Woher stammt unser Wasser?

Wie genau sich das Trinkwasser in Deutschland zusammensetzt, hängt von der Region oder dem städtischen Versorgungsgebiet ab. Größtenteils wird Trinkwasser über das Grundwasser gewonnen, jedoch existieren auch zahlreiche Wasserschutzgebiete und Kommunen, die Ihr Trinkwasser zu gewissen Teilen über Oberflächenwasser gewinnen.
Egal, ob Grund- oder Oberflächenwasser – jeder Wasserversorger muss sich bei der Herausgabe des Leitungswassers streng an die gesetzlichen Grenzwerte und Vorschriften halten. Somit ist das Trinkwasser deutschlandweit in der Regel von hervorragender Qualität.

Oberflächenwasser:
Als Oberflächenwasser bezeichnet man Wasser aus Flüssen oder Seen, das sich an der Erdoberfläche befindet. Zahlreiche Städte in Deutschland nutzen solche Gewässer zur Trinkwasseraufbereitung. Vielerorts sind dazu Wasserschutzgebiete entstanden, die neben der Verfügbarkeit des Wassers auch dafür sorgen, dass sich keine Schadstoffe übermäßig anreichern. Das Wasser durchläuft selbstverständlich mehrere Aufbereitungsstufen, bevor es als Trinkwasser an die Haushalte abgegeben wird.

Grundwasser:
Rund 61% unseres Trinkwassers in Deutschland stammt aus Grundwasser, das aus versickertem Fluss- oder Seewasser sowie aus versickerten Niederschlägen entsteht. Da das Wasser auf dem Weg in den Untergrund bereits verschiedene Erd- und Gesteinsschichten passiert, wird es bereits auf natürliche Art gereinigt. In der Regel sind deshalb bei der Aufbereitung des Wassers in den zuständigen Wasserwerken nur noch wenige Schritte notwendig, um sauberes und klares Trinkwasser zu erhalten. Das Grundwasser wird über verschiedene Brunnen ans Tageslicht zurückbefördert.

Quellwasser:
Quellwasser wird aus unterirdischen Wassereservoiren gewonnen. Genau wie Grundwasser entsteht Quellwasser aus Oberflächenwasser, das auf dem Weg in die Erde natürlichen Reinigungsvorgängen unterliegt. Quellwasser wird direkt am Ort der Quelle abgefüllt und darf seine Trinkwasserqualität nicht durch chemische Aufbereitung erhalten. Die genauen Vorschriften zur Herstellung und Abfüllung sind in der Mineral- und Tafelwasserordnung geregelt.

Uferfiltrat:
Dieses Wasser stammt aus Brunnen in der Nähe von Seen und Flüssen. Das Wasser passiert hier zunächst eine Untergrundpassage und wird anschließend entnommen. So durchläuft das Wasser zwar – ähnlich dem Grundwasser – eine kurze, natürliche Reinigung, in der Regel muss Uferfiltrat jedoch aufwendiger aufbereitet werden, um die strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten.

Deutschland verbraucht Wasser – aber wozu?

Schon gewusst?
➤ Beim Zähneputzen verbrauchen wir bei laufendem Wasserhahn rund 20 Liter Wasser
➤ Im Hitzejahr 2018 lag der Wasserverbrauch in Deutschland bei insgesamt 4,8 Milliarden Kubikmeter.
➤ Pro Tag verbraucht eine Personen in Deutschland rund 127 Liter Wasser.
➤ Am meisten Wasser verwendet für: Toilettenspülung, Duschen, Baden, Wäschewaschen oder Putzen.
➤ Tropfende Wasserhähne verbrauchen etwa 5.000 Liter im Jahr. Eine Reparatur lohnt sich und spart viel Geld.

Wasser – ein wichtiger Eckpfeiler der Umweltgesundheit

Trinkwasser stellt das wichtigste unserer Lebensmittel dar. Damit Sie es ohne Bedenken genießen können, darf es keinerlei Krankheitserreger oder Schadstoffe enthalten. Eine optimale Trinkwasserqualität liefert also einen wichtigen Beitrag zu unserer Umweltgesundheit. Derzeit hat Wasser in Deutschland eine ausgezeichnete Qualität.
Das soll auch so bleiben, weshalb Betriebe und Verbraucher die Wasserwirtschaft ökologisch und nachhaltig gestalten sollten. Vor allem die Landwirtschaft nutzt eine Menge Nitrate für die Düngung ihrer Felder. Sie sollen das Pflanzenwachstum fördern. Doch sie können andererseits das Grundwasser und damit auch die Wasserqualität beeinträchtigen.

Auch weitere Schadstoffe wie Medikamente können die Wasserqualität beeinflussen. Aus diesem Grund werden immer häufiger aufwendige, technische Prozesse nötig, um Schadstoffe aus dem Wasser zu filtern.
Im eigenen Haushalt können ebenfalls einige Dinge für einen umweltbewussten Wasserverbrauch beachtet werden:
  • Schütten Sie keine Medikamente oder schädliche Chemikalien in Ihre Toilette oder Ihre Badewanne.
  • Verwenden Sie Mehrwegflaschen aus Glas statt Einwegflaschen.
  • Schließend Sie den Wasserhahn während des Zähneputzens oder Einseifens der Hände.
  • Nutzen Sie umweltfreundliche Waschmittel und Energiesparprogramme bei Wasch- und Spülmaschine.
  • Reinigen Sie regelmäßig Armaturen und Strahlregler.

Wie wird die Trinkwasserqualität in Deutschland gesetzlich geregelt?

In Deutschland gilt die Trinkwasserverordnung zur Sicherung der Wasserqualität. Sie wird stetig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert, um eine flächendeckend hohe Qualität des Leitungswassers zu gewährleisten. Grenzwerte sollen garantieren, dass kein Schadstoff in schädlicher Menge im Trinkwasser enthalten ist. Der Wasserversorger muss aus diesem Grund ständige Kontrollen durchführen, sodass täglich reines Wasser an die Haushalte abgegeben wird.

Wichtige Grenzwerte im Wasser existieren unter anderem für:
➤ Mikroorganismen und sogenannte Fäkalkeime
➤ Legionellen
➤ Schwermetalle wie Blei, Kupfer oder Eisen
➤ Nitrat und Nitrit
➤ Uran
➤ Natrium

Beste Wasserqualität direkt aus dem Hahn?

Die Wasserversorger in Deutschland unterliegen strengen Kontrollen, was die Wasserqualität betrifft. Diese Qualität muss gesetzlich bis zum Hausanschluss garantiert werden. Doch was passiert mit dem Wasser im Haus? Das hauseigene Wasser sollte ebenfalls beste Qualität aufweisen, um als tägliches Trinkwasser verwendet werden zu können.
Dennoch können unter Umständen auf den letzten Metern zwischen Hausanschluss und dem Wasserhahn Schadstoffe ans Wasser abgegeben werden. Gründe hierfür sind z.B. Metalle in den Rohrleitungen oder Schadstoffe im Wasserhahn.
Es lohnt sich also, die eigene Wasserqualität im Haus zu überprüfen, vor allem, wenn Sie Auffälligkeiten bemerken.

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