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Das Wichtigste in Kürze

➡️ Der Trinkwasser-Hausanschluss verbindet das öffentliche Leitungsnetz mit der Hausinstallation und besteht in der Regel aus Hauptabsperrung, Wasserzähler, einer weiteren Absperrarmatur, Rückflussverhinderer und einem mechanischen Filter.

➡️ Rückflussverhinderer und mechanischer Filter sind am Hausanschluss grundsätzlich vorgeschrieben, um das öffentliche Netz bzw. die Hausinstallation vor Verunreinigungen zu schützen.

➡️ Die Dimensionierung des Hausanschlusses (Rohrdurchmesser) richtet sich unter anderem nach dem Spitzenvolumenstrom.

➡️ Die Kosten für einen neuen Hauswasseranschluss liegen je nach Wasserversorger sowie dem nötigen Material- und Arbeitsaufwand etwa zwischen 1.500 und 5.000 Euro.

Was versteht man unter einem Trinkwasser-Hausanschluss?

Der Trinkwasser-Hausanschluss (auch Hauswasseranschluss genannt) ist die Verbindung zwischen dem öffentlichen Trinkwassernetz und der internen Trinkwasserinstallation (Hausinstallation) eines Gebäudes. Ab der Hauptabsperreinrichtung (HAE) des Hausanschlusses liegt die Verantwortung für die Wasserqualität beim Eigentümer der internen Trinkwasserversorgung, während der Wasserversorger bis zum Hausanschluss für eine einwandfreie Wasserqualität gemäß Trinkwasserverordnung (TrinkwV) garantieren muss.1, 2

Wo befindet sich der Hausanschluss normalerweise?

Der Hausanschluss befindet sich in der Regel im Keller an der straßenzugewandten Seite. In größeren Gebäuden und Wohneinheiten ist der Anschluss mitunter auch in einem separaten Hausanschlussraum installiert. In nicht unterkellerten Gebäuden wird der Hausanschluss meistens im Erdgeschoss montiert.3

Aus welchen Komponenten besteht der Hausanschluss?

Ein Trinkwasser-Hausanschluss weist in der Regel das folgende Aufbau-Schema auf:4

  • Hauptabsperreinrichtung (HAE): dient zur Absperrung der gesamten Wasserzufuhr des Gebäudes bei zum Beispiel Reparaturen, Rohrbrüchen oder längerer Abwesenheit (Sicherheitsmaßnahme gegen Wasserschäden).

  • Wasserzähler: misst die entnommene Wassermenge und ist Eigentum des örtlichen Wasserversorgungsunternehmens.

  • Zweite Absperrarmatur mit Entleerung: ermöglicht das Absperren und Entleeren der nachfolgenden Hausinstallation.

  • Rückflussverhinderer: verhindert, dass möglicherweise verschmutztes Wasser aus der Hausinstallation zurück in das öffentliche Netz gelangt.

  • Mechanischer Filter: hält eingeschwemmte Partikel wie Rost- oder Sandkörner zurück, bevor sie in die Hausinstallation gelangen können.

Welche Vorschriften und Normen gelten für Trinkwasser-Hausanschlüsse?

Der Trinkwasser-Hausanschluss unterliegt keinen einzelnen Vorschriften oder Normen, sondern mehreren ineinandergreifenden Regelwerken, die jeweils unterschiedliche Aspekte abdecken. Zu den wichtigsten zählen:5, 6, 7, 8

  • Trinkwasserverordnung (TrinkwV): Sie regelt die Qualitätsanforderungen, die das Trinkwasser in Deutschland erfüllen muss.

  • DIN 1988-Reihe (Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, TRWI): Die DIN 1988-Reihe gilt neben der europäischen Normenreihe DIN EN 806 als nationale Ergänzungsnorm, die notwendig ist, um das deutsche Schutz- und bei Trinkwasserinstallationen zu gewährleisten.

