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Gesundheitsrisiko Pool & Whirlpool: Keime, Chemikalien
Inhaltlich geprüft durch: Martin Stein
- Keime wie Coli-Bakterien, Legionellen und Enterokokken können in Whirlpools und Pools ein Gesundheitsrisiko darstellen.
- Keimeinträge in Poolwasser können unter anderem durch die Badenden selbst, Tiere oder verunreinigtes Füllwasser erfolgen.
- Werden Poolchemikalien nicht richtig dosiert oder falsch kombiniert, können diese zu einem Gesundheitsrisiko werden.
- In Whirlpools können sich Keime wie Legionellen unter anderem aufgrund der hohen Wassertemperaturen oft besonders schnell ausbreiten.
- Durch die Erzeugung von feinem Wassernebel (Aerosole) durch Whirlpool-Sprudeldüsen besteht ein stark erhöhtes Infektionsrisiko mit Legionellen.
- Mit regelmäßigen Wassertests können Gesundheitsgefahren durch Whirlpool- und Poolwasser reduziert werden.
Das Wichtigste in Kürze
Gesundheitsgefahren durch Keime in Whirlpools und Pools
Im Wasser von Whirlpools und Pools können die verschiedensten krankmachenden Keime und Parasiten enthalten sein:
⚠ Coliforme Bakterien ( z. B. E. coli) und Enterokokken zählen zu den Fäkalkeimen. Die Keime kommen im Darm von Menschen und Tieren vor und dienen deshalb bei Wasseruntersuchungen von Poolwasser als Indikator- oder Anzeigebakterien für fäkale Verunreinigungen. In das Wasser von Whirlpools und Pools gelangen die Bakterien oft durch die Nutzer selbst. Eine weitere Quelle ist der Kot von Haus- und Wildtieren. Bei Starkregen können die Keime mitunter auch von benachbarten Rasen- und Gartenflächen in Pools gespült werden. Wird mit Coli-Bakterien oder Enterokokken kontaminiertes Wasser geschluckt, sind schwere Brech-Durchfälle und Entzündungen (z. B. Harnwege, Prostata) möglich. Entzündungen kommen bei Enterokokken sogar bei lebenswichtigen Organen wie dem Herz vor. Gefährdet sind besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. hohes Alter, Vorerkrankungen). Weiterhin können die Keime zu Hautinfektionen führen bzw. über kleine Wunden in der Haut oder der Mundhöhle in den Körper gelangen.1, 2
⚠ Pseudomonas aeruginosa ist ein stäbchenförmiges Bakterium, welches ebenfalls häufig durch Badegäste in Whirlpools und Pools getragen wird. Der Keim siedelt sich zudem unter anderem manchmal in Filtern, Rohrleitungen mit Stagnationswasser, Pumpen, Armaturen oder auf Dichtungen an. Pseudomonas aeruginosa kommt auch im Leitungswasser vor und kann Infektionen der Haut (erhöhtes Risiko bei vorgeschädigter Haut) und des Ohres auslösen. Das Bakterium besitzt eine extrazelluläre Schleimschicht, welchen dieses teilweise vor Desinfektionsmitteln schützt.3
⚠ Legionellen sind Bakterien, die in geringer Anzahl oft natürlicher Bestandteil des Füllwassers von Whirlpools und Pools sind. Bei Wassertemperaturen zwischen 23 und 50 °C in Verbindung mit einer nicht ausreichenden Wasserdesinfektion kann es zur einer starken Vermehrung von Legionellen im Pool kommen. Dies geschieht häufig im Filter – vor allem, wenn dieser nicht ausreichend durchspült wird. Zu Infektionen mit Legionellen kommt es meist durch das Einatmen feinster kontaminierter Wassertropfen (Aerosole). Weniger häufig sind Infektionen über Mikroaspiration (Einatmen von feinen Tropfen aus Sekreten des Nasen- und Rachenraums). Legionellen können neben grippeähnlichen Symptomen (Pontiac-Fieber) auch schwerste, lebensbedrohliche Lungenentzündungen auslösen (Legionellose, Legionärskrankheit). Ein geschwächtes Immunsystem (z. B. hohes Alter, Vorerkrankungen) begünstigt schwere Krankheitsverläufe.3
⚠ Salmonellen werden gelegentlich durch Badende oder Tiere in Poolwasser getragen. Wird das Wasser nicht ausreichend desinfiziert, ist eine starke Vermehrung der Bakterien möglich. Gelangen Salmonellen durch orale Aufnahme (Schlucken von Poolwasser) in den Körper, sind schwere Darmentzündungen mit Durchfall und Erbrechen, Bauch- und Kopfschmerzen sowie Fieber möglich. Infektions-Komplikationen wie Abszesse, Hirnhautentzündungen und Entzündungen der Herzinnenhaut kommen in seltenen Fällen ebenfalls vor.4
