Wie gut ist die Wasserqualität in Deutschland?

Im Allgemeinen ist die Qualität des Leitungswassers in Deutschland sehr gut. Verschiedene Methoden zur Aufbereitung entfernen in mehreren Filterstufen eventuelle Verunreinigungen des Grund- oder Flusswassers. Laut Trinkwasserverordnung darf das Trinkwasser weder die Gesundheit beeinträchtigende Keime noch andere schädliche Substanzen in signifikanten Mengen enthalten. Die Gesundheitsämter und die Versorgungsunternehmen überwachen zuverlässig, dass die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden.

Wie verhält es sich jedoch mit den Wasserleitungen im Haus? Die Verantwortung des Versorgers für die Wasserqualität endet an der Wasseruhr, also am Beginn der Hausinstallation Ihrer Immobilie. Von hier an sind Sie als Eigentümer in der Pflicht - egal, ob sie die Immobilie vermieten oder selbst bewohnen. Deshalb ist es in vielen Fällen wichtig und notwendig, das Wasser zu testen.

Wussten Sie, dass ...

... jeder Deutsche durchschnittlich 121 Liter Wasser pro Tag verbraucht?

... Leitungswasser nur etwa ein Hundertstel von dem kostet, was für Flaschenwasser verlangt wird?

... die CO2-Bilanz von Leitungswasser wegen des Wegfalls von Transport und Verpackung sechshundertmal niedriger ausfällt als die von Mineralwasser?

Welche Schadstoffe können sich im Leitungswasser befinden?

Eine mögliche Gefahrenquelle im Haus sind die Wasserleitungen. Auch wenn ab 1973 keine Wasserrohre aus Blei mehr verbaut wurden, kann es heute noch vereinzelt ältere Immobilien geben, die mit derartigen Leitungen ausgestattet sind. Blei im Trinkwasser sollte als mögliche Gesundheitsgefahr ernstgenommen werden. Aber auch andere Stoffe wie z.B. Eisen, Zink oder Kupfer im Wasser können in höheren Mengen problematisch werden oder den Geschmack des Trinkwassers beeinträchtigen.

In der Landwirtschaft verwendete Pestizide sowie ein durch Düngemittel verursachter erhöhter Nitratgehalt stellen außerdem eine Herausforderung bei der Reinhaltung des Trinkwassers dar. Auch wenn der Wasserversorger hier für die Einhaltung der Grenzwerte verantwortlich ist, bietet eine Überprüfung durch einen Wassertest im Labor Immobilienbesitzern Sicherheit.

Ein weiteres mögliches Problem ist die Verunreinigung des Wassers mit Keimen: Ein sich anreichernder Biofilm in den Leitungen oder verkeimte Armaturen können schnell zu einer erhöhten Keimzahl im Trinkwasser führen. Während e.coli-Bakterien häufig auf Verunreinigungen in den Leitungen zurückzuführen sind, werden auch andere Bakterien wie Enterokokken im Trinkwasser zum Problem, wenn sie von außen - z.B. durch Bauarbeiten - in das Wassersystem eingetragen werden. 

Für die Verwendung von Warmwasser ist außerdem ein Test auf Legionellen ratsam. Dabei handelt es sich um Bakterien, die über den Wasserdampf etwa beim Duschen in die Atemwege gelangen und eine Lungenentzündung verursachen können. Legionellen im Trinkwasser sollten deshalb auf jeden Fall ernst genommen und vor Einzug ausgeschlossen werden. Vor allem in Mehrfamilienhäusern mit einer zentralen Warmwasseranlage sind regelmäßige Tests auf Legionellen wichtig – und je nach Speicherkapazität auch vorgeschrieben.

Experten-Tipps:

  • Reinigen Sie die Strahlregler der Wasserhähne in Ihrer Immobilie regelmäßig und tauschen Sie sie gegebenenfalls aus! Hier können sich im Fall von Verkalkung und Verstopfungen leicht Keime und Schadstoffe festsetzen.
  • Zusätzliche Filter für Leitungswasser sind in der Regel nicht notwendig und können selbst eine Gefahrenquelle darstellen, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt werden.
  • Keime mögen Wärme. Lassen Sie Leitungswasser deshalb im Zweifel kurz laufen, bevor Sie davon trinken. Es sollte frisch und kühl aus dem Hahn kommen.


Wie kann man das eigene Wasser testen lassen?

Im Internet werden zahlreiche Schnelltests angeboten, die eine Belastung des Trinkwassers mit Keimen oder Schadstoffen nachweisen sollen. Verschiedene Teststreifen werden dabei in Wasserproben getaucht und zeigen durch Verfärbung eine Verunreinigung mit Blei, Nitrat oder Bakterien an. Nicht garantiert ist hierbei jedoch, dass auch ein im Internet erworbenes Test-Kit auf die in Deutschland gültigen Grenzwerte abgestimmt ist. Zudem haben Teststreifen in der Regel nur eine begrenzte Genauigkeit. Insgesamt ist die Handhabung und Auswertung dieser Schnelltests für den Laien deshalb nicht immer einfach oder absolut zuverlässig.

Wenn Sie zweifelsfrei sicher sein möchten, dass die Rohrleitungen und Armaturen in Ihrer Immobilie keine bedenklichen Mengen an Schadstoffen und Keimen abgeben, ist eine Analyse im Labor die beste Wahl. Hier wird eine Wasserprobe von erfahrenen, mit den geltenden Grenzwerten vertrauten Fachleuten untersucht. Zudem sind die Ergebnisse eindeutig und verlässlich. Bei einem Wassertest für Ihre Immobilien erhalten Sie damit einen sicheren Überblick über die eigene Wasserqualität.