Das Wichtigste in Kürze
➡️ Ein Rückflussverhinderer lässt Wasser nur in eine Richtung strömen und verhindert so, dass verunreinigtes Wasser zurück ins öffentliche Netz gelangt.
➡️ Direkt hinter dem Wasserzähler ist ein Rückflussverhinderer Pflicht – oft in Form eines KFR-Ventils (kombiniertes Freistromventil mit Rückflussverhinderer).
➡️ Auch an Heizungsanschlüssen, Waschmaschinen, Außenzapfstellen und Duschen sind je nach Gefährdungslage eigene Sicherungseinrichtungen wie Rückflussverhinderer vorgeschrieben.
➡️ Der kontrollierbare Rückflussverhinderer muss mindestens alle zwölf Monate von einem zugelassenen Fachbetrieb gewartet werden.
Inhalt des Artikels
Ein Rückflussverhinderer (auch Rückschlagventil genannt) ist eine Sicherheitsarmatur, die den Wasserfluss nur in eine Richtung zulässt. Die Armatur verhindert, dass belastetes Wasser oder Nicht-Trinkwasser (z. B. aus Heizungsanlagen, der Gartenbewässerung oder Waschmaschinen) in das öffentliche Trinkwassernetz zurückströmen kann (z. B. durch Unterdruck im Trinkwassernetz). Ohne diesen Schutz könnten Bakterien (z. B. Legionellen) oder Schadstoffe (z. B. Schwermetalle) das Trinkwassernetz kontaminieren – mit potenziell schweren gesundheitlichen Folgen. Rückflussverhinderer werden unter anderem auch verwendet, um den Kaltwasserzulauf von Wasserspeichern gegen den Rückfluss von warmem Wasser abzusichern und ein Vermischen von Wasser verschiedener Heizkreisläufe zu verhindern. Neben Ventilen werden ebenso Rückschlagklappen und Schwerkraftbremsen als Rückflussverhinderer eingesetzt.1
💡 Wichtig zu wissen:
Besteht das Risiko einer Kontamination des Trinkwassernetzes mit Flüssigkeiten der Kategorie 5 (z. B. Tiertränken, Löschwasserleitungen) ist eine Trinkwasser-Trennstation vorgeschrieben. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber „Trinkwasser-Trennstation: Schutz für das Leitungswasser‟.
Rückflussverhinderer oder ähnliche Sicherungseinrichtungen sind unter anderem an den folgenden Stellen, Geräten und Anlagen vorgeschrieben:
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Wasserzähler/Hausanschluss: Ein Wasserzähler-Rückflussverhinderer am Hausanschluss ist die zentrale Absicherung des öffentlichen Trinkwassers vor Verunreinigungen durch die Hausinstallation.8
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Wasserspeicher: Ein Rückflussverhinderer ist vor dem Sicherheitsventil des Kaltwasserzulaufs von Wasserspeichern vorgeschrieben.1
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Heizungsanlage: Wird eine Heizung über die Trinkwasserleitung befüllt, braucht die sogenannte Heizungsfülleinrichtung eine eigene Sicherungseinrichtung, die verhindert, dass Heizungswasser zurück in die Trinkwasserinstallation gelangt. Bei der Warmwasserbereitung über einen zentralen Trinkwassererwärmer muss zusätzlich ein kontrollierbarer Rückflussverhinderer (hat spezielle Prüföffnungen) innerhalb der sogenannten Sicherheitsgruppe dafür sorgen, dass erwärmtes Trinkwasser nicht zurück in die vorgeschaltete Leitung gelangt. Auch am Zirkulationssystem für Warmwasser ist unmittelbar nach der Zirkulationspumpe eine solche Sicherungseinrichtung vorgeschrieben, um Rückfluss aus dem Warmwassernetz zu verhindern.3
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Waschmaschine und Geschirrspüler: Diese Geräte gelten als potenzielle Gefährdung für das Trinkwasser, weil sie Schmutzwasser bzw. Waschlauge abgeben. Der Anschluss muss daher über ein Auslaufventil mit integrierter Sicherungseinrichtung erfolgen, welches verhindert, dass verunreinigtes Wasser aus dem Anschlussschlauch zurück in die Trinkwasserinstallation gelangt. Zusätzlich übernimmt der sogenannte freie Auslauf, der bereits in die Maschinen selbst eingebaut ist, einen Teil dieser Absicherung.4
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Außenzapfstelle im Garten: Ein Wasserhahn zur Gartenbewässerung braucht mindestens eine Sicherungskombination aus Absperrventil, Rohrbelüfter und einem Rückflussverhinderer. Für den Anschluss einiger Bewässerungsanlagen kann sogar ein vollwertiger Systemtrenner nötig sein.2, 5