  • DVGW-Arbeitsblatt W 400-1: Es schreibt vor, dass Hausanschlussleitungen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geradlinig, rechtwinklig und auf kürzestem Weg verlegt werden müssen und grundsätzlich nicht überbaut werden dürfen.

  • Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV): Sie bildet bei vielen Wasserversorgern die rechtliche Grundlage für deren ergänzende Bestimmungen, nach denen unter anderem die Kosten für die Installation des Hausanschlusses abgerechnet werden.

💡 Tipp:

Wer einen Hauswasseranschluss installiert haben möchte, sollte frühzeitig Kontakt zumörtlichen Wasserversorger aufnehmen, da dieser die endgültige Dimensionierung, den Leitungsverlauf und die Materialwahl auf Grundlage der genannten Regelwerke festlegt. Die konkreten technischen Anschlussbedingungen können dabei lokal bzw. von Wasserversorger zu Wasserversorger unterschiedlich sein.

Wer darf einen Trinkwasser-Hausanschluss installieren?

Es dürfen nur zugelassene Fachbetriebe Arbeiten an der Trinkwasser-Installation (z. B. Trinkwasseranschluss) vornehmen, die in ein Installateur-Verzeichnis des örtlichen Wasserversorgers eingetragen sind.5

Die Hauseinführung ins Gebäude

Bei der Hauseinführung der Trinkwasserleitung in Gebäude sind unter anderem die folgenden Punkte zu beachten, damit zum Beispiel der Schutz vor Frost und Feuchtigkeit gewährleistet ist:

Unterkellerte und nicht unterkellerte Gebäude

  • Bei unterkellerten Gebäuden wird die Wasserleitung durch die Kellerwand geführt.

  • Bei nicht unterkellerten Gebäuden muss unterhalb der Bodenplatte eine dem DVGW-Regelwerk entsprechende Hauseinführung installiert werden, welche 10 bis 20 cm aus der Bodenplatte herausragen muss. Für die Wasserdichtigkeit dieser Durchführung ist der Bauherr verantwortlich.3

Verlegetiefe und Mindestabstände

Für die Verlegetiefe im Erdreich gilt vielerorts eine Mindesttiefe (Mindestüberdeckung) von rund 120 cm, um die Leitung frostfrei zu halten. Zusätzlich sind Mindestabstände zu anderen Leitungen und Kabeln einzuhalten: mindestens 20 Zentimeter im Parallelverlauf von Leitungen, mindestens 10 Zentimeter bei kreuzenden Leitungen.9

 

Rückflussverhinderer und Filter: Pflicht zum Schutz des Trinkwassers

Am Hausanschluss müssen unter anderem ein Rückflussverhinderer und ein mechanischer Filter installiert werden:

► Rückflussverhinderer

Ein Rückflussverhinderer ist bei jedem Trinkwasser-Hausanschluss Pflicht: Dieser muss unmittelbar hinter dem Wasserzähler in Form einer Absperrarmatur mit kontrollierbarem Rückflussverhinderer eingebaut werden. So wird verhindert, dass möglicherweise verschmutztes Wasser aus der Hausinstallation zurück ins öffentliche Netz fließen kann. Ein kontrollierbarer Rückflussverhinderer verfügt über eine Prüföffnung, an der Fachbetriebe Proben entnehmen können. Die Armatur muss mindestens einmal jährlich gewartet werden.4

👉 Ausführliche Informationen zu Rückflussverhinderern erhalten Sie in unserem Ratgeber „Trinkwasser-Rückflussverhinderer: Schutz vor Verunreinigung‟.


