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Gartenschlauch für Trinkwasser?: Risiken erklärt
Inhaltlich geprüft durch: Martin Stein
Gartenschläuche dienen in den meisten Gärten als praktisches „Werkzeug” zur Bewässerung oder schnellen Erfrischung an heißen Sommertagen. Der Umgang damit sollte allerdings mit Bedacht erfolgen. Obwohl das Wasser aus Ihrem Gartenschlauch bei zentraler Wasserversorgung dasselbe Trinkwasser wie aus dem Wasserhahn in Ihrem Haus ist, kann unter anderem das Stagnationswasser aus dem Gartenschlauch Bakterien, wie Legionellen, enthalten, die Ihrer Gesundheit schaden können. Aus dem Material des Gartenschlauchs können zudem gesundheitsschädliche Schadstoffe an das Wasser abgegeben werden.
Details zu den Risiken einer Wassernutzung aus dem Gartenschlauch erfahren Sie in unserem Ratgeber. (Stand März 2026)
Legionellen im Gartenschlauch – eine Gefahr?
Schlauchleitungen können zu einer Brutstätte für gesundheitsschädliche Bakterien wie Legionellen (stäbchenförmige Bakterien) werden, die in warmem, stehendem Wasser gedeihen. Da in Gartenschläuchen oft ähnliche Bedingungen herrschen, kann es auch hier zu einer Vermehrung von Keimen wie Legionellen kommen. Dies wurde sogar in einer Studie untersucht (Your Garden Hose: A Potential Health Risk Due to Legionella spp. Growth Facilitated by Free-Living Amoebae). Dies gilt prinzipiell auch für Ihren Gartenschlauch.
Aber: Eine gesundheitliche Gefahr geht von Legionellen nur aus, wenn Aerosole, ein sehr feiner Sprühnebel, eingeatmet werden. Die eingeatmeten Legionellen können dann so zur sogenannten Legionärskrankheit (Legionellen-Pneumonie) führen, die mit einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung einhergehen kann. Die Gefahr durch die Aerosole ist im Freien jedoch viel geringer als in Innenräumen, wie beispielsweise dem Badezimmer. Zudem befinden sich Legionellen allenfalls im Stagnationswasser, also dem Wasser, das über eine gewisse Zeit im Schlauch stand und sich erwärmt hat.
Für einen sicheren Umgang mit dem Gartenschlauch reicht es in Bezug auf Bakterien daher in der Regel aus, das Stagnationswasser, etwa nach der Nacht, ablaufen zu lassen, bevor Sie das Wasser aus dem Schlauch für eine Gartendusche oder für Ihren Gartensprinkler nutzen. Sobald das Wasser, das aus dem Schlauch kommt, gleichbleibend kalt ist, können Sie es bedenkenlos verwenden.
💡 Wichtig: Ein weitaus größeres Risiko für Legionelleninfektionen stellen Rohrleitungen und andere Installationskomponenten in Ihrer Trinkwasser-Hausinstallation dar. So herrschen beispielsweise in stillgelegten Rohrabschnitten Totleitungen und Rohrleitungen mit unzureichendem Wasserdurchfluss optimale Bedingungen für die Vermehrung von Legionellen. Lassen Sie Ihre Hausinstallation daher unter anderem auf diese technischen Risikofaktoren überprüfen und führen Sie regelmäßige Wassertests auf Legionellen durch. Hierfür eignet sich unser Wassertest Legionellen.
Detaillierte Informationen zu Legionellen im Trinkwasser erhalten Sie in unserem Ratgeber: „Legionellen im Trinkwasser? – So erkennen Sie die Gefahr!”.
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Diese Schadstoffe befinden sich in Gartenschläuchen
Gartenschläuche bestehen in der Regel aus synthetischem Gummi oder Kunststoff und sind mit einem Gewebe aus Fasern verstärkt. Aufgrund dieser Materialien sind die Gartenschläuche glatt und flexibel.
Blei, Bisphenol (BPA) und Phthalate (Weichmacher) werden in Gartenschläuchen teilweise zur Stabilisierung der Kunststoffe verwendet. Der häufigste Gartenschlauch-Kunststoff ist Polyvinylchlorid, aus dem gesundheitlich bedenkliche Weichmacher freigesetzt werden können. Antimon und Brom sind überdies als Bestandteile von Flammschutzmitteln teilweise in Gartenschläuchen enthalten.
