Lithium ist ein natürlich vorkommendes Alkalimetall und zählt zu den Spurenelementen, die in sehr geringen Mengen in der Umwelt verbreitet sind. Chemisch ist es ein leichtes, reaktives Element, das in der Natur nicht elementar, sondern überwiegend in Form von gelösten Verbindungen vorkommt.
Natürliches Vorkommen von Lithium
Lithium im Trinkwasser ist ein natürlicher Bestandteil und entsteht überwiegend durch geologische Prozesse. Es ist ein Teil natürlichen Stoffkreislaufs und kommt in verschiedenen Umweltkompartimenten (Bereichen der Umwelt) vor:
- Gesteine:
Lithium ist in vielen Gesteinsarten enthalten, insbesondere in granitischen und tonhaltigen Formationen. Durch Verwitterungsprozesse wird es langsam freigesetzt. - Böden:
Beim Zerfall lithiumhaltiger Minerale gelangt das Element in den Boden, wo es an Partikel gebunden oder gelöst vorliegen kann. - Grundwasser:
Über Sickerwasser wird Lithium aus dem Boden ausgewaschen und ins Grundwasser transportiert. Da ein Großteil des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen wird, ist Lithium auch dort in Spuren nachweisbar.
🌰 Aufnahme über die Nahrung
Der größte Teil der täglichen Lithiumaufnahme erfolgt über die Ernährung. Das Spurenelement ist natürlicherweise in vielen Lebensmitteln enthalten, insbesondere in:
- Getreide und Hülsenfrüchten,
- Gemüse,
- Nüssen und Samen.
Die aufgenommenen Mengen hängen stark von den regionalen Bedingungen ab, da der Lithiumgehalt von Lebensmitteln durch den Boden und das Bewässerungswasser beeinflusst wird. In Gebieten mit höheren Lithiumkonzentrationen im Untergrund kann daher auch die Aufnahme über die Nahrung steigen.1
Insgesamt liegt die tägliche Aufnahme über Lebensmittel meist im Bereich von etwa 0,5 bis 3 mg Lithium pro Tag.
💧 Aufnahme über Trinkwasser
Auch Lithium im Trinkwasser trägt zur Aufnahme bei, spielt jedoch im Vergleich zu Lebensmitteln eine deutlich geringere Rolle. Die Lithiumkonzentration im Trinkwasser variiert regional und hängt vor allem von den geologischen Gegebenheiten ab.
Selbst bei regelmäßigem Konsum bleibt der Beitrag des Trinkwassers zur Gesamtaufnahme daher gering. Im Vergleich zur Ernährung des Menschen ist die aufgenommene Menge deutlich niedriger.2
Lithium gilt nach aktuellem Stand nicht als essenzieller Nährstoff. Das bedeutet, der menschliche Körper ist nicht zwingend auf Lithium angewiesen. Dennoch zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass das Spurenelement biologische Effekte haben kann – insbesondere im Kontext des Nervensystems und der Gehirnfunktion.
Mögliche Effekte im Körper
Lithium kann verschiedene Prozesse im Körper beeinflussen:
- Einfluss auf das Nervensystem:
Lithium wirkt auf die Reizweiterleitung zwischen Nervenzellen und kann die Aktivität des zentralen Nervensystems modulieren. - Signalprozesse im Gehirn:
Es greift in die Regulation von Neurotransmittern (z. B. Serotonin, Dopamin) ein und beeinflusst damit Prozesse wie Stimmung, Verhalten und Stressreaktionen. - Zelluläre Prozesse:
Studien zeigen, dass Lithium an bestimmten Signalwegen beteiligt ist, die für Zellschutz, Zellwachstum und neuronale Stabilität relevant sein können.
Einige Studien deuten darauf hin, dass höhere Lithiumkonzentrationen im Trinkwasser mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sein könnten. So zeigte die dänische Bevölkerungsstudie von Knudsen et al. (2017)3, dass eine langfristige Lithiumexposition über das Trinkwasser mit einer niedrigeren Demenzinzidenz assoziiert ist.