► Mechanischer Filter

Direkt im Anschluss an den Wasserzähler („Wasseruhr‟) ist außerdem ein mechanischer Filter vorgeschrieben, welcher Feststoffe zurückhält, die größer als 80 Mikrometer sind. Diese könnten anderenfalls zu Korrosion und Funktionsstörungen innerhalb der Hausinstallation führen. Entsprechende Filter müssen je nach Bauart halbjährlich inspiziert oder bei nicht rückspülbaren Modellen mit neuem Filtereinsatz versehen werden.4

Durchmesser, Dimensionierung und Berechnung des Hausanschlusses

Bei der Berechnung (nur durch Fachpersonal!) zur Dimensionierung eines Trinkwasser-Hausanschlusses werden unter anderem die folgenden Kriterien berücksichtigt:

 

Rohrinnendurchmesser, Spitzenvolumenstrom

Der Rohrinnendurchmesser des Trinkwasser-Hausanschlusses hat einen wesentlichen Einfluss auf den maximal möglichen Wasserdurchfluss. Dieser Durchmesser ist keine feste Größe, sondern wird oft für jedes Gebäude individuell berechnet. Grundlage ist der zu erwartende Spitzenvolumenstrom (Spitzendurchfluss) in Liter pro Sekunde, der sich, vereinfacht gesagt, aus Anzahl und Art der Entnahmestellen im Gebäude ergibt. Für ein Einfamilienhaus wird in der Regel ein Durchmesser des Trinkwasser-Hausanschlusses von 25 mm (Innendurchmesser) bzw. 32 mm (Außendurchmesser) gewählt.10 Bei größeren Objekten oder besonderem Bedarf (z. B. Gartenbewässerung) können auch größere Dimensionen notwendig sein.

 

Berechnungsverfahren

Für die Dimensionierung von Trinkwasserinstallationen ist grundsätzlich das Berechnungsverfahren nach DIN 1988-300 anzuwenden. Für Wohngebäude mit maximal sechs Wohneinheiten ist auch das vereinfachte Verfahren nach DIN EN 806-3 für die Berechnung von Rohrinnendurchmessern zulässig.11

 

Fließgeschwindigkeit

Die zu erwartende maximale Fließgeschwindigkeit in der Hausinstallation ist kein direkter Dimensionierungsparameter für die Dimensionierung des Hausanschlusses, sondern ein Begrenzungsfaktor. So darf in der Hausanschlussleitung eine Fließgeschwindigkeit von 2 m/s nicht überschritten werden. In Verbrauchsleitungen darf diese mitunter bis zu 5 m/s betragen.12

 

Wasserdruck, Druckminderer

Liegt im Versorgungsnetz ein Wasserdruck von 5 bar oder mehr vor, ist in der Regel unmittelbar hinter dem mechanischen Filter ein Druckminderer einzubauen. Dieser schützt unter anderem Armaturen und Haushaltsgeräte vor zu hohen Wasserdrücken und Druckspitzen.4

Kosten für einen Trinkwasser-Hausanschluss

Die Kosten für einen Trinkwasser-Hausanschluss setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen:

 

  • Anschlussgebühren: Diese werden von dem örtlichen Wasserversorger erhoben und variieren je nach Kommune und Stadt.

  • Materialkosten Rohrleitung: Abhängig von der Dimensionierung des Trinkwasser-Hausanschlusses, den verwendeten Materialien (z. B. Kupfer, Edelstahl, Kunststoff) und der Länge der Leitung.

  • Kosten Komponenten: Kosten für Rückflussverhinderer, Filter, Wasserzähler, besondere Absperrarmaturen etc.

  • Arbeitskosten: Die Kosten für die Installation durch einen Fachbetrieb. Hier spielt unter anderem die Komplexität der Arbeiten (z. B. Erdarbeiten, Verlegung in schwierigem Gelände) eine Rolle.

 

Als grobe Orientierung kann mit Kosten für einen Trinkwasser-Hausanschluss zwischen 1.500 und 5.000 Euro gerechnet werden. Viele Wasserversorger berechnen die Kosten auf pauschaler, vereinfachter Basis.