Die Garden Hose Study vom Ecology Center in Ann Arbor (USA) ergab, dass der Bleigehalt in etwa 1/3 der getesteten Gartenschläuche erhöht war. Für Blei gibt es keinen sicheren Grenzwert, selbst kleine Mengen Blei können für Ihre Gesundheit gefährlich sein.
Ein Drittel der Schläuche enthielt Organozinn, das endokrin wirkt und zu bleibenden Schädigungen des Hormonsystems führen kann.
Die Hälfte der Schläuche enthielt Antimon, das mit Leber-, Nieren- und anderen Organschäden in Verbindung gebracht wird.
Von den getesteten PVC-Schläuchen enthielten 75 % Phthalate, die ebenfalls das Hormonsystem schädigen und vor allem bei Kindern und Föten zu Entwicklungsstörungen, Intelligenzminderung, Verhaltensstörungen, Leberschäden und Unfruchtbarkeit führen können.
Maßnahmen zum gesunden Umgang mit dem Gartenschlauch
Unter Einhaltung dieser Sicherheitsmaßnahmen, ist der Umgang mit dem Gartenschlauch sicher:
✔️ Trinken Sie nicht aus dem Schlauch. Es mag an heißen Tagen verlockend sein – gehen Sie dennoch lieber in Ihre Küche und trinken das Wasser aus dem Hahn. Die Leitungen und Armaturen in Ihrem Haus entsprechen in der Regel den Trinkwasser-Standards, der Schlauch und die Außenanschlüsse nicht.
✔️ Bewahren Sie Ihren Schlauch an einem kühlen Ort und nicht in der Sonne auf, denn Sonnenlicht und wärmere Temperaturen beschleunigen den Abbau der Polymere, das Auslaugen unerwünschter Chemikalien in das Wasser und die Bildung von Keimen.
✔️ Lassen Sie das Wasser ablaufen. Die stärksten Verunreinigungen bilden sich in Wasser, das schon eine Weile im Schlauch steht (Stagnationswasser). Wenn Sie das Wasser laufen lassen, bis es gleichbleibend kalt aus dem Schlauch kommt, können Sie die Anzahl der Giftstoffe und Keime erheblich reduzieren.
✔️ Achten Sie auf die Armaturen. Die meisten Armaturen für den Außenbereich bestehen aus Messing, das nicht für die Abgabe von Trinkwasser zugelassen ist und teilweise Blei enthält.
Gibt es speziell für Trinkwasser geeignete Gartenschläuche?
Für die Verwendung als „Trinkwasser-Gartenschlauch” müssen Gartenschläuche strenge Anforderungen erfüllen. In Deutschland muss neben der KTW-Zulassung („Kunststoff-Trinkwasser") in der Regel gleichzeitig eine Zulassung gemäß DVGW-Arbeitsblatt W 270 vorliegen. Die rechtliche Grundlage bildet die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV), die vorschreibt, dass Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser weder die Gesundheit gefährden noch Geruch oder Geschmack des Wassers nachteilig verändern dürfen. Für Trinkwasser zugelassene Schläuche bestehen oft aus den Kunststoffen EPDM, PE oder TPE.
Neben dem eigentlichen Schlauch müssen beim Kontakt mit Trinkwasser auch alle anderen wasserführenden Komponenten wie Wasserhähne, Zuleitungen, Verbindungsstücke etc. über eine Zulassung für Trinkwasser verfügen.
Für eine Top-Qualität Ihres Wassers – die richtige Analyse
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In einem umfassenden und leicht verständlichen Ergebnisbericht erfahren Sie anschließend, welche Qualität das getestete Wasser aufweist, ob und in welcher Konzentration Schadstoffe vorliegen und ob Maßnahmen zu ergreifen sind.
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Beachten Sie die Bodenqualität
Wenn Sie Nutzpflanzen in Ihrem Garten anbauen, sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf die Bodenqualität haben:Mit einem Bodentest Nährstoffe erfahren Sie, welche Nährstoffe Ihrem Boden für ein gesundes Pflanzenwachstum zugeführt werden sollten.
👉 Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Richtig Düngen.
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