⚠ Cryptosporidien sind Parasiten (Protozoen), die in der Umwelt sehr weit verbreitet sind und unter anderem über Fäkalien in Whirlpools und Pools gelangen können. Infektionen mit Cryptosporidien erfolgen hier meist über das Schlucken von kontaminiertem Wasser. Während bei vielen Bakterienarten eine relativ große Anzahl für Infektionen nötig ist, kann theoretisch schon ein einziger Cryptosporidium-Parasit krank machen. Zu den Symptomen einer Cryptosporidium-Infektion zählen schwere wässrige Durchfälle, Fieber und Übelkeit. Die Parasiten kapseln sich außerhalb des Körpers ein und werden daher zum Beispiel von schwach gechlortem Wasser nicht abgetötet.5, 6
Spezifische Gesundheitsrisiken durch Bakterien wie Legionellen im Whirlpool
In Whirlpools ist die Wassertemperatur mit ca. 32 bis 39 °C in der Regel deutlich höher als in Pools. Zudem ist die Wassermenge in Whirlpools im Vergleich zu Schwimmbecken kleiner und Technik wie Düsen, Pumpen und Heizung lassen sich oft nur schwer reinigen. Weiterhin wirken Desinfektionsmittel wie Chlor bei hohen Wassertemperaturen teilweise nicht so gut, bzw. die Chemikalien werden im Whirlpool relativ schnell abgebaut.16 Diese Faktoren begünstigen insgesamt die Besiedlung mit Keimen. Neben den bereits genannten Risiken durch Coli-Bakterien, Pseudomonas aeruginosa, Salmonellen und Cryptosporidien stellen in Whirlpools Legionellen und Staphylococcus aureus eine besondere Gesundheitsgefahr dar:
- Infektionen mit Legionellen erfolgen, wie bereits erwähnt, ganz überwiegend über die Atemwege. Hier spielen besonders feinste, eingeatmete Wassertropfen (Aerosole) eine Rolle. Legionellen können sich, im Vergleich zu Poolwasser, in wärmerem Wasser von Whirlpools besonders stark vermehren. Zudem erzeugen die Sprudeldüsen von Whirlpools die genannten feinen Wassertropfen. Insgesamt ist die Infektionsgefahr durch Legionellen im Whirlpool also erhöht. Zu einer sehr großen Legionellen-Infektionswelle durch Whirlpools kam es unter anderem im Jahr 1999 in Holland. Dort gab es durch zwei kontaminierte Whirlpools 233 symptomatische Erkrankungen mit 22 Todesfällen.17
- Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, dass in Whirlpools verstärkt auftreten kann. Der Keim ist Bestandteil der natürlichen Bakterienflora einiger Menschen, ohne bei diesen Krankheitssymptome zu verursachen. Einige Tiere sind ebenfalls Träger des Keims. Gelangt das Bakterium zum Beispiel mit Whirlpool-Besuchern in das Wasser, kann dieses unter anderem Hautinfektionen, Abszesse und Infektionen der Haarfollikel auslösen. Dringt Staphylococcus aureus in die Blutbahn vor, sind jedoch ebenso schwerste Infektionen von lebenswichtigen Organen möglich. Staphylococcus aureus ist bereits gegen einige Antibiotika resistent, was eine Behandlung oft erschwert.18
Gesundheitsrisiken durch Pool-Chemikalien
Um Wasser von Whirlpools und Pools keimfrei zu halten und die Ausbreitung von Algen im Pool zu verhindern, werden oft Pool-Chemikalien wie Chlor und Algenbekämpfungsmittel eingesetzt. Diese Chemikalien unterliegen in der EU eigentlich einer Zulassungspflicht, bei der auch mögliche Gesundheitsrisiken geprüft werden. Da sich einige Zulassungsverfahren jedoch noch in einer „Übergangsphase“ befinden, sind mit Stand Mai 2025 noch immer einige Desinfektions- und Algenbekämpfungsmittel ohne entsprechende Zulassung auf dem Markt.7 Neben Produkten ohne Zulassung besteht ebenso bei unsachgemäßem Gebrauch bzw. falscher Dosierung ein Gesundheitsrisiko durch die folgenden Pool-Chemikalien:
