser meistens nicht direkt die Menge der Teilchen, sondern die elektrische Leitfähigkeit des Wassers gemessen. Dazu wird von dem Messgerät ein schwacher Strom durch das Wasser geleitet, und aus dem gemessenen Widerstand errechnet das Gerät den Anteil leitfähiger Teilchen – angegeben als ppm-Wert.
Zu diesen leitfähigen Stoffen, die ein ppm-Messgerät erfassen kann, gehören vor allem:
- Mineralien wie Calcium und Magnesium (beeinflussen als „Härtebildner” maßgeblich die Wasserhärte)
- Salze wie Chloride, Nitrate und Sulfate
- Metalle bzw. Schwermetalle wie Eisen, Kupfer, Nickel, Blei
Was ein einfaches ppm-Messgerät hingegen nicht erfassen kann, sind Stoffe ohne elektrische Leitfähigkeit. Dazu zählen unter anderem oft Pestizide, Fungizide, Hormon- und Medikamentenrückstände sowie Mikroplastik. Dies ist der entscheidende Schwachpunkt der ppm-Messung: Ein niedriger Wert schließt solche Belastungen nicht aus. Wie bereits erläutert, zeigt eine ppm-Messung nur die Gesamtmenge gelöster Stoffe an, nicht jedoch, welche einzelnen Substanzen im Wasser enthalten sind.4
Die Frage, welcher ppm-Wert gut für Wasser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da der Wert keine Rückschlüsse auf gelöste Einzelsubstanzen zulässt. In Deutschland regelt die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) die Grenzwerte für Trinkwasser. Diese enthält jedoch keinen direkten ppm-Grenzwert. Allerdings existiert ein Grenzwert für die elektrische Leitfähigkeit.
Dieser liegt bei 2790 μS/cm bei 25 °C Wassertemperatur.5 Umgerechnet entspricht dies einem ppm-Wert von etwa 1.300 bis 1.800. Deutsches Leitungswasser weist meist deutlich niedrigere ppm-Werte auf. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen groben Überblick über durchschnittliche Leit- und ppm-Werte verschiedener „Wasserarten”:
| „Wasserart” | Leitwert (μS/cm) | ppm-Wert |
|---|---|---|
| destilliertes Wasser/Umkehrosmose-Wasser | 0 – 20 | 0 – 10 |
| sehr weiches Quellwasser | 20 – 150 | 10 – 80 |
| durchschnittliches Leitungswasser | 300 – 800 | 150 – 450 |
| hartes Leitungswasser/Mineralwasser | 800 – 2000 | 450 – 1000 |
| Grenzwert Trinkwasserverordnung | 2.790 | ca. 1.300 – 1.800 |
Aus dieser ppm-Wert-Wasser-Tabelle lässt sich ableiten, dass ein hoher Leit- bzw. ppm-Wert nicht automatisch „schlecht“ bedeutet. Er zeigt lediglich an, dass viele Stoffe im Wasser gelöst sind. Das können lebenswichtige Mineralien wie Magnesium und Calcium sein, aber auch Nitrate und Schwermetalle.
Der ppm-Wert des Wassers kann zumindest indirekte Auswirkungen auf den Geschmack von Wasser und dessen gesundheitliche Relevanz haben:6, 7
Geschmack
- niedriger ppm-Wert → eher neutral
- mittlerer ppm-Wert → angenehm mineralisch, frisch
-
hoher ppm-Wert → intensiv, teils bitter
Gesundheit
- Mineralstoffe sind wichtig für den Körper – höhere ppm-Werte deuten meist auf einen höheren Mineralstoffgehalt hin.
- Viele Schadstoffe werden bei Trinkwasser durch strenge Grenzwerte begrenzt – hohe ppm-Werte können jedoch trotzdem auf Schadstoffbelastungen (z. B. Freisetzung von Schwermetallen durch Hausinstallation) hinweisen.
- Bei der Gewinnung von Trinkwasser aus eigenem Brunnenwasser kann ein hoher ppm-Wert auf Verunreinigungen hinweisen – weitere Wasseranalysen sollten dann vorgenommen werden.
Liefert zum Beispiel ein erhöhter ppm-Wert Hinweise auf mögliche Verunreinigungen des Wassers, sollten Sie dieses mit einer Wasseranalyse prüfen lassen, um Gesundheitsrisiken zu minimieren. Je nach Test können Sie das Wasser neben wichtigen Mineralstoff-Parametern wie Calcium, Magnesium und Natrium ebenso auf Schwermetalle und Bakterien analysieren lassen. Schwermetalle wie Kupfer, Nickel und Blei können unter anderem durch Rohrleitungen und andere Installationskomponenten der Hausinstallation in das Wasser gelangen. Ein Risiko für Bakterienbelastungen stellt zum Beispiel Stagnationswasser (in Leitungen stehendes Wasser) dar. Bakterien werden übrigens durch ein ppm-Messgerät in keinster Weise erfasst. Wir bieten in unserem Online-Shop unter anderem die folgenden Trinkwassertests an:
Die Probenentnahme für unsere Wassertests können Sie mit Hilfe der im Test-Set enthaltenen, leicht verständlichen Anleitung ganz einfach selbst vornehmen. Anschließend senden Sie die Wasserprobe in dem beiliegenden Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit steht das Analyseergebnis in Ihrem persönlichen Bereich von MyChecknatura zum Abruf bereit.
Kann ein ppm-Messgerät Giftstoffe im Wasser finden?
Nein. Ein herkömmliches ppm-Messgerät misst nur die Gesamtsumme der gelösten Ionen. Einzelne Schadstoffe wie Blei, Pestizide, Nitrat oder Rückstände von Medikamenten können von dem Messgerät nicht identifiziert werden.
Warum ist der Leitwert des Wassers im Sommer manchmal höher?
Durch Verdunstung in Talsperren oder ein Absinken des Grundwasserspiegels durch den erhöhten Verbrauch (z. B. Bewässerung) kann sich die Konzentration der gelösten Stoffe erhöhen. Dies lässt dann auch den ppm-Wert ansteigen.8
Welcher ppm-Wert ist für Leitungswasser normal?
Deutsches Leitungswasser weist je nach Region typischerweise ppm-Werte zwischen etwa 150 und 450 ppm (entsprechend 300 bis 800 µS/cm) auf. Der gesetzliche Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegt bei 2.790 µS/cm (bei 25 °C Wassertemperatur), also rund 1.300 bis 1.800 ppm. Dieser Wert wird von Leitungswasser in der Regel deutlich unterschritten. Ein erhöhter ppm-Wert ist nicht zwangsläufig problematisch, da er oft einfach einen höheren natürlichen Mineraliengehalt widerspiegelt. Abweichungen bei den Werten oder erhöhte Werte sollten trotzdem durch weitere Wasseruntersuchungen abgeklärt werden.