 

Erneuerung eines Trinkwasser-Hausanschlusses

Einen Trinkwasser-Hausanschluss zu erneuern, kann unter anderem aus den folgenden Gründen notwendig werden:13

  • Alter der Installation: Ältere Leitungen können korrodieren oder undicht werden.

  • Gefährdung der Wasserqualität: Gefährden Materialien des Hausanschlusses die Wasserqualität und Gesundheit (z. B. durch Bleirohre, Biofilme) muss der Anschluss erneuert oder zumindest saniert werden.

  • Anpassung an neue Vorschriften: Mitunter kann es erforderlich sein, den Anschluss an aktuelle Normen und Vorschriften anzupassen.

  • Erweiterung des Bedarfs: Bei einem Anbau oder einer Nutzungserweiterung (z. B. zusätzliche Wohnungen) kann eine Neudimensionierung bzw. Erneuerung des Trinkwasser-Hausanschlusses notwendig sein.

Die Erneuerung eines Trinkwasser-Hausanschlusses muss, wie bei einem Neuanschluss, immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

👉 Unseren Ratgeber mit Infos und Tipps zur Sanierung von Wasserleitungen erhalten Sie hier: „Wasserleitung sanieren: Risiken durch Schadstoffe, Methoden & Kosten‟.

Leitungswasser nach Neuinstallation des Hausanschlusses mit Schwermetallen belastet? Sicherheit mit Wassertests!

Neu installierte Rohrleitungen und Armaturen können verstärkt Schwermetalle wie Kupfer und Nickel an das Trinkwasser abgeben. Dies kann mitunter Ihre Gesundheit gefährden. Ob Ihr Leitungswasser mit Schwermetallen belastet ist, lässt sich unter anderem mit den folgenden Trinkwassertests prüfen:

Die Probenentnahme für unsere Wassertests erfordert keinerlei Fachwissen – Sie können diese anhand der leicht verständlichen Anleitung ganz einfach selbst vornehmen. Anschließend senden Sie die Wasserprobe in dem im Test-Kit enthaltenen Versandkarton an unser spezialisiertes Partnerlabor. Nach kurzer Zeit ist das detaillierte Analyseergebnis in Ihrem persönlichen Bereich von MyChecknatura online abrufbar.

👉 Weitere Informationen zu den Gesundheitsrisiken durch Schwermetalle im Trinkwasser erhalten Sie in unserem Ratgeber: „Eine unsichtbare Gefahr: Schwermetalle im Trinkwasser‟.

 

FAQs: Hausanschluss für Trinkwasser

Ist ein Rückflussverhinderer am Trinkwasser-Hausanschluss Pflicht?

Ja, in der Regel ist der Einbau eines Rückflussverhinderers am Trinkwasseranschluss Pflicht. Dies dient dem Schutz des öffentlichen Trinkwassernetzes vor Verunreinigungen durch einen Rückfluss von möglicherweise verschmutztem Wasser aus der Hausinstallation.

Darf ich Erdarbeiten für meinen Hauswasseranschluss selbst vornehmen?

Bei vielen Versorgern sind Eigenleistungen beim Ausheben und Verfüllen des Rohrgrabens (Erdarbeiten) auf dem eigenen Grundstück möglich. Dagegen dürfen Arbeiten im öffentlichen Straßenraum sowie der eigentliche Rohranschluss ausschließlich durch den Versorger oder ein beauftragtes Fachunternehmen ausgeführt werden. Vorgaben zu Grabentiefe, Sandbett, Verdichtung etc. sind bei Eigenleistungen genau einzuhalten.3

Wie lange dauert es, bis ein neuer Trinkwasser-Hausanschluss betriebsbereit ist?

Eine pauschale Zeitangabe ist hier kaum möglich, da diese von Faktoren wie der Bearbeitungsdauer des Antrages beim Wasserversorger und der Verfügbarkeit eines Fachbetriebs für die Installation abhängt. Es kann jedoch grob mit einem Zeitraum von 2 bis 4 Monaten ab Antragstellung gerechnet werden.