- Chlor gehört zu den in Whirlpools und Pools am häufigsten eingesetzten Desinfektionsmitteln. Wird Chlor in das Wasser gegeben, entsteht die schwache Säure Hypochlorsäure. Diese führt zu einer Oxidationsfähigkeit des Wassers. Dadurch werden viele Keime und Algen abgetötet. Beachten Sie bei der Dosierung von chlorhaltigen Desinfektionsmitteln unbedingt genau die Herstellerangaben. Zu hohe Konzentrationen von Chlor bzw. Hypochlorsäure im Wasser können unter anderem Haut- und Augenreizungen verursachen.7 Neben der Hypochlorsäure bilden sich beim Einsatz von Chlor jedoch häufig auch Nebenprodukte wie Chloramine (z. B. Trichloramin) und Trihalogenmethane. Trichloramin entsteht durch eine Reaktion mit Harnstoff, wenn dieser von Poolnutzern in das Wasser abgegeben wird. Die Chemikalie steht zumindest im Verdacht, Asthma auszulösen bzw. dieses zu verstärken. Besonders gefährdet könnten hier kleine Kinder sein.9 Bei einer Überdosierung von Chlor zeigen sich die genannten gesundheitlichen Folgen oft in verstärkter Form. Weiterhin kann die Chemikalie durch ihre chemische Reaktionsfreudigkeit Materialien wie Folien und technische Komponenten schädigen. Teilweise ist in zur Desinfektion eingesetzten Chlorbleichlaugen Bromid enthalten. Unter bestimmten Voraussetzungen wie dem Einsatz von Ozon kann sich daraus krebserregendes Bromat bilden, welches außerdem nierenschädigend wirkt. Bromat entsteht mitunter ebenso bei der Wasseraufbereitung von bromidhaltigem Füllwasser mit Ozon.10
- Algizide sind Chemikalien, die Algen bzw. Algenzellen abtöten. Die in Poolwasser häufig vorkommenden Algenarten wie Grünalgen sind eher ein kosmetisches Problem und für den Menschen in der Regel unbedenklich. Zum Wachstum von gefährlichen Blaualgen kann es meist nur bei sehr stark verschmutztem Wasser kommen. Zu den häufig eingesetzten Algiziden gehören Kupferchelate, Kupfersulfat sowie quartäre Ammoniumverbindungen.7 Einige Algizide können bei unsachgemäßem Gebrauch zu einer Gesundheitsgefahr werden. So wirkt Kupfersulfat vor allem bei Überdosierung reizend auf Schleimhäute, Augen und die Haut.12
- Cyanursäure (CYA) dient bei der Wasseraufbereitung von Poolwasser manchmal als Stabilisator von Chlor. So verhindert CYA den schnellen Abbau von Chlor durch Sonnenlicht (UV-Strahlung). Cyanursäure kann in zu hohen Konzentrationen Augenreizungen und möglicherweise Hautreizungen verursachen.13
Spezifische Risiken bei der Wasseraufbereitung von Whirlpools
Die Wasseraufbereitung mit Desinfektionsmitteln in Whirlpools hat wegen der hohen Wassertemperaturen eine besondere Bedeutung. Gleichzeitig können sich bei dieser jedoch auch spezifische Probleme bei einzelnen Wirkstoffen ergeben:
- Chlor baut sich bei warmen Temperaturen in Whirlpools schneller ab, als in den meist kühleren Pools. Bei Außen-Whirlpools trägt zudem die UV-Strahlung der Sonne zum Abbau des Chlors bei. Aufgrund der geringen Wassertiefe (tiefes Wasser hält UV-Strahlung zurück) fällt dieser Abbau bei Whirlpools stärker ins Gewicht. Zudem ist die Konzentration von Wasserverunreinigungen in Whirlpools im Vergleich zu Pools oft höher. Das für die Desinfektion entscheidende freie Chlor reagiert mit einigen dieser Verunreinigungen, was die Desinfektionsleistung nochmals herabsetzt. Dies könnte Betreiber von Whirlpools dazu verleiten, Chlor nach dem Motto „Viel hilft viel“ zu dosieren. Dadurch können jedoch die Gesundheitsrisiken durch Chlor verstärkt werden. Zusammenfassend ist bei der Chlorung von Whirlpools daher genauestens auf die Dosierangaben der Chlor-Hersteller und die Betriebsanleitung des Whirlpools zu achten.10
- Brom wird in Whirlpools ebenfalls als Desinfektionsmittel verwendet. Allerdings sind bromhaltige Produkte dabei nicht immer so wirkungsvoll wie Desinfektionsmittel auf Chlorbasis und werden durch UV-Licht noch schneller abgebaut als viele Chlor-Produkte. Bromhaltige Desinfektionsmittel sollten nicht zusammen mit chlorhaltigen Mitteln in das Wasser gegeben werden, da es sonst zu einer ätzenden Wirkung kommen kann. Unerwünschte Wirkungen durch die Mischung von Brom und Chlor können durch zugesetzte Chlorstabilisatoren verstärkt werden. Besondere Vorsicht ist auch bei der Handhabung der bromhaltigen Desinfektionsmittel geboten, da diese manchmal ebenfalls stark ätzend wirken.20, 21, 22
Checkliste: Verkeimung und Verschmutzung von Whirlpools und Pools vermeiden
✔ Dosieren Sie Desinfektionsmittel und Algizide immer genau nach Vorschrift. Dies verhindert eine Verkeimung des Wassers und das Wachstum von Algen.