Als mögliche Erklärung wird ein neuroprotektiver Effekt diskutiert, also ein Schutz von Nervenzellen und Einfluss auf Signalprozesse im Gehirn. Diese Wirkmechanismen sind jedoch insbesondere aus der medizinischen Anwendung bekannt und treten dort bei deutlich höheren Dosen auf.4
Die im Trinkwasser enthaltenen Lithium-Mengen liegen nur im Spurenbereich. Die Studien zeigen daher lediglich statistische Zusammenhänge, aber noch keinen Beweis dafür, dass Lithium im Trinkwasser Demenz tatsächlich verhindert.5
Auch im Zusammenhang mit Suizid liegen wissenschaftliche Untersuchungen vor. Eine Studie zeigt, dass höhere Lithiumkonzentrationen im Trinkwasser in Verbindung mit einer niedrigeren Suizidrate stehen. Als mögliche Ursachen werden stimmungsstabilisierende und antiaggressive Effekte diskutiert, die aus der medizinischen Anwendung von Lithium bekannt sind und eine suizidpräventive Wirkung haben.6
In den üblichen Konzentrationen ist Lithium im Trinkwasser unbedenklich. Die aufgenommenen Mengen liegen deutlich unter den Bereichen, in denen gesundheitliche Effekte zu erwarten sind.
➔ Normale Aufnahme
- Tägliche Aufnahme über Nahrung und Trinkwasser: 0,5–3 mg pro Tag.
- Diese Mengen gelten als sicher und ohne gesundheitliche Auswirkungen.
➔ Erhöhte Aufnahme (langfristig)
Von einer gesundheitlichen Relevanz geht man erst aus, wenn über längere Zeit deutlich höhere Mengen aufgenommen werden:
- ab ca. 10 mg pro Tag langfristig7
➔ Mögliche Folgen und Erkrankungen:
- Schilddrüse: Beeinflussung der Hormonproduktion
- Nervensystem: Veränderungen der Nervenfunktion
- Stoffwechsel: Auswirkungen auf Regulationsprozesse im Körper
- Nieren: Mögliche Belastung der Nieren
ⓘ Trinkwasserverordnung (TrinkWV)
Für Lithium im Trinkwasser gibt es derzeit keinen einheitlichen gesetzlichen Grenzwert in Deutschland. Lithium wird aktuell als nicht prioritäre Substanz eingestuft.8
ⓘ World Health Organization (WHO)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)8 gibt Orientierungswerte für Lithium im Trinkwasser an:
- Richtwert: etwa 0,1–0,2 mg pro Liter
- dient als gesundheitliche Einschätzung, nicht als verbindlicher Grenzwert
Diese Daten basieren auf toxikologischen Bewertungen und sollen sicherstellen, dass auch bei langfristigem Konsum keine gesundheitlichen Risiken entstehen.
Neben Lithium sind insbesondere Keime und Schwermetalle im Wasser wichtig zu erkennen. Sie können unter anderem durch alte Hausinstallationen, Bauarbeiten oder natürliche geologische Bedingungen ins Trinkwasser gelangen. Verunreinigungen bleiben oft lange unbemerkt, da sie weder Geschmack noch Geruch verändern.
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Lithium im Trinkwasser ist in der Regel unbedenklich. Es handelt sich um einen natürlichen Bestandteil, der überwiegend aus geologischen Prozessen stammt und nur in sehr geringen Mengen vorkommt.
Für die Gesundheit sind diese Konzentrationen normalerweise nicht relevant. Der Großteil der Lithiumaufnahme erfolgt über die Nahrung, während Trinkwasser nur einen kleinen Beitrag leistet. Erst bei deutlich erhöhten Mengen über längere Zeit kann Lithium gesundheitlich problematisch werden.
Studien zeigen zwar interessante Zusammenhänge – etwa mit niedrigeren Suizidraten und der Möglichkeit, das Demenzrisiko senken zu können –, diese beruhen jedoch auf statistischen Beobachtungen.
Auch wenn es keinen festen Grenzwert in Deutschland gibt, bieten internationale Richtwerte eine gute Orientierung. In der Praxis liegen die gemessenen Werte im Trinkwasser jedoch meist deutlich darunter.