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Standrohr und mobile Wasserentnahme: Bei der Wasserentnahme (z. B. Löscharbeiten durch Feuerwehr) über ein Standrohr an Hydranten ist ein Rückflussverhinderer direkt am Standrohr vorgeschrieben, damit kein Wasser aus dem angeschlossenen Schlauch zurück ins öffentliche Netz laufen kann.6
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Bad und Dusche: An gewöhnlichen Sanitärarmaturen im Bad, etwa am Waschbecken, dürfen grundsätzlich keine Schlauchverbindungen angeschlossen werden, weil dadurch der Sicherheitsabstand zwischen Armatur und möglichem Schmutzwasser überbrückt würde. Wird dennoch, etwa für einen nachgerüsteten Waschmaschinenanschluss im Bad, eine Schlauchverbindung benötigt, ist dies laut DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.) nur über einen Adapter mit eigener Sicherungseinrichtung zulässig.7
Die Pflicht zum Einbau von Rückflussverhinderern an den entsprechenden Stellen ergibt sich unter anderem aus den folgenden rechtlichen Grundlagen:9, 10
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Trinkwasserverordnung: Die wichtigste rechtliche Grundlage ist § 13 Absatz 3 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Danach dürfen Trinkwassersysteme nicht mit Systemen verbunden werden, die Wasser unbekannter Herkunft führen, und es müssen dem Stand der Technik entsprechende Sicherungseinrichtungen verhindern, dass Nichttrinkwasser zurückfließt und das Trinkwasser verunreinigt.
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DIN EN 1717 und DIN 1988-100: Technisch konkretisiert wird die Anforderung der Trinkwasserverordnung in der europäischen Norm DIN EN 1717 in Verbindung mit der deutschen Ergänzungsnorm DIN 1988-100, die verschiedene Gefährdungskategorien und die dafür passenden Sicherungsarten definieren.
Eine der am häufigsten verbauten Sicherheitsarmaturen in der Hausinstallation ist das KFR-Ventil. Ein entsprechendes Ventil wird häufig nach dem Wasserzähler am Hausanschluss installiert. Aber was ist ein KFR-Ventil überhaupt? Die Abkürzung „KFR‟ steht für „Kombiniertes Freistromventil mit Rückflussverhinderer“. Das Ventil vereint zwei wesentliche Aufgaben in einem Bauteil: die manuelle Absperrmöglichkeit einer Rohrleitung und den automatischen Schutz vor Rückfluss.11, 12
Aufbau und Funktionsweise
Hauptbestandteil eines KFR-Ventils ist das Freistromventil. Dabei handelt es sich um eine strömungstechnisch optimierte Absperrarmatur, welche einen großen freien Querschnitt gewährleistet. Dieser sorgt im geöffneten Zustand für eine störungsfreie Strömung des Wassers mit nur geringem Druckverlust und niedriger Geräuschentwicklung. In das Freistromventil ist ein Rückflussverhinderer in Form eines Rückschlagventils integriert. Dieses enthält einen Ventilteller mit Feder, welcher bei normalen Strömungsverhältnissen durch den Wasserdruck offengehalten wird. Bei einer Umkehr der Strömungsrichtung (z. B. Druckabfall im öffentlichen Wassernetz) schließt sich das Ventil.8
🚨 Wichtig:
Es wird empfohlen, die Funktionsfähigkeit eines Rückflussverhinderers möglichst jährlich zu prüfen. Kontrollierbare Rückflussverhinderer (haben spezielle Prüföffnungen) müssen sogar mindestens alle 12 Monate gewartet werden. Zudem muss unbedingt die korrekte Einbaurichtung (markiert mit Pfeil) der Rückflussverhinderer beachtet werden.8, 11
Typische Anzeichen für ein defektes KFR-Ventil können unter anderem sein:12
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deutlich reduzierter Wasserdruck an den Zapfstellen,
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ungewöhnliche Klappergeräusche/Geräusche beim Öffnen und Schließen der Leitung (z. B. Wasserentnahme am Wasserhahn),
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sichtbare Undichtigkeiten am Gehäuse.