✔ Prüfen Sie möglichst wöchentlich die Wasser- und Hygienewerte des Wassers mit geeigneten Wassertests. So wirken einige Aufbereitungsmittel zum Beispiel nur bei einem korrekten pH-Wert des Poolwassers.
✔ Reinigen Sie regelmäßig Boden, Wände und Wasserlinie von Whirlpools und Pools.
✔ Achten Sie auf eine ausreichende Wasserzirkulation (Poolpumpe) und Filterung des Wassers und reinigen Sie Pumpe und Filter nach Herstellervorgaben.
✔ Führen Sie dem Pool regelmäßig Frischwasser zu, um die Verdunstung auszugleichen. Außerdem trägt Frischwasser zu einer Verbesserung der Wasserqualität bei. Als grobe Faustregel sind in der warmen Jahreszeit wöchentlich 3 % des Wasservolumens empfehlenswert. Bei Whirlpools mindestens alle drei Monate das Wasser komplett wechseln und den Whirlpool vor der Neubefüllung inklusive aller Technik gründlich reinigen.
✔ Eine Abdeckung mindert die Verschmutzung von Whirlpool und Pool im Außenbereich durch Vogelkot, Blätter, Staub usw. und reduziert so die Ausbreitung von Keimen. Außerdem schützt eine UV-undurchlässige Poolabdeckung Poolfolie und andere Pool-Komponenten vor UV-Strahlung. Dadurch wird auch das Algenwachstum eingedämmt.
✔ Duschen Sie vor der Nutzung von Whirlpool bzw. Pool. Dies reduziert den Eintrag von Keimen, Schweiß, Hautschuppen, Kosmetika etc.
✔ Ein Pool ist wegen der Verkeimungsgefahr und der verwendeten Wasseraufbereitungsmittel kein geeigneter Badeort für Haustiere wie Hunde.
✔ Achten Sie darauf, dass möglichst kein Harnstoff durch Urin in das Poolwasser gelangt.
✔ Versehen Sie den Pool mit einer geeigneten Absperrung. Dies hält einige Haustiere fern und schützt Kinder vor einem Sturz in den Pool.
✔ Halten Sie die Umgebung des Pools sauber und lagern Sie dort keine „Gefahrstoffe“ wie Düngemittel, Kraftstoffe etc., die bei Regen in den Pool gespült werden könnten.
✔ Verwenden Sie im Whirlpool keine normalen Badezusätze, da diese die Wasserqualität negativ beeinflussen sowie Düsen und Leitungen verstopfen können.
✔ Eine Ozon-Reinigungsanlage mit automatischem Spülprogramm für schwer zugängliche Leitungen und Düsen kann Rückzugsorte für Keime desinfizieren und Legionellen abtöten.
✔ Lassen Sie Stagnationswasser aus Schläuchen und Wasserleitungen ablaufen, bevor Sie mit der Befüllung des Whirlpools beginnen. Dies reduziert den Eintrag von Legionellen und anderen Keimen.
Jetzt Poolwasser professionell testen lassen
Klares und hygienisch sicheres Poolwasser ist entscheidend für unbeschwerten Badespaß. Mit unserem professionellen Poolwasser-Test lassen sich wichtige Wasserparameter wie pH-Wert, Gesamtalkalinität und der Gehalt an freiem Chlor bestimmen. Ebenso wird das Wasser auf Keime wie E. coli und Pseudomonas aeruginosa sowie die Gesamtkeimzahl untersucht. So erhalten Sie Gewissheit über den hygienischen Zustand Ihres Whirlpools und Pools und können bei Bedarf frühzeitig reagieren. Mehr Informationen und einen direkten Link zu unserem Poolwasser-Test erhalten Sie hier: Poolwasser Test: Laboranalyse + Teststreifen.
Ob das Füllwasser für Whirlpools und Pools bereits zu stark mit Legionellen belastet ist (z. B. durch Warmwasserspeicher oder Totleitungen), können Sie mit unserem Legionellen Test für Leitungswasser prüfen lassen.
Die Wasserproben für die Tests entnehmen Sie übrigens selbst. Nach Einsendung per Post erfolgt die Analyse in unserem spezialisierten Labor.
✔️ Escherichia coli, coliforme Keime
✔️ Pseudomonas aeruginosa
✔️ Gesamtkeimzahl bei 22° C und 36° C
Whirlpool- oder Poolwasser verkeimt, Krankheitssymptome nach dem Poolbad? Was tun?
Gibt das Poolwasser durch zum Beispiel Wassertests Hinweise auf eine Verkeimung, sollten Sie in diesem natürlich nicht baden, bis sich die Werte (z. B. durch korrekte Dosierung von Desinfektionsmittel) normalisiert haben.
Bei sehr hoher Keimzahl oder starkem Algenbewuchs hilft oft nur ein Austausch des Wassers inklusive umfangreicher Reinigungsarbeiten an Pool bzw. Whirlpool und technischen Geräten.
Verspüren Sie nach dem Bad im Whirlpool oder Pool gesundheitliche Symptome wie Allergien, Durchfall oder Übelkeit, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Informieren Sie diesen über das Poolbad, damit ein möglicherweise vorhandener Zusammenhang mit den Symptomen hergestellt werden kann. Beachten Sie dabei auch die Inkubationszeit einiger Erkrankungen, die in seltenen Fällen bis zu 14 Tage beträgt.
Wussten Sie ..?
Mit Wasseraufbereitungsmitteln behandeltes Poolwasser sollte nicht einfach in den Garten gepumpt werden, da die Mittel teilweise umweltgefährdend sind. Leiten Sie das Poolwasser daher in das Abwassersystem ein. Eine Tauchpumpe kann dabei hilfreich sein. In einigen Städten und Gemeinden unterliegt die Einleitung von Poolwasser in die Kanalisation allerdings gesonderten Bestimmungen – vor allem, wenn es sich um größere Mengen handelt.7
Der typische Pool- bzw. Schwimmbadgeruch nach „Chlor“ entsteht übrigens durch eine Reaktion von freiem Chlor und Harnstoff im Wasser. Überwiegend stammt der Harnstoff von Urin. Ein wesentlich geringerer Teil gelangt als natürlicher Hautbestandteil in das Poolwasser. Ein starker „Chlorgeruch“ kann demnach ein Hinweis auf Urineinträge in das Poolwasser sein.15
1Vgl.: Universitäts Spital Zürich: Bakterielle Infektionskrankheiten. 2024.
2Vgl.: MSD Manual: Enterokokken-Infektionen. 2023.
3Vgl.: Umweltbundesamt: Hygieneanforderungen an Bäder und deren Überwachung. 2014.
4Vgl.: RKI: Salmonellose. 2016.
5Vgl.: RKI: Kryptosporidiose. 2019.
6Vgl.: Aachener Zeitung: Baden im Pool: Der Sprung ins kühle Nass kann krank machen. 2008.
7Vgl.: Umweltbundesamt: Schwimmbeckenhygiene und Entsorgung von Poolwasser. 2025.
9Vgl.: Umweltbundesamt: Babyschwimmen: Asthmagefahr durch Desinfektion mit Chlor? 2011.
10Vgl.: Umweltbundesamt: Wasserqualität der Schwimm- und Badebecken. 2013.
12Vgl.: Niederösterreichische Nachrichten: Überdosierung birgt sehr hohe Risiken. 2014.
13Vgl: Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie: Toxikologische Bewertungen, Cyanursäure. 1992.
15Vgl.: Pharmazeutische Zeitung: Schwimmbäder: „Chlorgeruch“ entsteht durch Harnstoff. 2017.
16Vgl.: Carela Wasserhygiene: Whirlpool-Dermatitis: Ursachen und präventive Maßnahmen. 2021.
17Vgl.: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Legionellen – die am häufigsten gestellten Fragen. 2024.
18Vgl.: MSD Manual: Staphylococcus-aureus-Infektionen. 2023.
20Vgl.: Merck KGaA: Brom in Trinkwasser, Schwimmbadwasser, Abwasser und Desinfektionslösungen. 2024.
21Vgl.: Aida Whirlpools: Besser Finger weg von Brom für die Whirlpoolpflege. 2020.
22Vgl.: Iopool: Brom und Chlor mischen: welche Gefahren? 2022.