- Befindet sich unmittelbar hinter dem Wasserzähler eine Absperrarmatur mit Rückflussverhinderer (KFR-Ventil)?
- Ist die letzte Wartung des Rückflussverhinderers nicht länger als zwölf Monate her?
- Wird die Heizung über einen Systemtrenner befüllt statt über einen einfachen Schlauchanschluss am Wasserhahn?
- Sind Waschmaschine und Geschirrspüler über ein Geräte-Anschlussventil mit Rückflussverhinderer angeschlossen, nicht über einen einfachen Kugelhahn?
- Verfügt der Gartenwasseranschluss über eine Sicherungskombination aus Rohrbelüfter und Rückflussverhinderer?
Lautet die Antwort auf eine dieser Fragen „Nein“, sollten Sie Ihren örtlichen Wasserversorger oder einen zugelassenen Installationsbetrieb kontaktieren. Dabei können Sie klären, ob eine Sicherungseinrichtung (z. B. Rückflussverhinderer) nötig ist und wie diese, falls erforderlich, nachgerüstet werden kann.
Ist Leitungswasser mit Keimen oder Schadstoffen belastet, besteht nicht nur ein Risiko für das öffentliche Trinkwassernetz (defekter oder fehlender Rückflussverhinderer). Entsprechend belastetes Wasser kann auch Ihre Gesundheit direkt gefährden. Ob Ihr Leitungs- oder Brunnenwasser als Trinkwasser geeignet ist, können Sie unter anderem mit den folgenden Trinkwassertests und Brunnenwassertests prüfen lassen:
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Wassertest Rohrleitung (Parameter: Blei, Chrom, Eisen, Kupfer, Nickel, Zink, Aluminium)
Die Probenentnahme für unsere Wassertests können Sie mit Hilfe der leicht verständlichen Anleitung einfach selbst vornehmen. Anschließend senden Sie die Wasserprobe in dem im Test-Kit enthaltenen Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit steht das Analyseergebnis in Ihrem persönlichen Bereich von MyChecknatura online zum Abruf bereit.
Ist ein Rückflussverhinderer auch bei bestehenden, älteren Trinkwasserinstallationen Pflicht?
Ja. Die Anforderungen aus der Trinkwasserverordnung und DIN EN 1717 gelten nicht nur für Neubauten. Fehlt ein Rückflussverhinderer am Hausanschluss oder an einer anderen vorgeschriebenen Stelle, muss er nachgerüstet werden – auch wenn Gebäude und Trinkwasserinstallation schon älter sind.11
Worin unterscheidet sich ein einfacher Rückflussverhinderer von einem Systemtrenner?
Hauptkomponente eines einfachen, mechanischen Rückflussverhinderers ist ein federgesteuertes Ventil. Dieser Mechanismus schützt in der Regel zuverlässig gegen mäßige Gefährdungen. Bei höherem Risiko, etwa beim Befüllen von Heizungsanlagen, ist dagegen ein Systemtrenner vorgeschrieben. Dieser trennt beide Systeme durch zwei hintereinandergeschaltete Rückflussverhinderer und ein differenzdruckgesteuertes Ablassventil. 3, 13
Was passiert, wenn ein Rückflussverhinderer trotz Defekt einfach weiter betrieben wird?
Bleibt ein defekter Rückflussverhinderer unbemerkt oder wird dieser einfach weiterbetrieben, gelangt zum Beispiel bei einem Druckabfall im Trinkwassernetz möglicherweise Wasser aus der Hausinstallation in das öffentliche Trinkwassernetz. Das kann zu einer Verunreinigung des Versorgungsnetzes mit Keimen oder Schadstoffen führen.